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Verkehrserziehung

05.05.2017

Wenn Kinder von Kindern lernen

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Die Preisträger sorgten auch gleich für den musikalischen Rahmen bei der Preisverleihung des Förderpreises „Innovative Verkehrserziehung in der Schule“. Die Kinder der Grundschule Oberhausen begrüßten die Gäste aus ganz Bayern mit einem Lied.

Die Grundschule Oberhausen wurde für ein innovatives Konzept von der Landesverkehrswacht Bayern ausgezeichnet. Sie setzte sich damit gegen 33 Mitbewerber durch

Die Kleinsten sind im Straßenverkehr auch die Schwächsten. Sie werden leicht übersehen. Und dann hilft auch die ganze Sicherheitstechnik der Fahrzeuge nichts. Deshalb übt früh, wer sicher durch den heutigen Verkehr kommen will. Das dachte sich auch die Grundschule Oberhausen und überlegte sich ein ganz besonderes Konzept der Verkehrserziehung. Das Grundprinzip lautet: Die älteren Schüler geben ihre Erfahrung an die Erstklässler weiter. Dieses Konzept gefiel der Jury so gut, dass sie die Oberhausener Grundschule mit dem ersten Preis des Förderpreises „Innovative Verkehrserziehung in der Schule“ der Landesverkehrswacht Bayern in Zusammenarbeit mit der Stiftung TÜV Südbayern auszeichnete. Die Vergabe der ersten vier Preise hat am Donnerstag im Unterhausener Innovationszentrum stattgefunden.

Die Größeren hatten sich gleich ein ganzes Paket für die Kleinsten in der Grundschule ausgedacht. Vom Flyer bis hin zur Begleitung übernahm die zweite Klasse unter Leitung von Lehrer Matthias Brendel die Ausbildung der ABC-Schützen für einen sicheren Weg von der Schule zum Kindergarten. Dort nämlich findet die Mittagsbetreuung statt. Die Zweitklässler entwarfen einen Flyer, in dem sie acht Gefahrenschwerpunkte für die Kinder aus ihrer Sicht aufbereiteten. „Kinder sehen die Situationen nicht nur aus einem anderen Blickwinkel, sondern auch mit anderen Augen. Die Kleineren wetteifern den Größeren nach. Und die Größeren übernehmen Verantwortung für die Kleineren.

Eine tolle Idee, fand Stefan Graf, Ministerialdirigent aus dem Kultusministerium, der Urkunde und Preisgeld übergab: „1,7 Millionen Schüler besuchen Bayerns Schulen. Die müssen alle gesund in den Schulen und danach wieder zu Hause ankommen.“ Im Lehrplan finde man das Unterrichtsfach Verkehrserziehung nicht. Und das habe seinen guten Grund, denn: „Verkehrserziehung ist ein fächerübergreifendes Erziehungsziel, das in fast allen Schulfächern behandelt werden kann – etwa als Aufsätze in Deutsch, als Berechnungen in Mathe oder in Bildern in Kunsterziehung.“

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Wichtig sei ein früher Beginn der Verkehrserziehung, so Wolfgang Gerstberger, Vizepräsident der Verkehrswacht Bayern. „Eine frühe Erfahrungsgestaltung in der Verkehrsteilnahme ist Teil der Erziehung.“ Für Alois Rauscher, stellvertretender Landrat des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, ist das Verhalten im Straßenverkehr nicht schnell erlernbar, sondern muss geprägt werden. „Was man als Kind angenommen hat, praktiziert man auch als Erwachsener.“ Schulrätin Barbara Keppeler war sichtlich stolz auf die Mädchen und Jungs der Grundschule Oberhausen: „Welch ein Abenteuer ist für die Erstklässler der Weg zur Schule. Und wie toll haben die Zweitklässer sie angeleitet und auf dem Weg zum Kindergarten begleitet.“ Keppeler erhoffte sich auch Anregungen von den anderen drei Preisträgern. Und die bekam die Schulrätin.

Von 34 Einsendungen den vierten Platz, dotiert mit 500 Euro, erhielt die Berufsschule Dachau. Dort ging es um die Verkehrssicherheit von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Die werden bei uns mit einem bunten Schilderwald konfrontiert, der ihnen erst einmal nichts sagt. Radwege kennen sie nicht. Die Berufsschule kümmerte sich um eine praxisnahe Verkehrsausbildung zu Fuß und auf dem Rad.

Den dritten Platz, mit 1000 Euro Preisgeld, belegte die Grundschule Stockheim (Landkreis Kronach) für die Entwicklung eines Schulwegeplans für Radfahrer. Die Maximilian-Kolbe-Förderschule in Lichtenfels bei Coburg nutzt die 1500 Euro Preisgeld für den zweiten Platz für weitere Fahrräder und für eine Funkausstattung. Damit wollen sie noch professioneller ihre Idee vom begleiteten Radfahren am Förderzentrum für geistige Entwicklung verfolgen.

Und auch Oberhausens Grundschule möchte die 2000 Euro Preisgeld für den ersten Platz in die weitere Verkehrserziehung investieren. Klassenlehrer Matthias Brendel freute sich über den Preis gleich noch mehr, als er sah, gegen welche Projekte sich die Idee von Oberhausen durchgesetzt hat. Auch Gerstberger bestätigte, dass es der Jury nicht leicht gefallen sei, die Preise zu vergeben. „Alle 34 Projekte, die wir bewertet haben, waren auf einem sehr hohen Niveau.“

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