Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Wettrüsten der Kommunen herunterfahren

07.10.2009

Wettrüsten der Kommunen herunterfahren

Neuburg/Ingolstadt Ob Westpark oder Weiherfeld - wenn der Riese Ingolstadt mal wieder über Erweiterungen aller Art nachdenkt, sehen die umliegenden Landkreise oft nur noch rot. Die Gräben zwischen Großstadt und Umland sind spätestens seit dem Vergleich von 1997 tief, als zwischen Neuburg und Ingolstadt die Verkaufsfläche des Einkaufszentrums auf der grünen Wiese juristisch auf 22 000 Quadratmeter beschränkt worden war.

Doch wenn es nach dem Willen der Spezialisten geht, findet hier nur ein Scheinkampf statt. Im Abschlussbericht zum regionalen Einzelhandelsgutachten raten die Experten, "das Wettrüsten herunterzufahren". Ohnehin liege die eigentliche Problematik nicht in der Rivalität zwischen Ober- und Mittelzentren, sondern beim Gefälle zwischen den Innenstädten und der Peripherie.

Michael Kettner, stellvertretender Landrat Neuburg-Schrobenhausen, der Eichstätter Landrat Anton Knapp, Anton Westner, amtierender Landrat Pfaffenhofen und Ingolstadts Bürgermeister Albert Wittmann lauschten den Ausführungen der Gutachter im Planungsausschuss am Freitag im Ingolstädter Rathaus gespannt. Was sie zu hören bekamen, war eine Friedensempfehlung. Gemeinsames Ziel muss es laut Volker Salm vom Münchner Büro Heinritz, Salm und Stegen sein, das "Gleichgewicht der Kräfte in der Region" zu erhalten. Letztlich profitiere keiner von einem Wettrüsten untereinander.

Die Probleme liegen dem Abschlussbericht zufolge im Ungleichgewicht zwischen Peripherie und Innenstädten, also in der "Dualität zwischen der grünen Fläche und den Innenstädten". Außerdem sei es um die Versorgung in den Kleinzentren schlecht bestellt. Über 70 Prozent der regionalen Kaufkraft konzentriere sich schon jetzt in den Ober- und Mittelzentren. Das sei nicht nur in der Region 10 so. Zentralen Handlungsbedarf sieht das Einzelhandelsgutachten daher in der "Sicherung der Nahversorgung in den Kleinzentren". Außerdem müssten insgesamt die zentralen Versorgungsbereiche gestärkt werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Friedensangebot der falsche Weg?

Euphorie löste der Abschlussbericht zum Einzelhandelsgutachten im Planungsausschuss nicht aus. Der Ärger über die fehlenden Verbesserungsvorschläge reichte bis in den Neuburger Bauausschuss gestern Abend. "Das Gutachten ist das viele Geld nicht wert", sagte OB Dr. Bernhard Gmehling. Eine interkommunale Abstimmung sei nichts weiter als ein frommer Wunsch. "Das Oberzentrum baut immer weiter und wir, als Mittelzentrum, schauen ins Ofenrohr", sagte der Rathausschef. Er wolle das Thema im regionalen Planungsverband nochmals diskutieren.

Ob der Rat der Experten beherzt wird, muss die Politik in ihren nächsten Bauprojekten beantworten. Die Querelen um die Westpark-Erweiterung scheinen jedenfalls noch immer nicht ausgestanden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren