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Neuburg

27.03.2017

Was passiert mit dem geerbten Grundstück?

Mexi und Kira nehmen vor ihrem Herrchen Platz.
Bild: Manfred Dittenhofer

Der Tierschutzverein zählt seine Vorschläge auf, was mit dem neuen Grundstück passieren soll.

Mexi und Kira lugen interessiert unter dem Tisch hervor. Als ob die beiden verstünden, dass es um das Wohl von Ihresgleichen geht. Alleine 469 Hunde hat das Tierheim Riedensheim im vergangenen Jahr betreut. Dazu kamen 342 Katzen, 153 Kleintiere und 36 Großtiere. Viele von ihnen bleiben Dauergäste in der ehemaligen Standortschießanlage, die sich seit Bestehen zu dem Vorzeigetierheim Bayerns, wenn nicht Deutschlands, entwickelt hat. Schnell helfen sie, und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer rund um Tierheimleiter und Tierschutvereinsvorsitzenden Gerd Schmidt. Der hat am Freitag Bilanz für 2016 gezogen. Und einen wahrlich spannenden Ausblick für das noch junge Jahr gegeben.

In den nächsten Wochen und Monaten soll sich entscheiden, wie das Grundstück in Ingolstadt genutzt werden soll, das der Tierschutzverein im vergangenen Jahr geerbt hat. Das 8000 Quadratmeter große Areal inklusive einem Haus mit mehreren hundert Quadratmetern Wohnfläche hinterließ eine Dame, die sich vor rund fünf Jahren das Tierheim zeigen ließ. Das Nächste was Gerd Schmidt von ihr hörte, war ein Brief vom Nachlassgericht. Der Tierschutzverein sollte das Grundstück erben. Statt an einen Verkauf zu erwägen, denkt Schmidt an die Möglichkeiten, die das Areal dem Tierschutz eröffnet. Seit Monaten wird nun das Grundstück, das jahrelang komplett verwildert war, hergerichtet. Schmidt tat sich mit der Stadt Ingolstadt zusammen und entwickelte mit Bürgermeister Albert Wittmann und mit dem Ingolstädter Ordnungsamt Nutzungsideen.

Die Planungen sehen Volieren vor 

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Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Aber die Planungen zeigen in folgende Richtung: Auf dem Areal könnte der Tierschutzverein Neuburg-Schrobenhausen 300 Tauben, die die Stadt Ingolstadt gefangen hat, in Volieren unterbringen. Außerdem denkt Schmidt an eine Papageien-Auffangstation. Sie wäre einmalig in Deutschland. Und ein Hundehospiz könnte Vierbeinern ihre letzte Lebensphase erleichtern helfen.

Vorher sind noch viele Fragen zu klären. Die Zufahrt zu dem Grundstück und der Kanal dorthin liegt auf dem Grund eines Nachbarn, der sich nicht mehr an das mündlich vereinbarte Wegerecht seines Vorfahren gebunden sieht. Schmidt arbeitet noch an einer Einigung. Das Testament zu erfüllen kostet Geld - rund 60000 Euro sind bereits ausgegeben. Und außerdem gibt es gleich mehrere Rechtsstreitigkeiten. Der enterbte Sohn will seinen Pflichtteil. Außerdem klagt ein Rechtsanwalt auf Honorarkosten für die angebliche Nachlassverwaltung. Alles nicht einfach. Aber der Tierschutzverein kann sich das leisten. Gott sei Dank, so Schmidt, denn ein Verkauf wäre die schlechteste Lösung. „Wir dürfen als Gemeinnütziger Verein kein Vermögen anhäufen, müssten also sofort wieder investieren.“ Und ein solches Grundstück sei ein Glücksfall. „Außerdem hat sich die Dame sicherlich ihre Gedanken darüber gemacht, warum sie ihr Grundstück mit Haus dem Tierschutzverein vermacht.“ Da das Areal im Außenbereich liegt, sind dort eh nur privilegierte Baumaßnahmen erlaubt.

Es steht noch viel Arbeit an

Perfekt für die Pläne von Schmidt. Es liegt noch viel Arbeit vor den Mitarbeitern, Helfern und dem Vorstand. Aber der Verein kann dieses Projekt finanziell stemmen. Das zeigen auch die Zahlen, die Schatzmeister Roland Idecke auflegte. 354000 Euro an Einnahmen stehen 340000 Euro an Ausgaben gegenüber. Mit dem Überschuss wurde ein Darlehen abgelöst. Der Verein ist nicht nur für die Vierbeiner eine Erfolgsgeschichte. Er steht auch finanziell auf sehr gesunden Beinen. Die Beiträge von 2400 Mitgliedern, Spenden in Höhe von über 100000 Euro, die Beiträge der Kommunen für die Sicherstellung von Fundtieren und nicht zuletzt Vermietung, Verpachtung und Tierpension. Der Verein verfügt über gute Einnahmequellen. Und so kann er ein Projekt zusammen mit der Stadt Ingolstadt meistern, bei dem er eigentlich auch den Tierschutzverein Ingolstadt dabei haben wollte. Dort aber fehlen zwei Dinge, die die Riedensheimer haben: Geld und Eintracht unter dem Vorstand und den Mitgliedern.

Ein Schreiben der Vereinigung der Zirkusbetreiber brachte Neuburgs Bürgermeister Rüdiger Vogt mit auf die Sitzung. Darin droht die Vereinigung der Stadt mit Klage, sollte das vom Stadtrat verhängte Verbot für Auftritte von Wildtieren auf Neuburger Gelände nicht zurücknehmen. Aber Rüdiger Vogt ist sich ziemlich sicher, dass der Beschluss vor Gericht bestehen werde. Der sei schließlich im Vorfeld genau geprüft worden. „Warten wir ab, was passiert. Das Verbot steht“, sagt er.

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