Newsticker
Italien meldet 100.000 Corona-Tote, Niederlande verlängert Lockdown, Österreich riegelt Stadt ab
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Wetter: 2018 war ein Jahr der Extreme

KU-Eichstätt

16.01.2019

Wetter: 2018 war ein Jahr der Extreme

Stundenten der KU sorgen für die Funktionstüchtigkeit der Wetterstation auf dem Eichstätter Campus und werten die Messwerte aus.
Bild: KU / Schulte Strathaus

Universitäre Messungen bestätigen den Deutschland-Trend auch für die Region

Die Daten der Wetterstation auf dem Eichstätter Campus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) bestätigen den Deutschland-Trend: 2018 war auch in Eichstätt ein Jahr mit vielen Wetter- und Klimarekorden. Vergleicht man die an der KU gesammelten Werte mit der offiziellen Klimareferenzperiode (1961-1990) der nahegelegenen Station des Deutschen Wetterdiensts (DWD) im Ortsteil Landershofen, ergibt sich für das gesamte Jahr 2018 eine Temperaturabweichung nach oben von 2,9 Grad Celsius. „Mit durchschnittlich 10,8 Grad auf dem Campus beziehungsweise 10,1 Grad in Landershofen war das Jahr auch in Eichstätt das wärmste Jahr seit Beginn der offiziellen Messreihen, die für Landershofen bis 1951 zurückreichen“, erklärt Geographie-Professorin Susanne Jochner-Oette. Sie betreut den studentischen „Arbeitskreis Wetterschau“ fachlich. Die Studenten kontrollieren dabei regelmäßig die Funktionstüchtigkeit der Wetterstation und werten die gewonnenen Daten monatlich aus.

Die höchsten Temperaturabweichungen vom Durchschnitt mit mehr als 5 Grad stellte der Arbeitskreis in den Monaten Januar, April und Mai fest. Ab April machte sich hierzulande überwiegend Hochdruck breit, welcher durch Tiefdruckgebiete über dem Atlantik und Osteuropa eingekesselt und daher beständig blieb. Grund dafür waren sogenannte Blocking-Lagen, welche die Westwindströmung ablenken. „Wie sich der Klimawandel auf die Häufigkeit von Blocking-Lagen auswirkt, ist zurzeit wichtiger Gegenstand der Klimaforschung“, erklärt Jochner-Oette.

Die Auswirkungen auf die Temperaturen waren jedoch offensichtlich: Bereits im April verzeichneten die Wetterkundler acht Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. Das Thermometer kletterte am 20. April sogar auf 30 Grad. Die höchste Temperatur auf dem Eichstätter Campus wurde mit 37,84 Grad am 31. Juli gemessen. Im gesamten Sommer waren 73 Sommertage und 39 heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad zu verzeichnen. Das gesamte Jahr zählte sogar 117 Sommertage und 46 heiße Tage. Zudem dokumentierte der Arbeitskreis eine Tropennacht. Das heißt, die Temperatur fiel nicht unter 20 Grad. In Bayern ist ein weiterer Kennwert wichtig: der „Biergartentag“. An denen beträgt die Temperatur um 20 Uhr noch 20 Grad. In Eichstätt waren es 47 Abende.

Genau unter die Lupe nahmen die Wetterkundler auch den Niederschlag:

In jedem zweiten Monat waren die Niederschläge im Jahr 2018 geringer als im langjährigen Vergleich. Das größte Defizit wurde im April festgestellt: Hier fielen nur 13,5 Millimeter, also um knapp 44 Millimeter weniger als im Durchschnitt. Die Niederschlagssumme des gesamten Jahres war mit 812,7 Millimetern jedoch etwas höher als in der Periode 1961-1990 (772,6 mm). Auffällig im Jahr 2018 war, dass der Großteil des Niederschlags häufig nur während wenigen Ereignissen fiel, insgesamt an 149 Tagen. Erst gegen Jahresende fiel der Niederschlag gleichmäßiger verteilt und erreichte im Dezember sogar eine Summe von 143 Millimetern, was mehr als dem Doppelten des langjährigen Mittels für diesen Monat entspricht. (nr, pm)

Weitere Informationen unter

www.ku.de/wetter

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren