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Neuburg

23.05.2019

Wer fordert OB Bernhard Gmehling nächstes Jahr heraus?

Wer will OB von Neuburg werden? Florian Herold (vorne) wäre für eine OB-Kandidatur bereit. Unser Bild entstand bei der Wahl des Freien-Wähler-Vorstands im Jahr 2016.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Die Freien Wähler haben bereits einen Interessenten, der sich diese Aufgabe zutraut: Florian Herold. Doch es hätte noch einen anderen Aspiranten gegeben.

Die Freien Wähler in Neuburg positionieren sich für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Am heutigen Freitagabend treffen sich die Mitglieder des Ortsverbands und werden die Weichen für die Stadtratswahl stellen. Allen voran geht es um die Frage, wer Oberbürgermeister Bernhard Gmehling vom Thron stoßen könnte. Einer, der sich das zutraut, ist Florian Herold. Kommt es nicht noch zu einer spontanen Bewerbung, wird er sich auf Empfehlung des 20-köpfigen Ortsvorstandes als einziger Kandidat zur Wahl stellen.

Wie der Vorsitzende der Freien Wähler in Neuburg sowie der Kreisvereinigung im Gespräch mit der Neuburger Rundschau sagt, habe er schon vor mehreren Monaten die Entscheidungsträger wissen lassen, dass er „tendenziell zur Verfügung stehe“. Dieses Bestreben will er heute Abend noch einmal unterstreichen. „Mal sehen, was passiert“, gibt er sich zurückhaltend und verweist auf die Möglichkeit, dass noch weitere Kandidaten ihr Interesse bekunden können. Einen Mitbewerber gab es bereits: Frank Thonig. Ehe die Mitglieder aber die Möglichkeit hatten, über seine Kandidatur zu entscheiden, war der ehemalige Geschäftsführer des Wittelsbacher Golfclubs schon wieder aus dem Rennen: Denn in einer geheimen Wahl innerhalb des Ortsvorstands hatte sich Herold mit 15:5 Stimmen gegen Thonig durchgesetzt.

Frank Thonig ist kein Mitglieder der Freien Wähler

Der 57-jährige Thonig ist parteilos. Er sei von verschiedenen Seiten gefragt worden, ob er denn kein Interesse an dem Amt haben würde. Diese Vorstellung sei zunächst zwar noch weit weg gewesen. Aber nach einer Bedenkzeit habe er sich „die interessante und vielseitige Rolle als Stadtoberhaupt“ durchaus vorstellen können. Daraufhin habe er sich an die ehemalige Stadträtin der Freien Wähler, Anita Kerner, gewandt. Über sie wurde Florian Herold von den Ambitionen Thonigs in Kenntnis gesetzt. Überrascht sei Thonig dann gewesen, dass sich nach einiger Zeit auch Herold selbst als OB-Kandidat für die Freien Wähler bewerben wollte. In einer Sitzung Anfang Mai sprach sich der Vorstand schließlich für Herold aus. Thonig sei erst kurz vor der Sitzung aus Griechenland zurückgekommen und habe somit im Vorfeld auch keine Möglichkeit gehabt, sich intensiver bei den Vorstandsmitgliedern vorzustellen. „Da hatte Herold das Feld für sich schon bestellt“, glaubt Thonig. Nach dem Vorstandsvotum habe Herold Thonig mitgeteilt, dass die Entscheidung getroffen sei. „Damit war die Sache für mich auch erledigt.“ Weil er kein Mitglied der Freien Wähler ist, wurde er zur heutigen Mitgliederversammlung auch nicht eingeladen.

Frank Thonig war bis Ende 2017 Geschäftsführer im Wittelsbacher Golfclub und hat sich zuletzt eine Auszeit genommen.
Bild: Manfred Rinke

Die Politik, sagt Thonig, sei für ihn ein ganz neues Metier. 28 Jahre war er im Golfgeschäft tätig, zuletzt beim Wittelsbacher Golfclub, wo er Ende 2017 als Geschäftsführer ausschied. Nachdem er genügend Zeit hatte, um „körperlich und geistig aufzutanken“, wie er sagt – unter anderem habe er ein Buch geschrieben –, sei er jetzt an einem Punkt angelangt, „wo ich wieder aktiv sein, wieder etwas Sinnvolles machen möchte“. Zum Beispiel Oberbürgermeister. Zumindest über die Freien Wähler wird er in diese Rolle nicht schlüpfen können.

Florian Herold bekennt als Erster sein Interesse an der OB-Wahl

Florian Herold ist der erste Kandidat, der sich öffentlich für die Oberbürgermeisterwahl ins Gespräch bringt. Dass die Mitgliederversammlung heute Abend nicht öffentlich ist, begründet Herold so: Es gehe nicht nur um seine Person und um seine Motivation, als OB-Kandidat ins Rennen gehen zu wollen. Es geht vor allem auch darum, dass die Mitglieder ungestört und ungehemmt darüber sprechen können, was bei der Kommunalwahl 2014 gut und schlecht lief und was die Freien Wähler für die Wahl im nächsten Jahr ändern wollen. Außerdem soll eruiert werden, wer sich für die Stadtratsliste wieder aufstellen lassen möchte und wer nicht. „Da wird viel in den Wind geredet“, begründet er die Entscheidung, dass die Mitglieder in diesem Fall lieber unter sich bleiben wollen.

Florian Herold ist 40 Jahre alt und kommt aus Göttingen (Niedersachsen). Seit 15 Jahren lebt er in Neuburg und arbeitet als Teamleiter im Kinopalast. Vor zwölf Jahren trat er den Freien Wählern bei, nur ein Jahr später engagierte er sich schon aktiv. Herold ist verheiratet und hat einen einjährigen Sohn.

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