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Neuburg

27.06.2017

Wer darf eine Waffe am Schloßfest tragen?

Ein Landsknecht ohne Lanze ist nur schwer vorstellbar. Auch wenn Hofnarr Sepp Egerer die Waffen der Woazenbuam nicht allzu schmerzlich vermissen würde, wie hier bei den Turnierspielen im Marstallhof vor zwei Jahren.
Bild: Bastian Sünkel

Das Schloßfest steht vor der Tür und es herrscht Ungewissheit: Darf man ein (Zier-)Schwert mitbringen? Lassen sich noch Plätze reservieren? Hier sind die Antworten

Komme ich mit meinen Zierschwert durch den Wegzoll am Schloßfest oder herrschen schon Zustände wie am Flughafen? Lassen sich Plätze reservieren und wie wird überhaupt das Wetter? In diesem Jahr bleiben vor allem durch die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen mehr Fragen unbeantwortet, als noch vor zwei Jahren. Hier sind die wichtigsten Antworten.

Waffen Von der Stadtwache bis zu Einzelkämpfern werden auf dem Schloßfest Waffen offen zur Schau getragen. Wer eine scharfe, spitze Waffe mit sich führen will, hätte sich schon vor Wochen beim Verkehrsverein anmelden müssen. Die gesammelten Anträge – 19 Gruppen und 15 Einzelpersonen – wurden von der Waffenbehörde des Landratsamts abgesegnet. Alle Träger von Waffen sind beim Sicherheitsdienst auf einer Liste vermerkt und kommen nur so in den Festbereich. Anmeldungen nimmt das Landratsamt nicht mehr entgegen. Einer Person wurde das Tragen einer Waffe von der Behörde aus „Gründen der Eignung und Zuverlässigkeit“ verboten. Das kann mit Vorstrafen, psychischen Krankheiten oder Drogensucht zusammenhängen. Für alle, die Waffen mit sich führen, gelten die gesetzlichen Bestimmungen wie „verschlossenes und nicht zugriffsbereites“ Transportieren und die sichere Verwahrung in einer Leder- oder Holzscheide.

Zierwaffen Die Grenzen zwischen Waffen und Zierwaffen sind nicht eindeutig. Eine Schauwaffe darf auf jeden Fall keine Schnittflächen und nur abgerundete Spitzen und Kanten aufweisen. Diese Attrappen müssen nicht angemeldet werden, können allerdings auch von den Sicherheitsleuten und Polizisten am Eingang abgewiesen werden. Probleme am Wegzoll dürften vor allem betrunkene und aggressive Menschen bekommen, stellt Veranstalter Friedhelm Lahn klar.

Sicherheit Zum ersten Mal werden beim Neuburger Schloßfest Handtaschen kontrolliert. Größere Taschen und Rucksäcke sind ohnehin verboten. Allein die Darsteller dürfen größere Gepäckstücke mitbringen, wenn diese auf der Liste vermerkt sind. Nach Auskunft der Polizei werden mobile Sperren eingerichtet. Verstärkung erhalten die Neuburger Polizisten aus dem Präsidialbezirk Oberbayern Nord. Vom Ordnungsamt ist bekannt, dass das Konzept zwischen den Veranstaltern vom Verkehrsverein, der Stadt und der Polizei gemeinsam ausgearbeitet wurde. Eine Verordnung, die die konkrete Anzahl der Einsatzkräfte vorschreibt, gebe es nicht, erklärt Birgit Peter-Fest vom Ordnungsamt. Die Stadt habe sich an den Vorgaben der Polizei und den Erfahrungen anderer Kommunen orientiert. Veranstalter Lahn erklärt, dass „grundsätzlich mehr überprüft“ werde. Deshalb müsse man etwas mehr Zeit am Eingang einplanen.

Getränke mitbringen Alkohol und Glasflaschen sind grundsätzlich auf dem Veranstaltungsgelände verboten und werden am Eingang entsorgt. Alkoholfreie Getränke sind in kleinen Plastikflaschen oder Tetrapaks erlaubt. „Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass die Sicherheitskräfte daran riechen“, sagt Lahn.

Anwohner Auch die Einkäufe der Anwohner werden kontrolliert. Alle Bewohner der Oberen Altstadt sind außerdem auf einer Liste vermerkt, die ihnen erlaubt, Glasflaschen und Alkoholika nach Hause zu transportieren.

Tiere „Jeder Tierliebhaber weiß, dass man nicht mit dem Hund zum Schloßfest geht“, sagt Friedhelm Lahn im Vorfeld der Großveranstaltung. Tiere sind zwar grundsätzlich erlaubt, aber auch Günther Großmann vom Tierschutzverein warnt vor dem enormen Stress, dem die Haustiere am Schloßfest ausgesetzt werden. Deshalb die Empfehlung von Lahn: Tiere besser zu Hause lassen oder wenn überhaupt dann nur in den ersten Stunden des Schloßfestes ausführen, eben dann, wenn weniger los ist.

Kleinkinder Auch Kleinkindern solle man „die Tortur möglichst ersparen“, sagt Lahn. Oder eben auch: Früh kommen, früh heim bringen.

Transport für Menschen mit Behinderung Festbesucher, die nicht alleine den Weg zum Schloßfest schaffen, haben die Möglichkeit, vom Verkehrsverein Unterstützung zu erhalten. Dafür müssen sie sich bei den Veranstaltern (siehe Info) anmelden und können dann über die Serpentine bis zur Wache fahren. Dort werden sie von der Stadtwache oder einem anderen Mitglied des Verkehrsvereins am Auto mit dem Rollstuhl abgeholt und auf das Festgelände gebracht. Anschließend muss sich allerdings ein privater Helfer kümmern.

Wetter Einen längeren Zeitraum als drei Tage vorherzusagen, ist in vielen Fällen Kristallkugelleserei. Für den Freitag (Stand: Dienstagabend, 18 Uhr) sagt die Wetterstation auf dem Neuburger Flugplatz Niederschläge am Morgen und am Abend voraus und Temperaturen von bis zu 22 Grad am Nachmittag. Aber auch das kann sich noch ändern.

Wegzoll Das Tagesticket ist im Vergleich zum Schloßfest 2015 um einen Euro teurer geworden und kostet somit 6 Euro. Auch das Drei-Tages-Ticket kostet mehr: 12 Euro – statt 9 Euro wie vor zwei Jahren.

Getränkepreise Die Veranstalter regeln den Bierpreis und den Preis für das günstigste alkoholfreie Getränk. Der Bierpreis wird in diesem Jahr um 20 Cent auf 3,80 Euro pro halben Liter angehoben. Jeder Gastronom verpflichtet sich außerdem bei den Organisatoren des Schloßfestes dazu, ein alkoholfreies Getränk seiner Wahl für 1,70 Euro anzubieten, erklärt Friedhelm Lahn.

Reservierungen Das ist für viele Besucher, aber auch für die Gastronomen ein leidiges Thema. Der Grund: Reservierungen sind nur in begrenztem Rahmen möglich, Zettel werden abgerissen, Gäste erscheinen nicht an den reservierten Tischen.

Roland Harsch (Rathausfletz), Stefan Heinzlmeir (Marstall) und Anke Deiml (Karlsplatz) haben nur noch Restplätze zu vergeben, wenn man sie persönlich kontaktiert. Ab Sonntag sehe es am im Rathausfletz wieder besser aus, sagt Harsch. Ähnliches Bild am Karlsplatz: „Reservierungen in begrenzter Zahl“ nimmt Anke Deiml noch an. Bei Stefan Heinzlmeir buchen einzelne schon Ritteressen für 2019. Restplätze gebe es aber auch noch.

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