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Neuburg

03.04.2019

Wie Neuburger Messgeräte Kindern in Laos helfen

Tim Pfaff war in Laos, um Ärzte, Pfleger und Techniker im Umgang und der Wartung der Geräte zu schulen.
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Tim Pfaff war in Laos, um Ärzte, Pfleger und Techniker im Umgang und der Wartung der Geräte zu schulen.
Bild: Tim Pfaff

15 Kliniken in dem armen asiatischen Land haben jetzt Bilimeter bekommen. Mit ihnen lassen sich Neugeborene auf eine lebensgefährliche Gelbsucht testen.

Das kleine Mädchen ist erst ein paar Stunden auf der Welt. Sie ist kerngesund, aber ihre Haut schimmert gelblich. An der Ferse wird ihr ein Tropfen Blut abgenommen. Der Bilimeter misst dann, wie viel Bilirubin (kurz Bili) sich im Blut befindet. Das Bllirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und sammelt sich oft bei Neugeborenen im Körper an. Die Folge: Neugeborenengelbsucht. Eigentlich kein Problem, normalerweise wird das Bilirubin nach ein paar Tagen von alleine ausgeschieden. Aber es gibt Kinder, bei denen klappt das nicht. Im schlimmsten Fall lagert es sich im Gehirn an und kann es schwer schädigen.

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In deutschen Krankenhäusern gehört der Bili-Test zum Standard bei Neugeborenen. Doch es gibt Länder, in denen sich die Kliniken kaum Pflaster leisten können, geschweige denn teure Testgeräte. Laos ist so ein Land. Der kleine Nachbar von China, Thailand und Myanmar hat sieben Millionen Einwohner und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die Neugeborenen-Stationen in den Krankenhäusern in Laos sind bei weitem nicht so umfangreich ausgestattet wie die in Deutschland. Jetzt warten in 15 Kliniken Neuburger Bilimeter der neuesten Generation auf ihren Einsatz.
Bild: Tim Pfaff

15 Kliniken in Laos mit modernsten Bilimetern ausgestattet

Dass 15 Kliniken in Laos jetzt mit den modernsten Bilimetern ausgestattet sind, hat das Land unter anderem einer Neuburger Firma zu verdanken. Das Medizintechnik-Unternehmen Pfaff medical hat über das Swiss-Laos-Projekt 15 Geräte zur Verfügung gestellt. Demogeräte und von Kunden zurückgenommene Laborgeräte wurden wieder gängig gemacht, kalibriert und zum Selbstkostenpreis an die Hilfsorganisation verkauft. Die nötigen Verbrauchsmaterialien wurden gespendet und Geschäftsführer Tim Pfaff flog nach Laos, um Ärzte, Pfleger und Techniker für den Umgang mit dem Gerät zu schulen.

Wie Neuburger Messgeräte Kindern in Laos helfen

„Die Zustände in den Kliniken sind schockierend“, berichtet Tim Pfaff von seinen Erfahrungen. „Es ist schmutzig, staubig und heiß.“ Die Säuglingssterberate ist hoch. Etwa 80 von 1000 Säuglingen sterben bei oder kurz nach der Geburt, so Pfaff. Ein Grund sei die Neugeborenengelbsucht, die in vielen Kliniken weder diagnostiziert, noch behandelt wird, weil die Geräte dazu fehlen.

Das hat sich das Swiss-Laos-Projekt zur Aufgabe gemacht

Das Swiss-Laos-Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesundheit von Müttern und ihren Kindern in Laos zu verbessern. In der medizinischen Hilfsorganisation engagieren sich Ärzte, Hebammen, Pflegefachpersonen, Laborantinnen und Medizintechniker. Sie opfern Freizeit beziehungsweise Urlaub, um bei den Einsätzen vor Ort ihr Fachwissen an die laotischen Kollegen weiterzugeben und sie beim Patientenkontakt zu begleiten.

Die Bilimeter hat Dieter Pfaff zusammen mit einer japanischen Firma vor über 20 Jahren entwickelt. Inzwischen plant und vertreibt er die Geräte alleine. „In vielen Ländern, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz, England, Türkei, Israel und Iran sind wir Weltmarktführer“, erklärt Pfaff. Vor sieben Jahren hat er die Firma an seinen Sohn Tim übergeben und ist seither beratend tätig. Zehn Mitarbeiter sind in Neuburg im Dr.-Karl-Lexer-Weg angestellt. Gemessen wird in den Pfaff-Bilimetern nicht mit Chemie, wie Dieter Pfaff versichert, sondern über einen Fotodetektor: „Rund 60 Millionen Kinder wurden inzwischen schon mit unseren Bilimetern auf Gelbsucht getestet.“

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