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Bergheim

22.09.2019

Wenn der Deich bricht: Feuerwehr übt in Bergheim

Im Rahmen der Brandschutzwochen übten die Freiwilligen Feuerwehren aus Bergheim, Unterstall und Attenfeld die Sicherung eines Deichabschnittes durch Sandsäcke.
Video: Manfred Dittenhofer

Wenn es Hochwasser gibt und ein Damm undicht ist, muss es schnell gehen. Die Feuerwehren aus Bergheim, Attenfeld und Unterstall haben für den Ernstfall geprobt.

Sandsack um Sandsack wanderte von Hand zu Hand die Menschenkette entlang, bis er seinen Platz am Donaudamm fand. So entstand schnell eine Sandsacksperre an einer fiktiven Deichbeschädigung am Sportplatz von Bergheim. Rund 70 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen nahmen am Sonntag im Rahmen der Brandschutzwoche an einer Deichschutzübung der Feuerwehren aus Bergheim, Unterstall und Attenfeld teil. Außerdem halfen Kräfte des Technischen Hilfswerks mit Gerät und Know-how.

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Soll eine Sandsackbarriere effektiv sein, müssen die Säcke richtig gestapelt sein. Und wie man eine Sandsackbarriere an einem beschädigten Deich errichtet, das erklärte Flussmeister Pascal Dittert vom Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt den Floriansjüngern: Ist im Falle einer Hochwassersituation ein Deich gefährdet, muss es schnell gehen. Jeder Helfer muss exakt wissen, was er zu tun hat.

Zur Übung wurde der Donaudeich beim Bergheimer Sportheim mit Sandsäcken gesichert. Alle packen mit an. Um einen Deichabschnitt zu erreichen, sind oft Menschenketten notwendig.
Bild: Manfred Dittenhofer

Feuerwehren aus Bergheim, Attenfeld und Unterstall arbeiten sich zu

Der Flussmeister setzt auf einfache Regeln beim Bau einer Sandsack-Verstärkung. „Jeder Helfer muss schnell einzuweisen sein. Im Ernstfall brauchen wir vielleicht hunderte Menschen.“ Je höher sich eine Schadstelle am Deich befindet, desto kritischer ist sie. Zuerst müsse diese selbst durch einige Sandsäcke abgesichert werden. Dann baut man von unten nach oben zu der Schadstelle hin eine massive Schicht aus Sandsäcken, die sich nach oben hin verjüngt.

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Koordination sei ganz wichtig, neben dem Umgang mit der Sandsack-Füllanlage, sagte auch Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier, der die Übung zusammen mit Kreisbrandinspektor Alois Speth beobachtete. „Wichtig ist es, dass wir den Hochwasserschutz und den Schutz der Deiche immer wieder im Verbund üben.“ Das letzte Hochwasser, bei dem vor allem der Süden des Landkreises betroffen gewesen sei, liege zwar schon einige Jahre zurück. Deshalb dürfe das Thema aber nicht in Vergessenheit geraten.

Mit der Sandsack-Füllanlage kennt sich die Mannschaft der Bergheimer Feuerwehr aus.
Bild: Manfred Dittenhofer

Hochwasserschutz: Jeder Sandsack wiegt rund 15 Kilo

Jeder Sandsack wiegt rund 15 Kilogramm. Um viele solcher Säcke in kurzer Zeit an die Schadensstelle zu bringen, sind oft lange Menschenketten notwendig. Bei den Feuerwehren war die Aufgabenverteilung während der Übung grundlegend schon vorher von Einsatzleiter Florian Riedl festgelegt worden. Die Bergheimer Wehr füllte die Sandsäcke. Die Männer und Frauen der Wehren aus Attenfeld und Unterstall waren für die Deichwache und den Einbau der Sandsäcke zuständig. Und das Technische Hilfswerk half mit Deichberater, Radlader und Stromaggregaten.

Bevor die Schadstelle am Deich mit Sandsäcken verstärkt werden konnte, war erst einmal ein planerischer Aufwand notwendig. Woher kommt der Sand? Wo steht die Füllmaschine, damit sie schnell mit Sand nachgefüttert werden kann – ohne die rund 20 Köpfe starke Mannschaft, die sich um die Säcke kümmert – zu behindern oder zu gefährden.

Kreitmeier erklärte, dass die Füllmaschine so nah wie möglich dort aufgebaut werde, wo der Sand sei: „Können wir eine Sandgrube nutzen, haben wir schon mal ein logistisches Problem weniger, denn der Sand muss nicht angefahren werden. Die Sandsäcke können dann auf Lastwagen verladen und an den Deich gefahren werden.“

Die Sandsack-Befüllmaschine besitzt sieben Füllstationen. So schafft die Mannschaft bis zu 5000 Säcke pro Stunde.
Bild: Manfred Dittenhofer

Zur Übung einen Sandhaufen vor dem Sportheim in Bergheim aufgeschüttet

Zu Übungszwecken wurde ein Sandhaufen auf dem Parkplatz vor dem Sportheim aufgetürmt. Die Bergheimer Feuerwehrleute stellten die Füllmaschine mit insgesamt sieben Füllstationen auf, die bis zu 5000 Sandsäcke pro Stunde schafft.

Die bei der Übung am Sonntag genutzte Sandsack-Füllmaschine gehört dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und wird von der Feuerwehr Bergheim betreut, gewartet, aufgebaut und bedient. Weitere Füllmaschinen sind in den Städten Schrobenhausen und Neuburg vorhanden.

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