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Neuburg

11.12.2020

Weihnachten in Neuburg: Nur noch mit Eintrittskarten zum Gottesdienst?

Die Corona-Pandemie lässt Christmette, Krippenspiel und Gottesdienst in diesem Jahr nicht wie gewohnt zu.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Plus Neuburgs Pfarrer arbeiten für Heiligabend an Konzepten unter freiem Himmel und mit viel Platz. Doch nun sind Gottesdienste mit dem „Charakter einer Großveranstaltung“ untersagt.

Das Weihnachtsfest wird in diesem Jahr nicht so sein wie gewohnt. Doch die Kirchen arbeiten seit vielen Wochen daran, allen Menschen einen Gottesdienst an Heiligabend zu ermöglichen. Mit viel Zeit und Mühen befassen sich die Pfarrer und ihre Mitarbeiter mit alternativen Konzepten, um einen möglichst hohen Infektionsschutz zu gewährleisten, wie zum Beispiel bei Freiluftgottesdiensten. Doch nun grätscht ihnen die 10. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung dazwischen.

Corona in Neuburg: Keine Gottesdienste mit Großveranstaltungs-Charakter

Darin heißt es: Gottesdienste, die den Charakter von Großveranstaltungen erreichen, sind untersagt. Aber wie ist eine Großveranstaltung definiert? Und was genau bedeutet „Charakter von Großveranstaltungen“? Fragen über Fragen, aber keine Antworten. Und die Zeit drängt, schließlich steckt Geld und Aufwand in der Vorbereitung der Freiluftgottesdienste. Und falls sie tatsächlich verboten werden, sollten Alternativen angeboten werden. Die Pfarrer sind verärgert.

Pfarrer Jens Hauschild wird deutlich: „Ich vermisse eine klare Ansage und die dürften wir seitens der Politik eigentlich schon erwarten.“ Er organisiert für seine Gemeinde der evangelischen Apostelkirche im Ostend am Heiligen Abend um 17.30 Uhr einen Gottesdienst auf dem Volksfestplatz. Pfarrer Hauschild möchte ihn möglichst kurz halten, aber trotzdem einen stimmungsvollen Gottesdienst anbieten. Der Posaunenchor wird spielen und Kerstin Schulz singen, weil der gemeinsame Gesang coronabedingt untersagt ist.

Für die Gemeinde der Apostelkirche gibt es Heiligabend einen Gottesdienst auf dem Volksfestplatz.
Bild: Johannes Bahr (Archiv)

Die Apostelkirche hat eigens eine Veranstaltungsfirma engagiert, die für eine gute Akustik sorgen wird. Es werden Lautsprechersäulen montiert und Lichter sowie eine Bühne aufgestellt, damit alle Besucher gut sehen und hören können. Finanziell ist das kein Pappenstiel für die Neuburger Gemeinde. „Wenn uns das kurz vor Weihnachten von der Regierung gestrichen wird und Konventionalstrafen fällig werden, dann werde ich richtig sauer“, sagt Hauschild.

Er kann nicht verstehen, was an einer Großveranstaltung schlecht sein soll: Frische Luft, viel Platz und viele glückliche Menschen. Ganz im Gegensatz zu Gottesdiensten in den den Kirchen. Dort muss die Zahl der Besucher beschränkt werden. Die Apostelkirche hat deswegen ein Anmeldeportal eingerichtet für die Gottesdienste für Familien mit kleinen Kindern am Heiligen Abend um 14.30 und 16 Uhr. Wer sich dort einträgt, erhält eine Antwort per E-Mail, die als Eintrittskarte zu den Gottesdiensten gilt. Auch eine nachträgliche Stornierung wird in der E-Mail ermöglicht.

Heiligabend und Corona: Neuburger Ulrichskirche hat ein Platzkartensystem

„Leider können wegen der coronabedingten Vorschriften nur jeweils 110 Personen pro Veranstaltung dabei sein“, erklärt Hauschild. Den Link für den Zugang findet man auf der Webseite der Kirchengemeinde (www.apostelkirche-neuburg.de) und in dem Facebookauftritt der Apostelkirche.

Die Neuburger Ulrichskirche hat sich von Anfang an für ein Platzkartensystem entschieden. Ein Freiluftgottesdienst war nie geplant. Die Formulare liegen aus und können an den Adventssonntagen nach dem Gottesdienst abgegeben werden. Für alle Messen gibt es noch Karten. Am Heiligen Abend findet um 15 Uhr die Kinderkrippenfeier statt, die sonst um 16 Uhr über die Bühne ging. Um 17 Uhr wurde ein Gottesdienst für Senioren eingeschoben und um 20.30 Uhr findet die Christmette statt. In St. Luzia in Zell findet die Mette um 17.30 Uhr mit Anmeldung statt. Das Anmeldesystem funktioniere ganz gut, heißt es aus der Kirchenverwaltung, auch wenn es mit viel Arbeit verbunden sei.

Drei gemeinsame Gottesdiensteauf dem Karlsplatz haben die Christuskirche und die Pfarreiengemeinschaft Neuburg geplant.
Bild: Florian Anker (Archiv)

Drei gemeinsame Gottesdienste (um 16, 17 und 18 Uhr) auf dem Karlsplatz haben die Christuskirche und die Pfarreiengemeinschaft Neuburg geplant. „Und Stand heute halten wir daran fest“, sagt Pfarrer Steffen Schiller. Vor der traumhaften Kulisse der Altstadt mit beleuchteten Linden und einem Christbaum sollen die Wortgottesdienste das Ambiente des Karlsplatzes miteinbeziehen. Rund 40 Minuten sollen sie dauern und jedes Mal könnten zwischen 450 und 500 Personen teilnehmen – eine Zahl, die unter Einhaltung der Hygienebedingungen in keiner Kirche in Neuburg möglich wäre.

Sollten die Freiluftgottesdienste tatsächlich nicht stattfinden dürfen, dann werden wohl beide Kirchen für ihre Kirchen-Gottesdienste mit einem Eintrittskartensystem arbeiten müssen. Pfarrer Schiller hofft, dass ihnen das erspart bleibt und es bald eindeutige Aussagen gibt.

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