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Königsmoos

24.11.2019

Welche Pläne in Königsmoos anstehen

In den Straßen Königsmoos’ wird weiterhin die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert. Fast 1000 Verstöße wurden bis Ende Oktober gezählt.
Foto: Julian Würzer

Bürgermeister Heinrich Seißler spricht unter anderem über den Dorfladen, Raser und das Mehrgenerationenhaus. Was sich die Besucher wünschen.

Die Aufregung vor der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr war groß. Eine Woche, bevor Bürgermeister Heinrich Seißler zu den Einwohnern der Moosgemeinde sprach, erlangte Königsmoos durch das Hunde-Drama überregionale Bekanntheit. Diesmal war es sowohl im Vorfeld als auch während der Versammlung im Sportheim in Klingsmoos ruhig. Stattdessen nutzte der Rathauschef die Gelegenheit, die rund 60 erschienenen Bürger über die Projekte des laufenden sowie über die Pläne des kommenden Jahres zu informieren. Wir haben die wichtigsten Themen zusammengefasst:

  • Bauplätze: Die Einwohnerzahl der Gemeinde wächst – und damit auch die Nachfrage nach Bauplätzen. Naturgemäß stehen die Baugebiete besonders im Fokus. Abhilfe für die hohe Nachfrage sollen die beiden Neubaugebiete Kirchfeld in Ludwigsmoos und Bürgermeister-Bitterwolf-Straße in Stengelheim schaffen. Insgesamt 73 Parzellen entstehen. „Voraussichtlich können wir ab 2020 die ersten Plätze endlich vergeben“, sagte Seißler am Freitagabend. Die Gemeinde hofft sogar, dass dort CO2-neutrale Siedlungen entstehen. Weitere Bauplätze hat Königsmoos darüber hinaus derzeit nicht zur Verfügung.
  • Infrastruktur: Ein leidiges und wichtiges Thema zugleich im Donaumoos: beschädigte Straßen, Rad- und Gehwege. Auch mehrere Bürger sprachen das Thema während der Versammlung an. Sie wünschten sich breitere Radwege und umfassende Sanierungen. Wirklich Hoffnung konnte Seißler den Anwesenden aber nicht machen. Da sich große Teilstrecken in einem noch guten Zustand befänden, hätten sich die Gemeinderäte dazu entschieden, lediglich die schlimmsten Stellen zu flicken. Und davon gibt es eine ganze Menge. „Generalsanierungen auf längeren Strecken bei unserem Gehwegenetz haben wir auf kommende Jahre verschoben“, erklärte der Bürgermeister. Eine Verbreiterung der Radwege sei schlicht und ergreifend nicht bezahlbar. Kümmern wird sich die Gemeinde stattdessen um den Neubau der Achbrücken am Erlengraben und an der Sandizeller Straße.
    Gut 60 Bürger sind der Einladung von Bürgermeister Heinrich Seißler am Freitagabend ins Sportheim nach Klingsmoos gefolgt. Dort informierte er die Einwohner über die Projekte und Pläne, die in Königsmoos anstehen. 
    Foto: Fabian Kluge
  • Großprojekte: Eines der größten und teuersten Projekte konnte die Gemeinde in diesem Jahr mit der Einweihung des neuen Anbaus am Kindergarten abschließen. Über 200 Kinder werden in der Krippe und dem Kindergarten betreut. Pro Kind gibt Königsmoos rund 4400 Euro jährlich aus. Das neue Feuerwehrhaus der Feuerwehr Untermaxfeld neben dem Rathaus ist nahezu fertig. Eingeweiht wird es im kommenden Jahr. Ebenfalls gestartet ist das Mehrgenerationenhaus in Klingsmoos. Gabriele Bauer kümmert sich um das Projekt. Mittlerweile sind alle zwölf Wohnungen bezogen, das Alter der Bewohner reicht von fünf bis über 80 Jahren. Veranstaltungen, die in dem Treffpunkt für Jung und Alt stattfinden, sind unter anderem ein Handarbeitscafé oder die Hitparade der Volksmusik.
  • Nahversorgung: Beim Thema Nahversorgung hatte Bürgermeister Seißler gute und schlechte Nachrichten im Gepäck. Während der Verbrauchermarkt in Stengelheim im August eröffnet hat, ist das Vorhaben des Dorfladens in Klingsmoos ins Stocken geraten. „Da sind uns die Kosten davon galoppiert“, gab Seißler zu. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig der Dorfladen für die Nahversorgung der Bürger sei. Dieses Projekt wird die Gemeinde im kommenden Jahr verstärkt beschäftigen.
  • Verkehr: Die kilometerlangen und kerzengeraden Gemeindestraßen verleiten viele Autofahrer zum Rasen. 996 Verstöße hat die kommunale Verkehrsüberwachung bis Ende Oktober verzeichnet. Am häufigsten gerast wurde in der Ehekirchener Straße. Immer wieder gebe es Autofahrer, die mit mehr als 100 Stundenkilometern in den geschlossenen Ortschaften unterwegs sind, erklärte der Rathauschef. Alleine in diesem Jahr mussten deshalb bereits 36 Fahrverbote verhängt werden. Seißler und seine Kollegen sehen sich deshalb gezwungen, die kommunale Verkehrsüberwachung weiterlaufen zu lassen – schon alleine wegen der erzieherischen Maßnahme, sagte der Bürgermeister.
  • Rathaus: Geplant hatten sie die Gemeinderäte schon in diesem Jahr, verwirklicht soll sie nun aber 2020 werden: die Barrierefreiheit im Rathaus. Ein Aufzug soll installiert werden, der es gehbehinderten Menschen ermöglicht, zum Sitzungssaal im ersten Stock zu gelangen. Zudem sollen behindertengerechte Toiletten im Rathaus entstehen. Seißler versprach: „Wir werden die Planungen mit Hochdruck anschieben.“
  • Wünsche: Abgesehen von den kaputten Radwegen musste sich Seißler kaum kritischen Fragen stellen. Eine Bürgerin wollte wissen, wo in der Gemeinde Hundetoiletten zu finden seien. Der Bürgermeister kommentierte: „Das sind die Restmülltonnen. Die Gemeinde ist 18 Kilometer lang, da kann man nicht einfach irgendwo anfangen.“
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