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Aufführung

07.11.2017

Was kommt heraus, wenn man Fledermaus und Zauberflöte kreuzt?

Manfred Basel bekommt von Petra Gauss-Nickel für sein Ischias eine spezielle Behandlung.
Bild: Xaver Habermeier

Manfred Basel hat die Operette und die Oper mit eigenen Inhalten zu einem interessanten „Sammelsurium“ verarbeitet

Rollenspiele, kunterbunte Kostüme, ein Reigen klassischer Melodien und eine humorvolle, launige Geschichte. Dazu nimmt man Auszüge aus der Operette „Die Fledermaus“ (Johann Strauss) und der Oper „Die Zauberflöte“ (Wolfgang Amadeus Mozart) sowie eigene Inhalte. Mit diesen Zutaten inszenieren Manfred Basel und drei Chormitglieder der Kammeroper „Die Zaubermaus“. Ideen und Texte des heiteren Singspiels, das sich in keine genauere Spezies einordnen lässt, stammen von Basel und kommen beim Publikum an. Nach der Premiere am Freitagabend im Theater des Studienseminars feierte das Quartett auch am Samstag mit dem Stück einen Erfolg.

Man kennt Basel aus seinen erfolgreichen „Sammelsurium“ - Aufführungen zusammen mit Elfriede Schwegler. Dabei war sein Hauptanliegen, die kleineren und größeren Sünden der Gesellschaft hintergründig und differenziert dazulegen. Diesmal betritt er zusammen mit Petra Gauss-Nikel, Evelyn Mayer und Hans Hüttinger die Bühne. Basel, Ideengeber des Stücks, fungiert auch als Regisseur. Nicht nur bei den Vorbereitungen, sondern auch bei den Aufführungen. Dabei sind seine Anweisungen freilich gespielte Einlagen. Denn mitten im Stück ruft Basel die Akteure auf die Bühne, um dann kleine Seitenhiebe auf die Schauspielerei und den Gesang zu verteilen. Diese Einlagen werden mit einem „Darauf trinken wir einen“ aufgeheitert und auch die Besucher werden mit der Einladung für Getränke nach 80 Minuten in die Pause geschickt. Davor führt das Quartett mit einem stufenlosen Wechsel von Auszügen aus der Operette und der Oper hin zur Komödie und wieder zurück zu Geschichten. Anders ist das bei der Bühneneinrichtung mit bunt bemalten Holzkisten. Diese bleiben bei allen Szenen und werden für verschiedene Einlagen lediglich umgestapelt.

Bei „Die Zaubermaus“ schlüpfen die Akteure fast im Fünfminutentakt in verschiedene Hauptrollen. Beispielsweise in Gabriel von Einstein, Rosalinde, Ida, Alfred, Prinz Orolfsky oder Dr. Falke – alle von „Die Fledermaus“. Aus der Oper „Die Zauberflöte“ sind es Prinz Tamino, der Vogelfänger Papageno, die Königin der Nacht oder der Oberaufseher Monostatos.

Manfred Basel hat die alten Geschichten und Singstücke dem aktuellen Zeitgeist angepasst. In einer Szene schreibt Hüttinger zum Beispiel eine Einladung noch per Hand. Gauss-Nikel will ihm allerdings demonstrieren, dass das per App oder SMS viel schneller gehen würde – doch die Suche nach dem Handy-Empfang bleibt im Studienseminar erfolglos. Weiter gibt es Seitenhiebe von Frauen auf Männer und umgekehrt – zum Beispiel, wenn es um die Einkaufsfahrt zum Supermarkt oder zum Baumarkt geht. Auch prickelnde Anmach-Szenen, ähnlich wie in den Vorlagen von „Die Fledermaus“ oder „Die Zauberflöte“, sind dabei und machen das Singspiel zur „Zaubermaus“. Das serviert das Quartett parodistisch und kabarettistisch als Persiflage aus den Opern- und Operettenklassikern. „Das Singspiel ist keine konzertante Aufführung, das überlassen wir den Profis“, sagt Manfred Basel. Auf alle Fälle ist „Die Zaubermaus“ ein unterhaltsames „Sammelsurium“.

Weitere Vorstellungen folgen am 10. und 11. November, jeweils um 19.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf in der Reise-Insel und an der Abendkasse erhältlich.

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