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Rohrenfels

07.08.2017

Wenn Asse aus dem Ärmel fliegen

Bis die vielen Kartentricks von Nico Neuber bühnenreif waren, vergingen zwei Jahre. Er schaute sich Youtube-Videos an, analysierte sie und führte sie seinen Eltern vor. Heute lässt er problemlos Karten fliegen, errät Pin-Codes und versucht sich an kleinen Hypnosetricks.
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Bis die vielen Kartentricks von Nico Neuber bühnenreif waren, vergingen zwei Jahre. Er schaute sich Youtube-Videos an, analysierte sie und führte sie seinen Eltern vor. Heute lässt er problemlos Karten fliegen, errät Pin-Codes und versucht sich an kleinen Hypnosetricks.

Nicolai Neuber aus Rohrenfels interessiert sich für Zauberkunst, insbesondere Kartentricks haben es dem 16-Jährigen angetan. Was er in Zukunft erreichen möchte.

In einer Bäckerei in Neuburg lässt Nicolai Neuber ein junges Mädchen eine Karte aus dem Stapel ziehen. Das Schauspiel zieht schnell ein Publikum an. Doch der 16-Jährige bleibt ruhig und gibt besonnen Anweisungen. „Merk dir die Karte“, sagt er und lässt sie dann in seinem Deck verschwinden. Er mischt den Stapel einige Sekunden, fährt an den Längsseiten der Karten entlang. Dabei verengen sich seien Augen zu schmalen Schlitzen. Der Nachwuchsmagier breitet sie anschließend mal fächerförmig, mal in einer Linie diagonal vor sich aus. Er zieht dann eine Karte – scheinbar willkürlich. „Ist der Pik Bube deine Karte?“, fragt er. Eine Antwort benötigt er nicht. Die großen Augen seines Gegenübers verraten ihm, dass er Mal wieder recht hat.

Verblüffte Blicke, neugierige Fragen und vor allem große Augen ist der 16-jährige Nikolai Neuber aus Rohrenfels mittlerweile gewohnt. Überdrüssig wird er dieser Reaktionen nicht. „Ich finde es toll, wenn Leute fasziniert sind. Genau deshalb mache ich es“, sagt der Jugendliche. „Besonders Kinder lassen sich schnell dafür begeistern.“ Das erste Mal begegnete er der Zauberei im Kindergarten. Ein Magier hatte damals Tauben aus Tüchern gezogen. Das Interesse war geweckt.

In der achten Klasse interessierte er sich zunächst für Tricks mit Münzen. „Ich hätte es so gerne gemacht. Doch es klappt einfach nicht“, gibt der Nachwuchsmagier zu. Als er auf Karten umstieg, merkte er schnell, dass er Talent hat. Er schaute sich Youtube-Videos an, analysierte die Tricks, fand heraus, wie sie funktionieren. „Meine Eltern haben sich am Anfang sicherlich über 200 Tricks anschauen müssen, von denen sie aber auch die Hälfte erraten haben“, erinnert sich Nicolai Neuber. Heute sind seine Tricks komplexer. Problemlos errät der 16-Jährige einen sechsstelligen Pin-Code, das Geburtsdatum eines Fremden und denkt sich sogar eigene Tricks aus. Fehler passieren ihm nicht mehr so oft. „Und wenn doch, dann improvisiere ich einfach“, erzählt der Nachwuchsmagier und lacht. „Es ist alles besser, als den Fehler zuzugeben und von vorne zu beginnen.“

Wer ein guter Illusionist sein möchte, sollte viel Wert auf die Show legen, rät der 16-Jährige. Diese sei häufig auch Bestandteil eines Tricks. Was genau er damit meint, möchte er nicht verraten. Schließlich verrät ein guter Magier seine Geheimnisse nicht. Eins gibt er dennoch preis: „Man sollte mit dem Gegenüber reden. Wer still vor sich herzaubert, wird nicht denselben Effekt erzielen können.“ Einer seiner großen Vorbilder ist deshalb Matt Franco – eine Show-Größe in Las Vegas. „So wie ich, hat auch er sich alles selbst beigebracht“, erzählt der Rohrenfelser. „Das Besondere an ihm ist, dass er sich zu jedem Trick eine eigene Geschichte ausdenkt.“

Wo Matt Franco heute ist, möchte auch Nicolai Neuber hin – auf die große Bühne nach Las Vegas. Um das zu schaffen, übt der Jugendliche mit besonderen Karten aus den USA. „Die haben eine Netzstruktur und kosten fünf Euro das Deck.“ Sein ehemaliger Lehrer Fabian Sommerer ist zu seinem Mentor geworden und unterstützt ihn bei seinem Vorhaben. Seine Eltern stehen ebenfalls hinter dem Nachwuchsmagier. Auch wenn sie natürlich gerne sehen würden, dass ihr Sohn seine Ausbildung bei Audi antritt und diese auch absolviert. Sein Plan für die Zukunft: „Ich möchte unbedingt das nächste Mal beim ,Supertalent’ mitmachen. Das ist meine Chance.“

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