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München/Neuburg

20.03.2018

Wer für Neuburg im Landtag saß

Dr. Richard Keßler.
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Dr. Richard Keßler.
Bild: 1978 © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Vor Horst Seehofer und Christine Haderthauer war Eugen Freiherr von Redwitz Inhaber des Direktmandats für den Stimmkreis.

Der Freistaat Bayern feiert heuer seinen 100. Geburtstag. In einer Serie stellt der Historiker Dr. Markus Nadler, Leiter der Landtagsbibliothek und Ausschussmitglied im Historischen Verein, die Abgeordneten in diesem Zeitraum vor. Den zweiten Teil der Serie lesen Sie in der heutigen Ausgaben.

Vor Horst Seehofer und Christine Haderthauer war Eugen Freiherr von Redwitz Inhaber des Direktmandats für den Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen und zwar von 1986 bis 2003. In den Landtag gekommen war der Diplom-Kaufmann, Land- und Forstwirt aus Giglberg (Gde. Rennertshofen) bereits vier Jahre früher als CSU-Listenkandidat in Oberbayern. Von Redwitz wirkte unter anderem in den Ausschüssen für Eingaben und Beschwerden, für Landesentwicklung und Umweltfragen, für Geschäftsordnung und Wahlprüfung, für Hochschule, Forschung und Kultur und für Wirtschaft, Verkehr und Grenzland sowie in den Untersuchungsausschüssen WAA, Atomkraftwerk Isar I und „betreffend Beziehungsgeflecht in Bayern zwischen Politikern und Steuerschuldnern“. Er war Mitglied im Landesdenkmalrat und im Rundfunkrat sowie im Ältestenrat des Bayerischen Landtags. Vor allem zu den Kernthemen der genannten Gremien hielt von Redwitz zahlreiche Reden im Plenum des Landtags und brachte erfolgreich eine Vielzahl von Initiativen ein.

Von Redwitz stammt aus einem Uradelsgeschlecht

Wer für Neuburg im Landtag saß

Eugen von Redwitz stammt aus einem fränkischen Uradelsgeschlecht, das sich seit dem 13. Jahrhundert nach dem oberfränkischen Redwitz nannte. Sein Onkel Franz von Redwitz spielte als Hofmarschall und Verwaltungschef von Kronprinz Rupprecht auch politisch eine bedeutende Rolle. Eugen von Redwitz’ Vater zog nach dem Zweiten Weltkrieg in das Familienerbe Giglberg. Der Sohn ging zunächst in Hütting in die Volksschule, bevor er ins Benediktiner-Gymnasium Ettal wechselte und dort Abitur machte. Eugen von Redwitz studierte Forstwirtschaft und Betriebswirtschaft in München, trat 1966 in die CSU ein und wurde auch Gemeinde- und Kreisrat. Er engagierte sich u.a. im Vorstand des Bayerischen Waldbesitzerverbandes sowie als 1. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Landesverband Bayern).

Den Stimmkreis Neuburg konnte von Redwitz bei der Landtagswahl 1986 erstmals gewinnen. Sein Vorgänger als Stimmkreisabgeordneter hatte 1984 sein Mandat freiwillig aufgegeben: Der 2016 verstorbene Neuburger Ehrenbürger und Altlandrat Dr. Richard Keßler. Er war in vier Wahlperioden von 1970 bis 1984 Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Bei seiner erstmaligen Wahl 1970 trat er noch für den nur dieses einzige Mal existierenden „Stimmkreisverband“ Neuburg-Wertingen an. 1974, 1978 und 1982 wurde er dann jeweils für den Stimmkreis Neuburg wiedergewählt. Auch Keßler trat vielfach als Initiator und als überzeugender Redner im Landtag in Erscheinung. In allen vier Wahl- oder Legislaturperioden (also von der 7. bis zur 10.) war er Mitglied des Ausschusses für Kulturpolitische Fragen (1970-84). Außerdem war er (1974-84) Beirat bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Von 1979-1984 war er Mitglied im Ausschuss für Geschäftsordnung und Wahlprüfung und 1980-81 Mitglied eines Untersuchungsausschusses. Ab 1983 war er Mitglied des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, aber nur noch für gut ein Jahr, weil er am 17.7.1984 auf eigenen Wunsch aus dem Landtag ausschied, nachdem er zuvor zum Landrat von Neuburg-Schrobenhausen gewählt worden war. In diesem Amt blieb er bis 2008.

Keßler stammt aus Augsburg

Geboren 1940 in Augsburg und aufgewachsen im schwäbischen Ehingen studierte Keßler Geschichte, Volkswirtschaft und Politische Wissenschaft in München und Dublin. 1968 promovierte er und schloss 1969 seine Doktorarbeit über den von 1924-33 amtierenden Ministerpräsidenten Heinrich Held (BVP) ab. Danach war Keßler noch kurze Zeit in der wissenschaftlichen Forschung und in der Verbandsgeschäftsführung tätig, bevor er seine politische Laufbahn antrat und 1970 als 30-Jähriger in den Landtag einzog.

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