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Neuburg

05.02.2019

Wie Kater Louis zurück zu seinem Frauchen kam

Endlich wieder vereint: Kater Louis und seine Besitzerin Laura Heiß aus Neuburg.
Bild: Heiß

Dreieinhalb Wochen war die Katze von Laura Heiß verschwunden. Die Geschichte einer beispiellosen Suchaktion, an der sich unzählige Neuburger beteiligten.

Normalerweise macht er so etwas nicht. Nicht ihr Louis. Sein Bruder Karli schon eher, der sei ein Streuner, sagt Laura Heiß. Die 33-jährige Neuburgerin und ihr Mann sind seit fünf Jahren stolze Katzeneltern – genügend Zeit, um zu wissen, wie der tierische Nachwuchs tickt. Louis sei ein „fauler Schmuser, der das Schmuddelwetter hasst“, so viel stünde fest. Umso erstaunlicher, dass er am Morgen des 3. Januar sein Heim in der Vältinstraße verlässt und einfach nicht mehr wieder kommt. Für Heiß der Beginn einer dramatischen Suche.

An normalen Tagen ist auf Louis Verlass. Er verlässt um kurz nach sechs Uhr das Haus und ist gegen neun Uhr wieder da. „Außer das Mäusejagen dauert einmal länger, aber das ist die Ausnahme“, sagt Heiß. Doch an diesem Donnerstag ist alles anders: Weder um neun, noch um 17, noch um 21 Uhr taucht Louis auf – Zeiten, zu denen er sonst immer da ist. Heiß beginnt sich Sorgen zu machen. Schon einmal hat sie eine Katze verloren, die Schwester von Louis und Karli. Sie wurde auf der Sudetenlandstraße überfahren. Ist auch Louis etwas zugestoßen?

So begann die Suche von Laura Heiß nach ihrer verschwundenen Katze

Heiß erinnert sich: Einmal hatte ein Nachbar Louis in der Garage eingesperrt, in der sich der Kater unbemerkt versteckt hatte. Also, zuerst die Nachbarn abklappern. Ohne Erfolg. Nächster Schritt: Louis beim Tierschutzverein Tasso vermisst melden. „Die Mitarbeiter dort sind super“, sagt sie. Sie machen Mut, denn: „Man ist ganz schön fertig, wenn das eigene Tier nicht da ist.“ Und Heiß bekommt praktische Hilfe: Aus den Fotos und Informationen, die sie dem Verein übermittelt, wird ein digitales Suchplakat erstellt.

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In den folgenden Wochen wird Heiß das Suchplakat ausdrucken und in halb Neuburg verteilen. Zuerst in der Nachbarschaft, dann in Supermärkten, Apotheken und Bäckereien – bis sie ganze Viertel wie das Ostend damit „zugepflastert“ hat, wie sie erzählt. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook sucht sie nach ihrem Kater und postet Vermisstenmeldungen. Sie informiert den Bauhof, die Polizei, die Feuerwehr, Tierärzte und Tierheime. Zu Fuß trägt sie seinen Bruder Karli durch die Gegend, damit Louis den Maunzer hört. Einige Maßnahmen zeigen erste Erfolge: Heiß erreichen immer mehr Hinweise von Menschen, die ihren Louis gesehen haben wollen.

Wie in guten alten Zeiten: Karli (der eigentliche Streuner) und Louis sind wieder vereint.
Bild: Laura Heiß

Ein vielversprechender Tipp kommt von einer Kundin des Edeka-Markts im Ostend: Sie sieht, wie Heiß ein Vermisstenplakat aufhängt und erzählt von einer Katze, die in der letzten Zeit in der Schlesierstraße öfter nach Futter verlangt hat. Eine heiße Spur? Mithilfe der K9-Hundestaffel Nassenfels, die von Louis Schicksal gehört und mit ausgebildeten Suchhunden ebenfalls Unterstützung angeboten hat, gelingt es, seine Fährte aufzunehmen – sie führt tatsächlich zu einem Privathaus im Ostend. Heiß richtet eine Futterstelle ein, installiert eine Tierkamera, dann heißt es warten. Nach einiger Zeit die Gewissheit: wieder nichts. Die Bewohner sagten, es handele sich um einen beliebten „Mietzekatzenweg“ – gut möglich, dass Louis da war, aber inzwischen weitergezogen ist.

Die Tage ziehen ins Land und Heiß ergreift jeden noch so dünnen Strohhalm. Von verschiedenen Punkten der Stadt aus zieht sie getragene Socken an einem Fahrrad hinter sich her, zurück zu ihrer Wohnadresse. Damit legt sie eine Duftspur, die ihrem Louis den Heimweg deuten soll. Für den Fall, dass er sich verlaufen hat. Heimwärtsschleppe nennt sich die Methode. Heiß bittet Hitradio RT1 um eine Durchsage, schaltet Anzeigen im Neuburger Extra und der Samstagsausgabe der Neuburger Rundschau und nimmt sogar Kontakt zu einer Tierkommunikatorin auf. „Ich war langsam echt verzweifelt“, sagt sie.

Dreieinhalb Wochen später erhielt Laura Heiß den entscheidenden Hinweis

Bis sie am Sonntag, 27. Januar, über Facebook fünf Bilder und diese Frage erreichen: „Ist das Ihr Kater?“ Heiß erkennt ihn sofort: Es ist Louis! „Mein Mann und ich haben alles stehen und liegen lassen und sind zu der angegebenen Adresse gefahren.“ Eine Anwohnerin Am Römerfeld führt sie zu einem rot-getigerten Kater, der sich auf dem gegenüberliegenden Grundstück befindet. Heiß ruft, Louis kommt, sie nimmt ihn hoch: Seitdem sind sie wieder vereint und noch stärker verbunden: „Louis verlässt das Haus nicht länger als eine Stunde“, sagt die glückliche Besitzerin. Ansonsten fehle dem Kater nichts. Heiß vermutet, er könnte als blinder Passagier in einem Paketauto mitgefahren und irgendwo wieder ausgestiegen sein, von wo aus er nicht mehr nach Hause gefunden hat.

Heiß möchte sich bei allen, die geholfen haben, ihren Kater zu finden, bedanken: „Vielen Dank für die Unterstützung, die tröstenden und aufbauenden Worte und den steten Glauben an ein Happy End.“

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