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Kunst in Neuburg

20.05.2020

Wie Künstler Rainer Röschke die Corona-Zwangspause nutzt

Typisch Rainer Röschke: jede Menge Symbolik in einem Prachtrahmen vom Sperrmüll. Röschkes Werke erzählen viel vom Leben des Künstlers.
5 Bilder
Typisch Rainer Röschke: jede Menge Symbolik in einem Prachtrahmen vom Sperrmüll. Röschkes Werke erzählen viel vom Leben des Künstlers.
Bild: Annemarie Meilinger

Plus Eigentlich hätte der Künstler im Neuburger Fletz ausgestellt. Wegen Corona musste die Vernissage aber auf nächstes Jahr verschoben werden. Was wird dann zu sehen sein?

Rainer Röschkes Ausstellung fällt also auch aus wegen Corona. Sie wird auf nächstes Jahr verschoben. Rainer Röschke hat sich lange auf diese Ausstellung vorbereitet, aber wegen der Verschiebung ist er trotzdem nicht traurig. Damit hat er noch ein Jahr länger Zeit, sich zu überlegen, wie er sein umfangreiches Werk präsentieren wird.

Er kann alles brauchen: Computerteil und Büromaterial werden zu einem Porträt in Röschkes starken Farben.
Bild: Annemarie Meilinger

„Das wird keine normale Ausstellung, bei der nur Bilder an den Wänden hängen“, das weiß er jetzt schon, „ich werde das ganze Chaos in den Fletz bringen, es wird eine Werkschau, bei der ich die Arbeit der vergangenen 40 Jahre zeige“. Vor allem wird er den Entstehungsprozess seiner Bilder und Objekte veranschaulichen. Vieles von dem, was er seit Monaten archiviert, ist in mehreren Stufen – und oft über viele Jahre – entstanden.

Mit Schwarzlicht bestrahlt, leuchten die fluoreszierenden Farben intensiv und es entsteht ein neues Bild.
Bild: Annemarie Meilinger

Gezeichnet, kopiert, vergrößert, ergänzt, besprüht, liegen gelassen und später wieder verändert. Das ist die typische Vorgehensweise von Rainer Röschke. „Mit jedem Arbeitsschritt füge ich der Geschichte, die das Objekt erzählt, eine neue Option hinzu.“ Der Betrachter erkennt den ursprünglichen Gegenstand, beispielsweise einen Fußballschuh, von Röschke grellbunt bemalt, verwandelt er sich zu einem lachenden Gesicht. In seinem Haus und auf seinem Hof in Wagenhofen haben sich unendlich viele Dinge aus unterschiedlichen Materialien angesammelt, mit denen er arbeitet, vor allem Altes ergänzt. „Zurzeit mache ich jeden Tag zehn Sachen fertig, die ich dann signiere, kopiere und archiviere. Jetzt räum ich nur noch auf.“

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Für August plant Rainer Röschke eine Aktion mit anderen Künstlern

In mehreren Räumen seines Hauses sind schon unzählige Objekte in einer Art Präsentation aufgestellt, viele in den Röschke-typischen Leuchtfarben bemalt und viele sind aus Altmaterial entstanden: Bretter, Gläser, Pizzakartons, Elektronik-Bausteine.

Auch in der Corona-Zeit sollten Kunstaktionen möglich sein – für diesen August plant Rainer Röschke eine Aktion mit anderen Künstlern. Was er mit Gerhard Brandl derzeit schon ausprobiert, will er mit anderen Künstlern weiterführen.

Superweib und Patronengürtel – in Rainer Röschkes Universum hat alles seine Berechtigung und eine Geschichte.
Bild: Annemarie Meilinger

Bilder, mit denen die Schöpfer unzufrieden sind, die deswegen schon lang rumstehen, sollen von anderen bearbeitet werden. „Mal schau’n, was rauskommt – vielleicht eine eigene Ausstellung, auf alle Fälle etwas Spannendes“, sagt Röschke. Irgendwann wird Corona dann hoffentlich vorbei sein.

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