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Neuburg

02.12.2018

Was für ein romantisches Ende im Volkstheater!

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4 Bilder
Die Laiendarsteller agierten auf der Bühne in der evangelisch-lutherischen Kirche in Untermaxfeld in aufwendigen Kostümen mit großer Spielfreude. Auch das Bühnenbild beeindruckte mit viel Liebe zum Detail.
Bild: Xaver Habermeier

„Ebenezers wundersame Weihnacht“ ist wie gemacht für ein herzerweichendes Finish. Dieses Ende aber war nicht abzusehen. 

Das weihnachtliche London, in dem der steinreiche, geizige Ebenezer Scrooge 1843 lebte – be-kannt als „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, textlich von Florian Schmidt ins Heute transferiert, durch schwungvolle Ohr-wurmmelodien von Thomas Erich Killinger in ein fetziges Musical verändert – fand einen wundervollen Spielort in der evangelisch-lutherischen Kirche in Untermaxfeld. Mit irrsinniger Spielfreude aller Laiendarsteller, einem detailverliebt ausgestatteten Bühnenbild, akkurat arbeitender Technik, aufwendigen, fantasievoll-opulenten Kostümen, gigantischen „Kunstwerken“ begabter Maskenbildnerinnen in den Gesichtern und auf den Köpfen mancher Darsteller, boten die Schauspieler des Neuburger Volkstheaters unter der kreativen Regie von Oliver Vief eine wahre Meisterleistung.

Das Stück bietet viel Platz für Schauer – in dem Fall von der Kanzel.
Bild: Xaver Habermeier

Darum geht es in dem Weihnachtsstück am Volkstheater

Zum Geschehen: Der Geizhals Ebenezer Scrooge, überzeugend übellaunig von Martin Göbel verkörpert, war auch am Heiligen Abend grantig. Das armselige Leben seines Schreibers Cratchit, in dessen Rolle Jürgen Gottschall schlüpfte, interessierte ihn wenig. Ebenezers Standuhr, im übertragenen Sinn sein Gewissen, von Nicola Kloss perfekt in Szene gesetzt, stets hin- und herpendelnd, im Tick-Tack-Rhythmus sprechend und angetan mit einem fantastischen Bling-Bling-Uhr-Kostüm, begleitete ihn durch alle Lebensphasen, meist tadelnd und bemüht, einen besseren Menschen aus ihm zu machen.

Unterstützt wurde sie dabei von seinem früheren Geschäftspartner Marley, halb verwest und schauerlich-gruselig aussehend. Matthias Bosse vermochte es, das Unheilvolle gesanglich umzusetzen. Da er bei Ebenezer auf Granit biss, und auch dessen Lehrmeister Fezziwig, sicher von Lucas Rathmann dargestellt, als Mahner erfolglos blieb, kündete Marley ihm die drei Geister der Weihnacht an. Der Geist der Vergangenheit, mit putzigem Sprachfehler in mozartähnlichem Kostüm von Nadine Stückle kunstgerecht gespielt, führte Ebenezer, in dem es langsam zu arbeiten begann, seine Jugend (in dieser Rolle glänzte David Munzinger) vor Augen und machte ihm die Entfremdung mit seiner Jugendliebe Betty (Pauline Wutzer in anrührender Liebesszene mit Munzinger auf verschneitem Bänkchen) schmerzlich bewusst.

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Bild: Xaver Habermeier

Das Volkstheater glänzt in allen Belangen

Dem Geist der Gegenwart, burschikos und mit Durchsetzungskraft präsentiert von Eva-Maria Schuster und auch dem der Zukunft, magisch verkleidet, kunstvoll geschminkt und mit ausdrucksstarkem Gesang und schauspielerischer Präsenz von Katrin Mitko wiedergegeben, gelang durch rückschauende Erlebnisse mit dem kranken Tiny Tim Crachit, zum Mitleiden gut gemimt von Titus Schwesinger und Blicke auf die zukünftige Beerdigung des alten Knausers, bei dem das schauspielerische Talent des Untermaxfelder Pfarrers Reinhold Fritzsch zum Einsatz kam, endlich die ersehnte Wandlung.

Die Freude darüber drückte sich im mitreißenden Schlusssong „Was ist nur los mit Mr. Scrooge?“ und im jubelnd-schwungvollen Lied „Heut ist Heilige Nacht!“ aus und gipfelte nach langanhaltendem Applaus in einem überaus romantischen Schlussgeschehen, als Martin Göbel, der Nicola Kloss vor Jahren auf der Bühne kennengelernt hatte, vor dieser mit einem Strauß roter Rosen und einem Ring auf die Knie sank und ihr einen Heiratsantrag machte. Sie hat „Ja“ gesagt!

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