Newsticker

Corona-Zahlen in Deutschland: Rund 11.000 Neuinfektionen gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Wenn die Seele Trauer trägt

Neue Traumagruppe

14.03.2013

Wenn die Seele Trauer trägt

Trauen und Schmerz – vor allem nach Tod oder Verlust eines geliebten Menschen – können die Seele überwältigen.

Therapeuten bieten Übungen an, mit deren Hilfe trauernde Menschen Vertrauen und Halt zurückgewinnen können. Beginn des Kurses ist am 2. April

Neuburg Wohin mit Gefühlen, wenn sie einen unversehens überrollen? Mit plötzlicher Freude umzugehen, mag da noch leicht sein. Was aber, wenn Trauer und Schmerz in einer gewöhnlichen Alltagssituation mit solcher Wucht kommen, dass man droht, die Fassung zu verlieren? „Man sperrt diese Empfindungen in einen Tresor ein“, sagt Judith Kilg mit einem stillen Lächeln. „Wenn Sie im Supermarkt an der Kasse stehen und das Gefühl haben, gleich in Tränen auszubrechen, dann sperren Sie Ihre Gefühle in einen inneren Tresor ein.“

Wie das geht, hat Judit Kilg gelernt, hat es lernen müssen. Denn nach dem Tod ihrer elfjährigen Tochter vor zwei Jahren, die von Geburt an schwer krank war, hat sie Situationen erlebt, in denen die Trauer oft über Hand genommen hat. In kritischen Momenten die Tränen zurückzudrängen und die Kontrolle über sich zu behalten, sich selbst zu stabilisieren, das war oft schwer für die „verwaiste“ Mutter.

Allmählich wieder seelisch Fuß zu fassen, hat sie erst trainieren müssen. Sie hatte Hilfe dabei, hatte Übungen und hat nicht nur selbst eine Therapie gemacht, sondern sich auch zur systemischen Familientherapeutin ausbilden lassen.

Sich selbst wiederfinden

Jetzt will Judith Kilg an andere weitergeben, wie man lernen kann, die Trauer in den Griff zu bekommen. Zusammen mit Hans Schöffer von Elisa, der auch Krankenhaus-Seelsorger von St. Elisabeth ist und systemischer Familientherapeut gründet sie jetzt eine Gruppe. Darin geht es um „Stabilisierung“. Es geht darum, sich selbst hinter Schmerz und Trauer wiederzufinden, um Vertrauen zu sich selbst und Halt zu bekommen. Die Seele des betroffenen Menschen soll stabilisiert werden.

„Wenn ein Mensch ein Erlebnis hatte, dass seine Welt so erschüttert hat, dass nichts mehr ist, wie es einmal war, dann erlebt er oft Anspannung, Panik oder Ähnliches mehr“, schildert Hans Schöffer. „Alle Menschen verfügen über Selbstheilungskräfte, die allerdings manchmal verschüttet sind und zu denen sie keinen Zugang mehr haben.“

In der neuen Gruppe können Betroffene lernen, diese Fähigkeit neu zu entfalten und in Kontakt zu kommen mit ihren eigenen Kraftquellen. Neben Gesprächen bieten Hans Schöffer und Judith Kilg vor allem Übungen an, die für die Betroffenen ein Instrument werden, durch das sie sich beruhigen können und zu einem heilsamen Umgang mit sich selbst finden. „Das kann eine gute Grundlage sein für weiteres therapeutisches Arbeiten oder auch eine sinnvolle Ergänzung, wenn eine Behandlung bereits begonnen hat“, so Schöffer.

Info Die Teilnahme an der Trauma-Gruppe ist kostenlos. Der Kurs dauert sechs Abende, findet jeweils dienstags statt und beginnt am 2. April (19 bis 20.30 Uhr). Anmeldungen bis spätestens 25. März an Judith Kilg (E-mail: judith.kilg@web.de) oder Hans Schöffer (Telefon 08431/545105, mobil 0163/8146481, e-mail: hans-schoeffer@kliniken-st-elisabeth.de)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren