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Kultur

20.04.2015

Werk von „enormer Präzision“

Viele Gratulanten kamen zum Festakt für Alf Lechner anlässlich seines 90. Geburtstages
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Viele Gratulanten kamen zum Festakt für Alf Lechner anlässlich seines 90. Geburtstages

Festakt anlässlich des 90. Geburtstages von Alf Lechner

Die Schlange der Gratulanten war lang, galt es doch einem ganz besonderen Geburtstagskind Glückwünsche zu überbringen: Der in Obereichstätt lebende Bildhauer Alf Lechner wurde 90 Jahre alt.

Zwingen, sich mit Kunst auseinanderzusetzen

Seine gewaltigen Stahlskulpturen, von denen einige in Ingolstadt stehen, polarisieren – nicht jedem gefallen die Werke des Künstlers. Und doch sind es eben jene Skulpturen, die zur Diskussion anregen und den Betrachter förmlich zwingen, sich mit seiner Kunst auseinanderzusetzen, wie Oberbürgermeister Christian Lösel beim Empfang im „Lechner-Museum“ für den 1925 in München geborenen Künstler erklärte.

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Lechner war von 1940 bis 1950 Schüler bei Landschaftsmaler Alf Bachmann am Starnberger See, musste dann ab 1943 zu Kriegszeiten Arbeitsdienst leisten. Ab 1950 war der vielseitige Lechner unter anderem als Grafiker, Designer und Erfinder tätig, entwarf beispielsweise Lampen und Stühle. Erst ab den frühen 1960er Jahren widmete er sich mehr und mehr der Bildhauerei. Dabei sind es vor allem seine Stahlskulpturen, die den Künstler berühmt machten.

Zahlreiche Kunstpreise

Lechner erhielt zahlreiche Kunstpreise, war mit seinem Werk auf vielen Einzel-und Gruppenausstellungen in ganz Europa vertreten. 1995 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste und gründete 1999 die Alf-Lechner-Stiftung.

Ein Jahr später erhielt der Künstler in Ingolstadt mit dem „Lechner Museum“ einen Ort, an dem die Besucher sein Lebenswerk betrachten können. Neben den vielfältigen plastischen Arbeiten werden auch Zeichnungen ausgestellt. Ausstellungen weiterer international anerkannter Künstler finden dort ebenfalls in regelmäßigen Abständen statt.

Mit seinen Skulpturen habe Lechner die Stadt regelrecht in ein Freilichtmuseum verwandelt, sagte Lösel und erklärte, dass der Künstler mit seinem Werk dazu beigetragen habe, Ingolstadt in der Kunstwelt bekannt zu machen.

Auch Freunde und Weggefährten richteten das Wort an Lechner. Etwa Johann Georg Prinz von Hohenzollern, der nicht nur über gemeinsame Erlebnisse aus der Vergangenheit berichtete, sondern auch davon, dass Lechner mit seinem Atelier in Obereichstätt den idealen Ort für seine Kunst gefunden habe. Denn dort könne er seine „monumentalen, fast prähistorischen Skulpturen“ in einer „archaischen Landschaft“ entwerfen.

Kunsthistoriker Armin Zweite, der die Laudatio hielt, hob die Besonderheiten der Skulpturen Lechners hervor.

Sein Gesamtwerk sei beeindruckend vielfältig, es sei ein äußerst breit gefächertes Oeuvre, das der Künstler Lechner im Laufe eines Jahrhunderts geschaffen habe und das von enormer Präzision zeuge. „Lechners Arbeiten lassen sich keiner gängigen Tradition zuordnen“, erklärte er.

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