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Neuburg

17.05.2019

Weniger Filialen sind Trend der Zeit geschuldet

Überwiegend Zustimmung für die Entscheidungen von Aufsichtsrat und Vorstand herrschte bei den Genossenschaftsvertretern.
Bild: Manfred Dittenhofer

VR-Bank Neuburg-Rain schließt zwei Filialen in Bayerdilling und Münster. Das kam auf der Versammlung der Vertreter nicht gut an. Auch ein Neu- und Umbau war Thema.

Seit Jahren sorgt die Europäische Zentralbank mit ihrem Kurs der Niedrigzinspolitik bei den Banken für einen Rückgang der Einnahmen im klassischen Zinsgeschäft. Jährlich laufen alte Kreditverträge aus und werden durch zinsgünstigere ersetzt. Unter den geringeren Zinsspannen leidet auch die VR-Bank Neuburg-Rain. Aber auch andere Entwicklungen verändern das Arbeits- und Umfeld der Genossenschaftsbank, wie in der Vertreterversammlung am Donnerstagabend erklärt wurde. Trotz dieser Umbrüche ziehen Aufsichtsrat und Vorstand eine positive Bilanz.

Neben der Zinslandschaft, „die flach ist, wie das Donaumoos“, sorgen die Digitalisierung, das veränderte Kundenverhalten und die zunehmende staatliche Regulierung im Bankensektor für Umbrüche und Veränderungen bei den Banken. Vor allem das geänderte Kundenverhalten sei der Grund, so Vorstand Werner Halbig, dass die VR-Bank zum 1. September zwei ihrer Zweigstellen schließen wird. Betroffen sind die Filialen in Münster und in Bayerdilling. Die Kunden aus Münster werden dann von der Filiale in Holzheim betreut. Die Bayerdillinger VR-Kunden müssen dann nach Rain. Die Bargeldversorgung werde gerade mit zwei Einzelhändlern vor Ort verhandelt, sodass die Bürger beim Einkaufen auch gleich noch Geld abheben können, so der Bankdirektor.

VR-Bank-Schließungen: Münsters Bürgermeister wettert

Nicht gut kamen die Schließungsabsichten bei den Vertretern aus diesen betroffenen Gemeinden an. Vor allem Münsters Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier wetterte, dass er sich von einer Genossenschaftsbank mehr Betreuung vor Ort wünsche. Ludwig Schlosser, der dem Aufsichtsrat der VR-Bank vorsteht, entgegnete, dass auch eine Genossenschaftsbank betriebswirtschaftlich handeln müsse und zog den Vergleich zu anderen Raiffeisenbanken und zu den Sparkassen der Region. „Wir gehen bei solchen Entscheidungen sehr behutsam vor.“

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Vorstand Werner Halbig nannte konkrete Zahlen zum Kundenverhalten. 57 Prozent der Konten werden online geführt, Tendenz steigend. Der Anteil der Online-Überweisungen ist im vergangenen Jahr von zuvor 70 auf 77 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen bedeute dies, so Halbig, dass sich die manuell erfassten Überweisungen von 58.000 auf 30.000 fast halbiert hätten.

VR-Bank Neuburg-Rain: Nur noch 14 Geschäftsstellen

Der Vorstand kündigte an, dass zusätzlich zu den beschlossenen Schließungen auch die Öffnungszeiten bei manchen Filialen im abwechselnden Turnus angeglichen würden. Künftig zählt die VR-Bank Neuburg-Rain dann noch 14 Geschäftsstellen. Allerdings werden nicht alle jeden Tag geöffnet haben.

Halbig berichtete auch über den Planungsfortschritt bei den Gebäuden am Schrannenplatz und an der Luitpoldstraße in Neuburg. Am Schrannenplatz sei man in Verhandlungen mit potenziellen Mietern aus dem Einzelhandel und der Hotellerie, könne aber erst konkret werden, wenn der Bauantrag genehmigt sei. Der ist momentan in der ersten Auslegungsphase. Für das Gebäude an der Luitpoldstraße sei man nun in die Planung eingestiegen. Das Gebäude werde im Innern umgebaut, die Außenhaut soll nicht verändert werden.

VR-Bank Neuburg-Rain: Gebäude am Schrannenplatz steht leer

Das VR-Gebäude am Schrannenplatz steht inzwischen leer. Wie bereits ausführlich berichtet, ist die Verwaltung nach Kreut in den Neubau gezogen. Die Baukosten für diesen Neubau belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro. Für den Neubau am Neuburger Schrannenplatz plant die VR-Bank rund 20 Millionen Euro ein.

Ein Teil des Aufsichtsrates stand zur Wahl an. Wieder in das Gremium gewählt wurden Ludwig Schlosser, Michael Hesselt, Andreas Hoppe, Xaver Oßwald, Anton Reiter, und Leonhard Schwab.

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