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Neuburg-Schrobenhausen

25.09.2020

Wertstoffhöfe im Landkreis: Warum die Müllgebühren steigen

Zeitweise werden die Wertstoffhöfe „überschwemmt“ mit Grüngut, wie beispielsweise hier in Bittenbrunn.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Landkreisbetriebe kalkulieren schärfer und erhöhen die Gebühren für die Mülltonnen um bis zu 18 Prozent. Künftig muss auch Grüngut aus dem Kofferraum bezahlt werden.

Die Entsorgung von Abfällen wird teurer. Die Landkreisbetriebe müssen den Recyclingfirmen mehr bezahlen, und sie geben die Steigerungen an die Bürger weiter. Das gehe nicht anders, weil die Müllgebühren kostendeckend sein müssen, erklärte Werkleiterin Mathilde Hagl in der jüngsten Werkausschusssitzung. Ab Januar 2021 steigen die Gebühren um bis zu 18 Prozent.

Diese Anhebung kommt nicht allein, auch beim Bringsystem auf den Wertstoffhöfen gibt es Änderungen. Bauschutt wird teurer und für Grüngut wie Laub oder Gras verlangt der Kreis künftig zwei Euro pro Kofferraumladung. Der Windelsack wird abgeschafft und Landwirte können ihre Folien nur noch auf dem zentralen Wertstoffhof gegen Gebühr abgeben.

Gegen die Erhöhung der Müllgebühren gab es kein Veto

Die Chefin der Kreisbetriebe ahnt schon, dass die Neuerungen „nicht auf große Liebe stoßen werden“. Die Hürde im Werkausschuss nahm sie dagegen problemlos: Die Kreispolitiker, darunter etliche Bürgermeister, protestierten nicht und stimmten einmütig zu.

An einer Erhöhung führe schon deshalb kein Weg vorbei, weil die Gebühren früher zu niedrig kalkuliert worden seien, sagt Mathilde Hagl. Das Defizit sei mit Rückstellungen ausgeglichen worden, doch jetzt seien die Reserven aufgebraucht. Außerdem steigen die Kosten bei Ausschreibungen für Bauschutt, Grüngut und Sperrmüll. Die überwiegende Gebührenfreiheit im Bringsystem belaste die Restmüllgebühren.

Das kosten die Mülltonnen ab 1. Januar 2021 im Landkreis

Ab Januar kostet die Restmülltonne bei 14-tägiger Abfuhr mit 60 Liter pro Monat 11,70 Euro (bisher 9,90 Euro), mit 80 Liter 15,10 Euro (13,20 Euro) und mit 120 Liter 21,90 Euro (19,80 Euro). Der 1100-Liter-Container für Restmüll steigt auf 193,15 Euro (181,50 Euro). Die Biotonne verteuert sich bei 14-tägiger Abfuhr mit 40 Liter auf 11,70 Euro monatlich (9,90 Euro), mit 60 Liter auf 16,60 Euro (14,85 Euro) und mit 80 Liter auf 21,70 Euro (19,80 Euro). Das Mindestvolumen pro Person wird bei Bio- wie Restmüll auf fünf Liter pro Woche (bisher 7,5 Liter) festgesetzt.

Windelsäcke, einst eingeführt als Ersatz für die Windeltonne, geben die Kreisbetriebe künftig nicht mehr aus. Sie seien „systemfremd“ und für die Müllwerker „eine Zumutung“, so Werkleiterin Mathilde Hagl. Weicherings Bürgermeister Thomas Mack ( CSU) forderte Alternativen zu den Plastiksäcken, um jungen Familien entgegenzukommen.

Die Abgabe von Grüngut kostet ab nächstes Jahr mindestens zwei Euro

Bauschutt kann in Kleinmengen bis 15 Liter (Eimergröße) kostenfrei abgegeben werden. Pro angefangene 50 Liter Volumen werden künftig allerdings fünf Euro fällig, also bis 200 Liter 20 Euro. Mehr darf ohnehin nicht am Wertstoffhof abgeladen werden. Große Mengen müssen am Sehensander Weg gewogen und nach Gewicht bezahlt werden (80 Euro pro Tonne). Altholz, Fenster und Türen werden nicht mehr mit zehn Euro pro Stück berechnet, sondern in Litern. 100 Liter kosten drei Euro, die Wertstoffhofbetreuer müssen die angelieferten Stücke berechnen.

Beim Grüngut müssen die Betreuer demnächst kassieren, wenn Bürger eine Ladung Laub oder Grasschnitt bringen. Eine Kleinmenge aus dem Kofferraum kostet zwei Euro pro angefangener 200 Liter. Der Kubikmeter kostet zehn Euro, für gewerbliche Anlieferer werden 20 Euro fällig. Baum- und Strauchschnitt bleibt bis zu drei Kubikmeter weiter kostenfrei. Wurzelstöcke sollen grundsätzlich gewogen und exakt berechnet werden.

Ackerfolien können nur noch in Neuburg abgegeben werden

Für Kleinmengen Grüngut zwei Euro zu kassieren, „das ist doch ein riesengroßer Aufwand“, monierte Kreisrat Klaus Scherm (CSU). Dem widersprach allerdings Mathilde Hagl: Man werde Abreißrollen verwenden und es werde „nicht mehr Arbeit geben“.

Ansonsten stießen ihre Satzungsänderungen weder im Ausschuss noch bei Landrat Peter von der Grün (FW) auf Kritik. Lediglich Bürgermeister Günter Gamisch (Ehekirchen) verlangte eine Überprüfung der Vorgabe, dass Landwirte ihre Folien aus Spargel- und Kartoffelfeldern nicht mehr ortsnah abgeben können. Sie müssen bald in die Stadt zum zentralen Wertstoffhof fahren und dort ihre zusammengerollten Folien wiegen lassen. Ziel sei komplettes Recycling durch die Lieferfirmen. Von den Neuerungen im Bringsystem erwarten sich die Kreisbetriebe 500.000 Euro Einnahmen und Ersparnis.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Claudia Stegmann: In den Wald statt auf den Wertstoffhof?

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