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Neuburg-Schrobenhausen

07.05.2020

Warum nicht alle Pfarrgemeinden jetzt Gottesdienste feiern

In der Christuskirche in Neuburg werden ab Sonntag wieder Gottesdienste gefeiert.
Bild: Andreas Dengler

Plus Die evangelischen Gemeinden in Neuburg-Schrobenhausen setzen das aufgehobene Gottesdienstverbot unterschiedlich um. Wo und wie die Messen abgehalten werden.

Am Sonntag werden in der Neuburger Christus- und in der Apostelkirche um 10 Uhr wieder Gottesdienste gefeiert. Das Datum ist ein besonderes im Kirchenkalender: der Kantate-Sonntag. An dem vierten Sonntag nach Ostern steht der Gesang im Mittelpunkt. Deshalb werde in den beiden Neuburger Kirchen trotz Maskenpflicht gesungen, sagten die Pfarrer Jens Hauschild von der Apostelkirche sowie Pfarrer Steffen Schiller und Pfarrer Jürgen Bogenreuther von der Christuskirche in einem gemeinsamen Pressegespräch. Aber nicht in allen evangelischen Gemeinden im Landkreis laufen die Feiern wieder an. Anders als in den katholischen Pfarreien, für die das Bistum über die Gottesdienste entscheidet, stimmen in den evangelischen Gemeinden die Kirchenvorstände darüber ab.

In Neuburg finden wieder Gottesdienste statt

Unter strengen Auflagen kehren die beiden Neuburger Kirchen ein wenig zur Normalität zurück. Die Kirchgänger müssen einen Mindestabstand einhalten und einen Mundschutz tragen. Helferteams empfangen die Gottesdienstbesucher bereits vor der Kirche und weisen sie den Plätzen zu. In der Christuskirche dürfe nur jede dritte Bank genutzt werden, sagte Pfarrer Schiller. Damit sei Platz für 58 Besucher. In der Apostelkirche ist das Konzept ähnlich. Dort können am Sonntag 79 Gläubige den Gottesdienst miterleben. Diese Zahlen seien aber nur dann richtig, wenn nur Einzelpersonen in die Messen kommen. Familien, die in einer Hausgemeinschaft leben, dürften enger zusammensitzen, erklärten die Pfarrer.

Bild: Andreas Dengler

Die Spende des Abendmahls müsse vorerst noch ausgesetzt werden. Stattdessen einigten sich die Neuburger Kirchenvorstände darauf, während der Messen zu singen. „Miteinander zu singen ist gemeinschaftsstiftend“, sagte Pfarrer Schiller. Und auch seine Kollegen stimmten dem zu. Da die Geistlichen befürchten, dass die Würde des Abendmahls verloren ginge, werde die Spende vorerst ausgesetzt. In den Außenorten Rennertshofen, Oberhausen, Gietlhausen und in der Schlosskapelle finden zunächst keine Feiern statt. Bei Bedarf werden in der Christus- und in der Apostelkirche zusätzliche Sonntagsgottesdienste angeboten.

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Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Marienheim beginnt erst ab Sonntag, 17. Mai, wieder mit den Messfeiern. Die Gottesdienste zum Monatsanfang in Maxweiler werden nach Marienheim verlegt. Einen zusätzlichen Schutz zu den üblichen Regeln bietet in Marienheim eine Plexiglasscheibe, die vor die Kanzel gehängt wird. Außerdem werden die Kirchgänger gebeten, sich im Pfarramt für die Gottesdienste anzumelden. Bei großem Ansturm besteht auch die Möglichkeit, dass an Sonntagen zwei kurze Gottesdienste nacheinander gehalten werden. In einem offiziellen Schreiben betonte Pfarrer Herbert Sperber, dass niemand ein schlechtes Gewissen haben brauche, wenn er sich durch einen Nicht-Besuch noch schützen wolle.

In Ludwigsmoos finden bis Pfingsten keine Gottesdienste statt

Ob in den Pfarrgemeinden Karlshuld und Untermaxfeld bereits am kommenden Sonntag Gottesdienste stattfinden, sei derzeit noch offen, sagte Pfarrer Johannes Späth. Die Entscheidung werde erst noch von den Kirchenvorständen getroffen. Anders als die Stadtpfarreien treffen die Vorkehrungen die Gemeinden auf dem Land härter. „Die Kirchenräume sind sehr klein, das ist ein evangelisches Problem“, erklärte er. Und eben dies erschwere das Einhalten der verordneten Abstände. In die Untermaxfelder Kirche würden laut Vorschrift lediglich 20 Kirchgänger und in Karlshuld sogar nur zwölf Besucher passen, rechnete der Pfarrer vor. Eine mögliche Alternative wären Freiluftgottesdienste.

In Ludwigsmoos und Pöttmes fallen die Messen noch bis Pfingsten aus, sagte Pfarrerin Cornelia Dölfel. Die Umsetzung der vielen Hygienemaßnahmen sei für die Gemeinde kaum zu bewältigen. „Wir hoffen auf weitere Lockerungen“, sagte sie zuversichtlich. In Schrobenhausen finden am Sonntag Gottesdienste mit maximal 35 Personen statt.

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