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Neuburg-Schrobenhausen

23.06.2017

Wenn die Vogelnester zur Hitzefalle werden

Für die jungen Gebäudebrüter wie Schwalben oder Mauersegler bedeutet die Flucht aus dem Nest wegen der Hitze meist den sicheren Tod.
Bild: Anita Hatlapa

Bei den Gebäudebrütern wie dem Mauersegler stürzen sich die Jungen aus ihren Nestern. Wie man helfen kann, wenn der Nachwuchs den Sturz überlebt hat.

Bei Temperaturen über 30 Grad suchen nicht nur Menschen nach einer Abkühlung, sondern auch viele Tiere. So erreichen den Landesbund für Vogelschutz (LBV) bereits die ersten Anrufe besorgter Bürger, die hilflose Mauersegler-Jungvögel auffinden. Der Nachwuchs der Mauersegler und aller anderen Gebäudebrüter leidet besonders unter den hohen Temperaturen der vergangenen Tage und ihren Folgen. Die Nester heizen sich auf und können zur echten Gefahr werden. Denn die Hitze zwingt die Jungvögel zur oft tödlichen Flucht aus dem Nest.

„Zahlreiche Jungvögel verlassen ihre Nisthilfen oder Nester viel zu früh, da die Temperatur im Brutraum auf ein unerträgliches Niveau von bis zu 100 Grad ansteigen kann“, erklärt die LBV-Biologin Christiane Geidel. Während etwa junge Rotkehlchen oder Meisen besser mit der Nestflucht zurechtkommen, bedeutet es für den Nachwuchs von Mauerseglern, Schwalben und Spatzen unter den Hausdächern den sicheren Tod. Denn die Tiere suchen verzweifelt nach Abkühlung und fallen dabei aus den Nestern. „Wer den Sturz überlebt, dem droht der Tod durch Verhungern. Denn im Gegensatz zu anderen Vogelarten genießen diese Arten keine elterliche Fürsorge mehr, sobald sie das Nest verlassen haben“, so Geidel weiter. Auch Fledermausjungen macht die Hitze sehr zu schaffen. Doch die privaten Pflegestellen und Wildtierauffangstationen haben bereits ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Überall wurden Aufnahmestopps verhängt und auch für die aufwendigen telefonischen Beratungen bleibt meist wenig Zeit.

Wer deshalb jetzt einen Mauersegler- oder Spatzen-Jungvogel findet, der das Nest verlassen musste, kann selbst helfen. Folgende Erste-Hilfe-Ratschläge sollten dabei aber berücksichtigt werden: „Setzen Sie den Jungvogel in einen mit Küchenpapier ausgepolsterten, aber nicht zu großen dunklen Pappkarton mit Luftschlitzen. Verschließen Sie ihn und stellen sie diesen an einen kühlen und ruhigen Ort“, rät die Biologin. Vogelkäfige oder andere Behältnisse sind dafür nicht geeignet, da sie das Gefieder der empfindlichen Segler verletzen. Der Kot muss regelmäßig entfernt werden, damit das Gefieder nicht verschmutzt. „Alle zwei Stunden muss der Schnabel des Vogels mit einem Tropfen Wasser benetzt werden. Das Wasser sollte nicht in den Schnabel eingegeben werden, da die Tiere sich daran verschlucken und ersticken können“, rät Geidel. Etwas heikel ist die Fütterung, denn Mauersegler brauchen Spezialfutter. Hinweise zur Aufbereitung der Futtertiere und zur genauen Durchführung finden Vogelfreunde im Internet unter www.mauersegler.com.

Doch auch alle anderen Vögel benötigen weiter menschliche Hilfe. Viele natürliche Wasserstellen wie Pfützen und Gräben sind ausgetrocknet. Abhilfe schaffen hier Wasserstellen im Garten oder am Balkon, wobei das Wasser täglich gewechselt werden sollte.

Internet

Weitere hilfreiche Tipps hat der LBV auf seiner Webseite zusammengestellt www.lbv.de/traenke www.mauersegler.com

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