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Heiligenserie

16.11.2018

Wein und Bier, dazu rät der Heilige dir

Otmar als Abt mit Weinfass in der Wallfahrtskirche St. Othmar bei Pöttmes
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Otmar als Abt mit Weinfass in der Wallfahrtskirche St. Othmar bei Pöttmes
Bild: Thomas Brom

Am 16. November feiert Otmar Namenstag. Er gilt als Schutzpatron der Winzer und kranker Kinder. Zu alljährlichen Wallfahrt machen sich auch Pilger aus der Gemeinde Ehekirchen auf den Weg über die Landkreisgrenze

Was muss das für ein sympathischer Heiliger sein, der gleichwohl zu Wein wie zu Bier in guter Verbindung steht? Das ist Ot(h)mar von St. Gallen. Otmar wurde um das Jahr 690 in der Nähe von St. Gallen ( Schweiz) geboren und an der Domschule in Chur ausgebildet.

Nach der Priesterweihe setzte ihn König Pippin als Verwalter der Einsiedelei des heiligen Gallus ein. Diese Zelle baute er 719 zum Benediktiner-Kloster aus, als dessen Abt er erstmals 745 urkundlich genannt wird. Seine guten Beziehungen zum Königshaus, aber auch die Angst großer Grundeigentümer vor der Enteignung durch die Karolinger, bescherten seinem Kloster viele großzügige Schenkungen. Die Abtei wurde sehr reich. Ein Bauer vermachte dem Kloster wiederkehrend ein größeres Quantum an Bier. Dabei wird 753 zum allerersten Mal der Gerstensaft urkundlich erwähnt.

Das soziale Engagement Otmars war sprichwörtlich. Er stiftete das erste Leprosenhaus der Schweiz, ein Spital und ein Armenhaus folgten. Die Insassen pflegte er persönlich. Otmar bekam dafür den Ehrentitel „Armenvater“. Abt Otmar geriet zwischen die politischen Fronten von Alemannen und Franken. Verhaftung und Einkerkerung war die Folge. Das Urteil lautete: Tod durch Verhungern. Die Strafe wurde in lebenslänglich umgewandelt. Auf der Insel Werd bei Stein am Rhein bekam er Asyl. Die erlittenen Misshandlungen in der Haft führten 759 aber zum baldigen Tod. Zehn Jahre nach der Beisetzung holten Mitbrüder den Leichnam ins Kloster heim. Diese Mönche hatten ein Fässchen Wein als Marschverpflegung dabei. Trotz eines großen Durstes auf dem Hin- und Rückweg soll das Fässchen bei der Rückkehr in St. Gallen immer noch randvoll gewesen sein.

864 sprach der Konstanzer Bischof Otmar heilig, die Reliquien wurden 867 in der Klosterkirche „St. Otmar“ von St. Gallen beigesetzt. Seither hat diese Kirche zwei Patrone – Gallus und Otmar.

Als die Schweizer am Otmarstag des Jahres 1315 einen großartigen Sieg über die Habsburger errangen, wuchs die Popularität des Heiligen in der Schweiz sprunghaft an.

Otmar ist Patron des Bistums St. Gallen, dazu der Winzer. Sogenannte Otmar-Kittel, die auf den Heiligen geweiht waren, wurden kranken Kindern neun Tage lang angezogen. Das sollte die Heilung durch die Fürbitte des Heiligen fördern.

In unserer Gegend steht einen Kilometer südlich von Pöttmes auf einer bewaldeten Anhöhe die kleine Kirche St. Othmar. Jährlich pilgern um den Gedenktag des Heiligen viele Gläubige dorthin. Auch aus Bonsal bei Ehekirchen machen sich Wallfahrer dorthin auf den Weg. Am Samstag, 17. November, um 5.15 Uhr ziehen sie von der Bonsaler Kirche zu Fuß nach St. Otmar. Der Gottesdienst ist um 9 Uhr. Jeder ist eingeladen.

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