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Neuburg

05.11.2019

Wie Aada aus der Hundehölle entkam und nun Therapiehündin wird

Hündin Aada (rechts unten) hat bei Manuela Meier in Neuburg ein Zuhause gefunden. Vor ihr waren bereits Yorkshire Terrier Fanni (oben) und Nené da, was anfangs zu kleinen Reibereien geführt hat. Inzwischen haben sich alle Bewohner aber gut aneinander gewöhnt.
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Hündin Aada (rechts unten) hat bei Manuela Meier in Neuburg ein Zuhause gefunden. Vor ihr waren bereits Yorkshire Terrier Fanni (oben) und Nené da, was anfangs zu kleinen Reibereien geführt hat. Inzwischen haben sich alle Bewohner aber gut aneinander gewöhnt.
Foto: Marcel Rother

Plus Aada ist vor rund einem Jahr dem Schicksal eines Lebens auf einem verwahrlosten Grundstück in Königsmoos entkommen. Nun macht sie eine Ausbildung.

Mit ihrem schwarzen, glänzenden Fell ist Hündin Aada eine elegante Erscheinung. Nichts erinnert mehr an das Fellknäuel, als das sie im zarten Alter von acht Wochen in ihr neues Zuhause nach Neuburg kam. Das war im Januar. Zuvor wurde ihre Mutter Abby als eine von 130 Hunden im November vergangenen Jahres von einem völlig verwahrlosten Grundstück in Obermaxfeld gerettet. Der Vorfall machte unter dem Titel „Hundedrama von Königsmoos“ deutschlandweit Schlagzeilen. Der Fall von Aada zeigt, dass ein Drama auch ein positives Ende nehmen kann.

Zum Zeitpunkt ihrer Rettung war Aadas Mutter Abby trächtig, wie viele der geretteten Hündinnen. Sie kam ins Tierheim Neuburg und von dort aus über den Verein „Das Leid der Vermehrerhunde“ zu einer Pflegefamilie bei Günzburg. Stark geschwächt und abgemagert brachte sie kurz darauf neun Welpen zur Welt. Zwei starben, die Restlichen überlebten, eine davon ist Aada. Über Facebook erfuhren Manuela Meier und Sabine Meyer aus Neuburg damals vom Schicksal der Hündin und ihrer Welpen und wollten helfen. Sie fuhren nach Günzburg und kamen mit Aada zurück nach Hause (wir berichteten).

Als Aada nach Neuburg kam, war sie noch ein kleiner Welpe.
Foto: Sabine Meyer

Was Hunde zum Therapiebegleithund qualifiziert

Seitdem lebt der Labrador-Retriever-Mischling in dem Zwei-Personen-Haushalt und entwickelt sich prächtig. Aada wiegt inzwischen 30 Kilogramm und absolviert bei einer Hundeschule in Ichenhausen eine Ausbildung zur Therapiebegleithündin. Keine Selbstverständlichkeit, bedenkt man, aus welch widrigen Umständen ihre Mutter gerettet wurde. „Aus diesem Grund war der Hundetrainer anfangs skeptisch“, erzählt Manuela Meier, die zusammen mit Aada die Ausbildung durchläuft. Er befürchtete, die neuen Halter würden die Ausbildung nur durchlaufen wollen, um dem Drama um Aadas Herkunft partout eine positive Wendung geben zu wollen. „Unter dieser Voraussetzung hätte er der Ausbildung nicht zugestimmt“, sagt Meier. Aada entpuppte sich bei einem ersten Treffen jedoch als die ideale Kandidatin für die Ausbildung zur Therapiebegleithündin.

Bevor die Ausbildung beginnt, müssen alle Hunde einen Wesenstest bestehen, sagt Meier. Aada meisterte ihn mit Bravour und der Hundetrainer attestierte ihr ein überaus freundliches Wesen. Das drückt sich beispielsweise darin aus, dass sie eine Hand, die ihre Pfote festhält, ableckt, um zu zeigen, dass ihr dies missfällt. Andere Hunde würden zubeißen. Dann wäre die Ausbildung zum Therapiebegleithund beendet, bevor sie begonnen hätte. Aada indes ist bereits mittendrin. Seit September besuchen sie und ihr Frauchen Manuela Meier jeden Monat ein Wochenende lang die Hundeschule, die 2000 Euro teure Ausbildung dauert insgesamt ein Jahr. Neben einem umfassenden Theorieteil umfasst die Ausbildung mehrere Praktika. Eines davon hat Aada bereits erfolgreich im Altenheim St. Augustin in Neuburg absolviert. „Vor unserem Besuch im Oktober wussten wir nicht, was passiert“, erzählt Meier. Aber bereits am Eingang wurde ihr die Aufregung genommen. Im Foyer wurden sie freudig von Bewohnerinnen angesprochen, die Aada auch gleich streicheln wollten.

Inzwischen wiegt sie 30 Kilogramm und absolviert eine Ausbildung zur Therapiebegleithündin. Nicht selbstverständlich, bedenkt man, wo sie herkommt.
Foto: Sabine Meyer

Therapiebegleithunden bieten sich viele Möglichkeiten

Meier, gelernte Erzieherin, lobt die Vorzüge der tiergestützten Pädagogik: „Hunde sind regelrechte Türöffner. Menschen öffnen sich, lernen Rücksicht und Toleranz auf eine ganz andere Weise als beim Menschen.“ Wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, kann sich Meier – dann offiziell Therapiebegleithundeführerin – vorstellen, hauptberuflich in diesem Bereich zu arbeiten. Zuvor aber stehen eine Reihe weiterer Praktika an, etwa in Schule, Kindergarten und Hort. Denn das Einsatzspektrum von Therapiebegleithunden ist groß. Einmal ausgebildet, können sie als Schulbegleithunde in Schulklassen, als Besuchshunde in Altersheimen oder als Therapiebegleithunde für Privatpersonen im Alltag eingesetzt werden. „Auf was es mit Aada einmal hinauslaufen wird, kann ich noch nicht sagen. Das hängt davon ab, wo wir beide uns am wohlsten fühlen“, sagt Meier.

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