Weichering Wenn Thomas Mack an den Ärger manchen Bürgers denkt, der sich wegen der Scherm-Erweiterung gegen den Karlskroner Gemeinderat richtet, dann wird ihm etwas unwohl. Denn als Bürgermeister von Weichering stand er selbst auch schon einmal in der Schusslinie, als am Weicheringer Weiher eine Outdoor-Erlebniseinrichtung zur Disposition stand. Auch er musste sich damals den Vorwurf gefallen lassen, nicht ausreichend im Vorfeld informiert zu haben.
Welche Themen könnten auf Unmut stoßen? Bei welchen Entscheidungen sollen Bürger mit einbezogen werden? Es sind Fragen wie diese, die Mack spätestens seit den Querelen in der Nachbargemeinde wieder beschäftigen. Denn obwohl die Gemeinderatssitzungen öffentlich seien, gebe es so gut wie nie Zuhörer. Und auch die Bürgerversammlungen würden meist nur von Bürgern genutzt, die ohnehin über das kommunale Geschehen im Bild seien. „Das Problem ist, dass es meist erst dann einen Aufschrei gibt, wenn eine Sache beschlossen ist“, weiß Mack, ohne jedoch eine Lösung parat zu haben, wie man Bürger grundsätzlich im Vorfeld stärker informieren könnte.
Ein Thema, das in nächster Zeit viele Weicheringer interessieren könnte, ist die anstehende Schulsanierung. Dieses Jahr will die Gemeinde mit den Planungen beginnen und grundsätzliche Fragen klären – also, ob sich eine Sanierung lohnt oder, ob ein Neubau besser wäre. Während andere Gemeinden wie Burgheim oder Rennertshofen schon Jahrgänge auslagern mussten, weil nicht genügend Schüler zusammenkamen, hat Weichering keine Probleme. „Wir sind die einzige Gemeinde im Landkreis, in der die Schülerzahlen steigen“, sagt Mack. Zumindest für die kommenden sechs Jahre gilt der Schulstandort als gesichert.
In Angriff genommen werden soll dieses Jahr auch der neue Bauhof, der auf dem Gelände der Kläranlage errichtet werden soll. 500000 Euro wird der Bau kosten, doch dann hat die Gemeinde endlich eine zentrale Anlaufstelle. Denn bislang verstreuen sich die Gebäude über drei Standorte (alte Schmiede in Lichtenau, Muna-Gelände, Kläranlage). Baubeginn soll je nach Witterung im April/Mai sein, und fertig soll alles Ende des Jahres sein.
Wunsch: seniorengerechte Wohnungen im Ortszentrum
In greifbarer Nähe ist der Anschluss aller Haushalte in der Gemeinde an eine schnelle Internetautobahn. Nach den Worten von Mack sollen schon Ende Februar die Weicheringer, Lichtenauer und die Bewohner der Osterfeldsiedlung mit 50 Mbit surfen können. Einzelgehöfte konnten an das Glasfasernetz nicht angeschlossen werden, weil die Entfernung zum Verteiler zu weit ist. Für sie gebe es aber schnellere Verbindungslösungen über Digitalfunk.
Außerdem plant die Gemeinde einen Radweg zwischen Weichering und Lichtenau, den Ausbau der Verbindungsstraße nach Hagau sowie einen großzügigeren und behindertengerechten Eingangsbereich für das Rathaus. Über die Finanzierung all dieser Vorhaben muss sich die Kommune keine Sorgen machen: Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 44 Euro und zwei Millionen Euro auf der hohen Kante steht die Gemeinde gut da.
Im Großen und Ganzen ist Thomas Mack mit der Entwicklung in seiner Gemeinde recht zufrieden. Nur einen Wunsch konnte er bislang nicht umsetzen: seniorengerechte Wohnungen in zentraler Lage. Mack stellt sich einen Komplex mit sechs bis acht Wohnungen vor, in dessen Erdschoss beispielsweise ein Friseur und ein kleines Café untergebracht sind. Leider gibt es in adäquater Lage keine freien Bauplätze in Weichering. Doch vielleicht, so hofft er, bietet ihm irgendwann ein Privatmann ein bebautes Grundstück an.