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Landwirtschaft in Neuburg

27.05.2020

Wie Neuburger Jäger Rehkitze vor dem Mähtod retten

Der Neuburger Jagdschutzverein hilft Landwirten der Region, in deren Feldern nach Rehkitzen zu suchen.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Plus Immer wieder werden Rehkitze Opfer von Maschinen. Jäger in und um Neuburg setzen nun vermehrt Technik ein, um die Tiere im Gras aufzuspüren.

Es ist Mähzeit bei den Landwirten, der erste Grünschnitt für den Wintervorrat des Viehs wird eingefahren. Doch im hohen Gras verstecken sich oft Kitze, die zwischen April und Juni zur Welt gekommen sind. Ihre Mütter, die Geißen, haben sie dort abgelegt, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Den Tierbabys fehlt allerdings der Weglauf-Instinkt. Selbst bei Gefahr bleiben sie einfach liegen, ducken sich, machen sich kleiner, als sie ohnehin schon sind. Und so fallen sie immer wieder den Mäharbeiten zum Opfer. Heimische Landwirte und Jäger wollen dem etwas entgegensetzen. Sie nutzen vielfältige Methoden, um die Kitze in der Wiese aufspüren, noch vor dem Mähen. Dabei kommt auch Technik zum Einsatz, eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Beispiel.

Der Jagdschutzverein Neuburg sucht Rehkitze mit Drohnen im Gras

Christine Liepelt ist Vorsitzende des Neuburger Jagdschutzvereins. Wie die Jägerin erzählt, habe der Verein fünf ausgebildete Drohnenpiloten, bald sechs, die den Bauern der Region beim Absuchen ihrer Felder helfen. Die Jäger werden überwiegend von den Revierinhabern, aber auch von den Landwirten selbst kontaktiert. Wenn die Drohne noch nicht gebucht sei, sagt Christine Liepelt, könne man einen Termin zum Fliegen ausmachen. Der beginnt sehr früh am Morgen. „Um vier stehen wir auf, um halb fünf sind wir am Feld.“ Denn je kälter es ist, erklärt die Vorsitzende, desto besser könne die Wärmebildkamera der Drohne ein Rehkitz in der Wiese erkennen.

Dass die Kamera Tierbabys im Gras ausmacht, kommt häufig vor. Wie Christine Liepelt erzählt, hatte der Verein allein in den vergangenen Wochen neun Einsätze in elf Revieren. Dabei wurden 30 Tiere vor den Folgen der Frühjahrsmahd gerettet. Ein Erfolg für beide – Jäger und Landwirte – besonders wenn man bedenkt, dass jährlich knapp 90.000 Rehkitze vom Mähwerk der Maschinen zerstückelt werden.

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Vorsicht: Rehkitze dürfen wegen des Menschengeruchs nicht angefasst werden

Manchmal kommt es vor, dass die Drohne bereits ausgebucht ist. Ist das der Fall, gehen die örtlichen Jäger selbst durch die Felder und suchen nach den Kitzen. Dabei müsse einiges beachtet werden, bekräftigt die Vorsitzende. Die Tiere anzufassen, wie es zum Unglück der Kitze immer wieder vorkommt, sei zum Beispiel ein „absolutes No-Go“. Denn die Geiß nehme den Geruch der Menschen wahr – ihr Fellknäuel dann aber nicht mehr an. Für die Kitze, die den Schutz der Mutter in der Wildnis brauchen, kommt das einem Todesurteil gleich. Deshalb rät die Jägerin mindestens zu Handschuhen. Die Tiere können dann in einen Korb mit viel Gras gelegt, aus dem Feld gebracht und behutsam abgelegt werden.

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