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Bergheim

01.01.2019

Was lange währt, wird endlich gut in Bergheim

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4 Bilder
Tobias Gensberger
Bild: Claudia Stegmann

Dieses Sprichwort trifft in Bergheim gleich auf mehrere Projekte zu: auf das Kneippbecken, den Waldkindergarten und den Feldweg zur Biogasanlage.

Erst im Sommer hatte die Feuerwehr Bergheim allen Grund zum Feiern: Im eigens aufgebauten Festzelt wurde auf das 140-jährige Bestehen angestoßen. Dieses Jahr steht schon die nächste Feier an, wenn der Rohbau für das neue Feuerwehrhaus steht. Doch das ist nicht das einzige Projekt, das die Gemeinde auf ihrer Agenda für 2019 hat:

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Baugebiete: Zwei Baugebiete kann Bergheim 2019/20 ausweisen. Zum einen entstehen am Luckerberg in Bergheim rund 25 Plätze, zum anderen wird das Baugebiet am Trauberg II in Unterstall mit maximal zwölf Plätzen ausgewiesen, von denen zehn in kommunaler Hand sind. Dazu kommen vier neue Bauparzellen ebenfalls in Unterstall unterhalb des Schützenheims. Dort gehört der Gemeinde aber nur ein Platz. In allen Fällen sollen die Planungen dieses Jahrabgeschlossen werden. Für Bauwillige wird es dann Ende 2019 interessant, wenn sie sich für die Plätze bewerben können.

Auch am neuen Friedhof hat die Gemeinde einen Bauplatz ausgewiesen, allerdings für ein Mehrfamilienhaus. Für das Sechs-Parteien-Haus gebe es mehrere Bauträger, die das Projekt gerne umsetzen würden, sagt Gensberger. Dieses ist jedoch an einen Wunsch der Gemeinde geknüpft: In dem Haus sollten nicht nur Wohnungen untergebracht werden, sondern nach Möglichkeit auch eine Einrichtung, von der die Bergheimer profitieren. Gensberger denkt da etwa an eine Physiopraxis. Die Vergabe des Auftrags hängt also maßgeblich davon ab, welches Bauunternehmen einen entsprechenden Interessenten mitbringen kann. Bis Februar/März sollen die Vorschläge besprochen und der Auftrag erteilt sein.

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Gewerbegebiete: Einen passenden „Partner“ sucht die Gemeinde auch für ihre Gewerbefläche am Riedweg in Bergheim. „Interessenten gibt es bereits, etwa Zulieferfirmen oder kleine Fertigungsbetriebe“, verrät Gensberger. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Die Erschließungsarbeiten sollen unabhängig davon aber dieses Jahr abgeschlossen werden.

Weitaus zäher als gedacht zieht sich dagegen der Umzug der Firma Schulz von Neuburg nach Bergheim hin. Die möchte mit ihrer Werkstatt und den dazugehörigen Verwaltungsräumen ihre Zelte am Kiesabbaugebiet aufschlagen, was allerdings ein umfangreiches wasserrechtliches Verfahren mit sich bringt. „Wir sind mittlerweile aber auf einem guten Weg, zwei Drittel der Arbeiten sind erledigt“, sagt Gensberger. Dementsprechend soll 2019 auch der Bebauungsplan aufgestellt werden.

Dieses Jahr sollen auch für ein künftiges Gewerbegebiet die rechtlichen Weichen gestellt werden. Dieses soll zwischen der Kläranlage und der Donaubrücke entstehen und im Flächennutzungsplan entsprechend „reserviert“ werden. Noch gehört der Gemeinde kein Quadratmeter auf der Fläche, „doch es wäre strategisch wichtig, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dort Grundstücke zu erwerben“.

Waldkindergarten: Was lange währt, wird endlich gut… Dieses Sprichwort könnte 2019 für den Waldkindergarten gelten. Nachdem zwischen der Gemeinde Bergheim und dem Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen als Genehmigungsbehörde zwischenzeitlich Eiszeit herrschte, scheinen sich die Parteien wieder füreinander erwärmen zu können. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Gensberger und sprach von „guten Gesprächen“ zwischen der Gemeinde, der Kreisbehörde, der Naturschutzbehörde und dem Forstwirtschaftsamt. Der Optimismus geht so weit, dass Gensberger davon ausgeht, im Frühjahr die beiden Holzhütten aufstellen lassen zu können. Nur kurze Zeit später könnten die Kindergartenkinder die Hütten dann auch schon nutzen.

Zufahrtsweg zur Biogasanlage: Ähnlich zäh verliefen in den vergangenen Jahren nach Aussage von Gensberger auch die Diskussionen um den Zufahrtsweg zur Biogasanlage in Unterstall. Als der Feldweg vor fünf Jahren beim Bau beschädigt worden war, hätten sich der ursprüngliche Bauherr, der Betreiber und die Gemeinde die Bälle zugespielt, wer denn nun für die Reparaturkosten aufkommen müsse. Mittlerweile gebe es aber laut Gensberger eine Vereinbarung: Die Kosten für die einmalige Wiederherstellung übernehmen die Stadtwerke Ingolstadt als Betreiber, wobei sich auch der einstige Antragsteller daran beteiligt. Darüber hinaus zahlen die Stadtwerke an die Jagdgenossenschaft (die für den Feldwegebau in den Kommunen zuständig sind) einen jährlichen Zuschuss von 1000 Euro. Der Feldweg soll 2019 repariert werden.

Feuerwehrhäuser: Weniger nervenaufreibend sind dagegen die Planungen für den Bau des Bergheimer Feuerwehrhauses samt Bauhof. Mitte 2019 soll nach den Worten von Gensberger der Rohbau in der Förchenau stehen, komplett fertig wird das Gebäude dann 2020. Ein Jahr zeitversetzt laufen parallel dazu die Planungen für das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus in Unterstall. Hier soll dieses Jahrder Bebauungsplan rechtskräftig werden, Baubeginn soll dann 2020 sein. Was die Räume für die Unterstaller Vereine und Gruppierungen angeht, so hat sich ein Arbeitskreis bereits seine Gedanken dazu gemacht. Allerdings soll unabhängig davon auch ein Fachbüro seine Ideen einbringen. „Vielleicht finden sie ja eine bessere Lösung“, sagt Gensberger. Die Räume sollen in erster Linie den Unterstallern zur Verfügung stehen, können bei Bedarf aber auch von anderen Gemeindebürgern genutzt werden. Was Gensberger allerdings ausschließen möchte, sind dort private Feiern. „Dafür gibt es das Schützenheim, zu dem wir keine Konkurrenz aufbauen sollten“, ist seine Meinung. Allerdings, so der Bürgermeister, sei dieses Thema noch nicht final ausdiskutiert.

Kneippbecken: Erst hieß es Ja, dann war es zu teuer, dann hieß es Nein – was wiederum eine stattliche Anzahl von Bergheimern nicht akzeptieren wollte – und schließlich gab der Gemeinderat doch grünes Licht: Die Diskussion um ein Kneippbecken am Sportplatz in Bergheim erlebte ein Auf und Ab. Nun scheint aber alles auf den Bau eines Wassertretbeckens hinauszulaufen. Doch 2019 wird daraus noch nichts. Erst muss ein Flora-Fauna-Habitat-Gutachten erstellt werden, das die Verträglichkeit des Beckens mit der Natur belegt. Das dauert ein Jahr. Sollte es positiv beschieden werden, könnte der Bau 2020 beginnen.

Kanalarbeiten in der Bergstraße: Weil es in der Bergstraße in Bergheim keinen Kanal gibt, läuft seit Jahr und Tag das Regenwasser durch das dort an der tiefsten Stelle gelegene Grundstück eines Bergheimers. Der duldete den Zustand all die Jahre - bis die Gemeinde die Abrechnung der Abwassergebühr umstellte. Weil all das Niederschlagswasser, das von öffentlichem Grund in sein Grundstück läuft, nun von ihm bezahlt werden müsste, meldete er sich nun doch zu Wort. Gensberger versprach Abhilfe und lässt einen Niederschlagskanal in die Bergstraße bauen. Die Vorarbeiten dafür laufen dieses Jahr, die Kanalarbeiten selbst sollen dann 2020 stattfinden. Inwiefern die Anwohner die Kosten dafür mittragen müssten, werde derzeit noch geklärt.

Friedhofsmauer Unterstall: Wenn im Frühjahr die Sanierungsarbeiten der Friedhofsmauer in Unterstall abgeschlossen sind, „ist der Friedhof inklusive Leichenhaus mit Toiletten tippitoppi“, sagt Gensberger. Zuletzt mussten dort drei Stützpfeiler entfernt werden, weil sie nicht mehr standfest waren und drohten, die Mauer niederzureißen. Die „amputierten“ Stellen müssen jetzt noch verputzt werden, außerdem braucht die Mauer eine neue Abdeckung, weil ein Großteil der Biberschwänze kaputt ist. Rund 50000 Euro hat die Sanierung gekostet.

Besamungsstation: Schwer lag der Duft in der Luft, wenn in der Besamungsstation in Bergheim die Eber „ihren Mann“ stehen mussten. Das liegt schon einige Jahre zurück. Die Ställe werden kaum mehr genutzt, und wenn, dann als Quarantänestation für Schweine, wie Gensberger erzählt. „Bayerngenetik ist nicht mehr am Standort interessiert“, sagt er. Man sei in „angenehmen Gesprächen“ um die Zukunft des Areals. Für Bergheim wäre es sein Vorteil, wenn der Standort geschlossen würde. Bislang gilt ein Immissionsschutz von 200 Meter für Wohnbebauung. Könnte der aufgehoben werden, hätte Bergheim Erweiterungsmöglichkeiten in Richtung Irgertsheim.

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