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Fachtagung

16.11.2018

Was Neuburg tut, um Energie zu sparen

Architekt Burkhard Schulze Darup aus Berlin beschäftigte sich mit energetischen Sanierungskonzepten von Altbauten. Auch die Stadt Neuburg tut seit einigen Jahren vieles, um die selbst gesteckten Energieziele zu erreichen.
Bild: Manfred Dittenhofer

Zum sechsten Mal ging es in zahlreichen Vorträgen um Nachhaltigkeit. Das waren die wichtigsten Punkte.

Ein Heizkessel im Keller? Der gehört der Vergangenheit an. Wir werden uns zu einer reinen Stromgesellschaft wandeln. Und unsere Häuser werden zu Kraftwerken und Stromtankstellen für die Elektromobilität. Das glaubt zumindest Professor Norbert Fisch von der Technischen Universität Braunschweig. Mit seiner Vorlesung begann der Reigen der Vorträge am Donnerstag auf der sechsten Neuburger Energie-Fachtagung zum Thema „Plusenergiesiedlung – Die Zukunft des Bauens“. Die Veranstaltung, die Neuburgs Umweltingenieurin Birgit Bayer-Kroneisl mit ihren Helfern organisiert hatte, gewährte den Blick auf eine nicht allzu ferne Zukunft.

Über 150 Teilnehmer kamen heuer nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Bayern. Bürgermeister, Fachleute aus Stadtverwaltungen und Landratsämtern, Architekten, Planer sowie Vertreter aus Hochschulen. Sie alle sind an einer nachhaltigen Energieversorgung interessiert.

Experte kritisiert deutsche Politik

Aber zurück zu den Thesen von Wissenschaftler Norbert Fisch. Der ließ kein gutes Haar an der deutschen Politik und deren Gesetzgebung. Die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, sei nicht der richtige Weg. Die Sanierungsquote müsse verdoppelt werden, wenn die seit Jahren stagnierende CO2-Reduzierung weiter vorangetrieben werden solle. Seine Lebensbotschaft sei, Gebäude müssten Kraftwerke und Stromtankstellen werden. Als Eckpunkte für eine Gebäudeplanung nannte Fisch Photovoltaikanlagen mit Wärmepumpen. Diese versorgten dann Niedrigtemperatur-Flächenheizungen. Und mit Batteriespeicher könne man die Eigennutzung des erzeugten Stromes erhöhen. Überhaupt sieht der Professor die Zukunft Europas als Stromgesellschaft. Deshalb müsse der Strom grüner und effizienter genutzt werden.

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Architekt Burkhard Schulze Darup beschäftigte sich ebenfalls mit den Klimazielen. Die seien auch mit Bestandsbauten zu realisieren, wenn man nur konsequent sanieren würde. „KfW-70-Standards sind bei jedem Denkmal auf dieser Welt machbar.“ Wichtiger Eckpunkt sei die Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung. Dezentrale Anlagen für einzelne Wohnungen in Wohnanlagen seien bereits für rund 4000 Euro zu bekommen. Und energieeffizientes Bauen müsse nicht automatisch teurer sein. „Denn was ich in die Gebäudehülle stecke, spare ich bei der Haustechnik.“

Neuburg gewährt Zuschüsse für Neubauten und Sanierungen

Neuburg tut einiges, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. Für den Grundstückserwerb gebe es eine Positivliste, die bei Erreichen der vollen Punktzahl einen Nachlass bei städtischen Grundstücken von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter Bauland ermögliche, so Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Wie Neuburgs Umweltingenieurin Bayer-Kroneisl bestätigte, werde diese Umsetzung oft angefragt und bereits von einigen Kommunen deutschlandweit kopiert. In dieser Liste werden für ökologisches Bauen, die Verwendung von Naturmaterialien bei Fußböden oder auch Regenwassernutzung Punkte vergeben. Daneben unterhält die Stadt einen Förderkatalog. Es gibt Zuschüsse für Neubauten und Sanierungen.

Nach einer Reihe von Vorträgen konnten sich die Tagungsteilnehmer in unterschiedlichen Workshops mit den Thematiken vertieft beschäftigen. Durch die Tagung führte Hans Seitz vom Kompetenzzentrum Plusenergiegebäude, einem Netzwerk von 20 innovativen Unternehmen und Organisationen aus der Region zusammen mit der Industrie- und Handelskammer und der Technischen Hochschule Ingolstadt, die das Thema Plusenergiegebäude voranbringen wollen. Die Stadt Neuburg ist mit dabei.

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