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Neuburg

19.11.2020

Warum sich die Stadtwerke für eine Photovoltaikanlage interessieren

Seit 17 Jahren erzeugt die Solaranlage auf der Parkschule, hier bei der Installation 2003, zuverlässig Strom.
Bild: Winfried Rein (Archiv)

Plus Die Photovoltaikanlage auf der Parkschule in Neuburg läuft seit 2003. Die Stadtwerke kaufen die Konstruktion – wenn alle 19 Eigentümer einverstanden sind. Warum der OB skeptisch ist.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Neuburger Parkschule ist einst als Pilotprojekt installiert und von 19 Interessenten finanziert worden. Jetzt steht der Verkauf der Sonnenstromtechnik an die Stadtwerke zur Debatte.

Photovoltaikanlage auf Neuburger Parkschule verkaufen? OB ist skeptisch

Ende 2023 läuft die damals üppige Förderung über das Erneuerbar-Energien-Gesetz (EEG) aus. Wohl deshalb hat einer der Eigentümer den Verkauf vorgeschlagen. Die Stadträte im Werkausschuss würden zustimmen, wenn sich die Betreibergemeinschaft über den Verkauf einig wird. „Wenn es so laufen soll, dann müssen alle mitmachen“, sagt Lothar Behringer, stellvertretender Werkleiter.

Gemeinsames Foto: Die Eigentümergemeinschaft der Solaranlage beim Betriebsstart im Jahr 2003.
Bild: Winfried Rein (Archiv)

Einer ist schon mal skeptisch: Oberbürgermeister Bernhard Gmehling will „eigentlich gar nicht verkaufen“. Er habe damals 16.000 Mark investiert, die mittlerweile amortisiert sind. Die Anlage speise zuverlässig Strom ein und bringe den Eigentümern noch Gewinn. Allerdings nur noch bis 2023, dann fällt die PV-Anlage nach 20 Jahren aus der Förderung. Mit 44 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde fiel diese Förderung dank EEG sehr großzügig aus. Auch die Leistung von 61 Kilowatt sei für damals „ganz ordentlich gewesen“, so Lothar Behringer. Demnach sind auf dem Dach der Parkschule jährlich 60.000 bis 70.000 Kilowattstunden Strom erzeugt worden –mehr als eine Million Kilowattstunden seit Betriebsstart.

Photovoltaik auf Parkschule in Neuburg: Stadtwerke würden einsteigen

Ohne Subvention können die Betreiber später den Strom nur noch für einige Cent weiterverkaufen, außerdem müssen sie mit Abgaben rechnen. Wer den Sonnenstrom selbst verbraucht, fährt am besten. Genau das können die Stadtwerke: Wenn sie die Anlage übernehmen, können sie den Sonnenstrom steuerfrei ins eigene Netz einspeisen. Deshalb würde der Kommunalbetrieb sofort einsteigen. Die Einspeisung für die verbleibenden drei Jahre von etwa 80.000 Euro würde den Verkaufspreis abdecken.

Bundesweit fallen die ersten 10.000 PV-Anlagen 2021 aus der Förderung, und weitere tausende folgen. Manche Betreiber bilden eine Verkaufsgemeinschaft für Strom, andere stellen komplett auf Eigenverbrauch um. Für die Besitzer von Elektroautos und Batteriespeichern geht diese Rechnung am ehesten auf.

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