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Bevölkerungswachstum

18.03.2015

Weiter, immer weiter

Frühlingszeit ist Wachstumszeit. So gesehen, erlebt Ingolstadt einen Jahre anhaltenden Frühling. Bis 2034 könnte die Stadt auf über 160000 Einwohner kommen. 8,7 Prozent hat das Landesamt für Statistik berechnet. Nur München hat mehr (13,4 Prozent).
Bild: AZ

Im vergangenen Vierteljahrhundert ist Ingolstadt um ein Drittel größer geworden. Bis zum Jahr 2034 könnte es deutlich über 160000 Einwohner haben

Man hat sich in Ingolstadt während der vergangenen Jahre daran gewöhnt, größer zu denken. Das soll sich nicht ändern. Im Gegenteil.

Oberbürgermeister Christian Lösel ( CSU) sprach gestern bei der allwöchentlichen Pressekonferenz der Stadt über das für die kommenden Jahre und Jahrzehnte prognostizierte Bevölkerungswachstum von Ingolstadt. Lösel geht davon aus, dass man bis zum Jahr 2034 auf über 150000 Einwohner kommen wird. Vielleicht sogar mehr. Je nachdem wie progressiv man die statistischen Daten auslegen möchte, wären auch mehr als 160000 oder 170000 nicht unrealistisch.

Etwa 1300 Neue im Jahr

Grundlage für die Zahlen sind Berechnungen des Statistikamtes: Seit rund 40 Jahren wächst Ingolstadt im Schnitt um 1000 Einwohner pro Jahr. Der Zuwachs habe – je nach Zeitspanne – beträchtlich geschwankt, aber längerfristig komme man auf einen Wert von tausend Neue pro Jahr.

In der letzten Dekade allerdings seien nun im Schnitt 2200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro Jahr entstanden. Da auf zwei solcher Jobs statistisch ein neuer Ingolstädter komme, erhöht sich also der Schnitt. Und mehr Zugereiste bedeuten auch wieder höheres Bevölkerungswachstum vor Ort. Im Detail ist die Berechnung komplizierter (mit Pendlerströmen und Sterberate), aber so kalkuliert käme man auf etwa 1300 Neue im Jahr und landet somit bei über 160000 im Jahr 2034. Wenn man dann noch mit berücksichtigt, dass ein Mehr an Wachstum in der Stadt und ihrem Speckgürtel (Region 10) auch nicht ausgeschlossen ist, dann erreicht man den Punkt, den der OB gestern machen wollte.

Es langt auf der Schanz nicht mehr XL zu denken, sondern bei allem, was man in Sachen Straßenprojekte, sozialem Wohnungsbau, Hochbau und Flächengestaltung so vorhat, braucht Ingolstadt bei der Planung eine XXL-Perspektive. Lösel sagte es so: „Wir müssen den Blick für dieses Wachstum öffnen.“ Und schloss die rhetorische Frage an: „Sind wir als Stadt – mental und planerisch – dafür gut gerüstet?“ Lösel meint: ja. Denn: Schließlich wachse die Stadt. Und das (so der argumentative Zirkelschluss) wäre kaum der Fall, wenn der Standort unattraktiv wäre. „Wir stehen im Moment sehr gut da.“ Aber damit das auch in Zukunft so bleibe, mache es Sinn, sich die Wachstumsdimension nochmals zu verdeutlichen.

Da ist es gut, dass OB Lösel mit Blick auf die aktuelle, an dieses Thema anschließende, von CSU-Fraktionschef Joachim Genosko angestoßene Debatte um Audi, den Stadtverkehr und die Busfinanzierung, auch noch dies sagte: Er und Audi-Chef Stadler hätten ein „absolutes Vertrauensverhältnis“. Man telefoniere regelmäßig.

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