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Neuburg

14.07.2020

Wasserstoff: Neuburg soll dabei sein

Wenn es um das zukunftsträchtige Thema Wasserstofftechnologie geht, will Neuburg ein Stück vom Kuchen abbekommen.
Bild: picture alliance/dpa

Plus Weil Ingolstadt Wasserstoff-Region wird, soll auch Neuburg jetzt aktiv werden. Was Hans Mayr und Matthias Enghuber mit ihrem Antrag an den Stadtrat bezwecken wollen.

Ingolstadt wird Wasserstoff-Region. Damit verbunden sind nicht nur Forschungsgelder für die Entwicklung von Konzepten. Die Stadt darf im Zuge dessen auch auf die Schaffung und Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze hoffen. Nun soll Neuburg sich daran hängen, um ebenfalls etwas von diesem zukunftsträchtigen Kuchen abzubekommen. Das jedenfalls ist das Ziel von Stadtrat Hans Mayr und seinem CSU-Kollegen und Landtagsabgeordneten Matthias Enghuber. Sie wollen, dass auch Neuburg offiziell sein Interesse an der CO²-freien Zukunftstechnologie bekundet.

Einen dementsprechenden Antrag haben sie an Oberbürgermeister Bernhard Gmehling geschickt und gebeten, dass er im Stadtrat behandelt wird. Neuburg soll sich der Wasserstoffinitiative der Bundesregierung und der Bayerischen Wasserstoffstrategie anschließen. Im Zuge dessen soll sich Neuburg verstärkt um die Ansiedelung von Wirtschaftsbetrieben und Forschungsinstituten bemühen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Neuburg soll eine enge Zusammenarbeit mit der TH Ingolstadt anstreben

Anzustreben ist dabei insbesondere eine enge Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI), die künftig ja auch in Neuburg ein Standbein haben wird. Neuburger Betriebe, die sich auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie engagieren, „sollen in allen Belangen bestmöglich unterstützt werden“, heißt es im Antrag weiter. Im Sinne der Bayerischen Wasserstoffstrategie soll eine Zusammenarbeit mit dem Wasserstoffzentrum Bayern in Nürnberg aufgebaut werden, um ausgehend von Neuburg für die gesamte Region einen grünen Wasserstoffkreislauf aus Erzeugung, Verteilung und Wasserstoffmobilität (ÖPNV und Individualverkehr) mit Partnern aus der Wirtschaft aufzubauen.

Ihre Unterstützung angeboten haben bereits Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl. Dessen Bitte war es, zunächst mit Ingolstadt Kontakt aufzunehmen und zu prüfen, ob und wie man Neuburg und die dortige Handwerkerschaft mit integrieren kann. Schließlich sei die Region unter Federführung der Stadt Ingolstadt bereits in einem Förderverfahren zu Wasserstoff. Außerdem, so Brandl, sollte man sich in der Region inhaltlich abstimmen und nicht doppeln.

Ingolstädter Konsortium zählt zu Gewinnern eines Bundeswettbewerbs zum Thema Wasserstoff

Der Bitte ist Hans Mayr bereits gefolgt. Zwei Stunden habe er mit Prof. Georg Rosenberg, Vorstand der Ingolstädter Wirtschaftsfördergesellschaft IFG, bereits über das Thema gesprochen. Die IFG stand an der Spitze eines Ingolstädter Konsortiums, das zu den Gewinnern des vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur ausgeschriebenen Wettbewerbs „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ zählte. Der Ingolstädter Konzeptvorschlag „IN2H2“ zielt darauf, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Einführung von Wasserstoffmobilität in den kommunalen Fahrzeugflotten in Verbindung mit lokaler Wasserstoffproduktion fundiert zu untersuchen. Der Konzeptvorschlag überzeugte die Expertenjury, sodass Ingolstadt als eine von 13 Regionen in der Kategorie HyExperts die Förderung von 300.000 Euro erhalten hat, um ein detailliertes Umsetzungskonzept auszuarbeiten.

Konkret fokussiert das Projekt auf der Verbraucherseite die Einführung von Brennstoffzellenbusse im ÖPNV und die Einführung von brennstoffzellengetriebenen Nutzfahrzeugen (Müllsammelfahrzeuge und Kehrmaschinen). Alleinstellung des Konzepts ist die lokale Produktion: Hier soll untersucht werden, inwiefern – mindestens in einer Übergangsphase bis zur Verfügbarkeit grünen Wasserstoffs – der von der Ingolstädter Raffinerie Gunvor im Überschuss für seine industriellen Prozesse produzierte Wasserstoff für die lokale Versorgung genutzt werden kann.

Ob und was für Neuburg beim Thema Wasserstoff herausspringt, ist offen

„Natürlich kann keiner wissen, ob da am Ende für uns etwas herausspringt. Aber vor jedem Erfolg steht auch immer ein gewisses Risiko“, erklärt Hans Mayr seine und Matthias Enghubers Initiative. „Auf alle Fälle müssen wir unser echtes Interesse signalisieren und offen sein.“ Weg von Öl und Gas und hin zu umweltfreundlichen Energieträgern sei die Zukunft, so Mayr. Ohne ernsthafte eigene Initiativen würde es Audi nicht in Neuburg geben und auch kein Campus oder die zweite Donaubrücke kommen. Gerade mit Blick auf den künftigen THI-Ableger hofft Mayr, „dass wir damit, auch was die Wasserstofftechnologie betrifft, für Neuburg was an Land ziehen können“.

Das dann auch für den Landkreis einen Nutzen hätte. Denn durch die Erdgasleitungen, an die aktuell zum Beispiel die Gemeinden Rohrenfels und Königsmoos angeschlossen sind, kann jedenfalls rein theoretisch auch Wasserstoff fließen.

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