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Neuburg

09.01.2021

Wie Soldaten aus Neuburg eine Nato-Mission im Baltikum unterstützen

„Antreten“ mal anders, in „Covid-Auflockerung“, ungeordneter aber sicherer.
Bild: Luftwaffengeschwader Neuburg

Plus Über 100 Soldaten aus Neuburg werden im Baltikum stationiert, um den Luftraum zu überwachen. Allerdings geht es nicht auf direktem Wege nach Ämari. Grund dafür ist die Pandemie.

„ Einsatz ist unser Auftrag“ – so lautet der Leitspruch des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg. Seit 2008 überwachen die Soldaten und ihre Eurofighter den süddeutschen Luftraum mit der Alarmrotte. Und jetzt brechen über 100 Soldaten des bayerischen Standortes zum dritten Mal zum Verstärkten Air Policing ins Baltikum auf. Das erste Kontingent für diese Nato-Mission wurde jetzt durch den amtierenden Kommodore, Oberstleutnant Jacob, persönlich verabschiedet.

Soldaten aus Neuburg müssen für ihren Einsatz erstmals in Quarantäne

Um den Einsatz antreten zu dürfen, müssen die Soldaten dieses Jahr erstmalig in eine zweiwöchige Quarantäne. Diese Sicherheitsmaßnahme wurde aufgrund der aktuellen Covid-Situation festgelegt. „Den ein oder anderen mag das etwas nerven, aber nutzen Sie die Zeit, um sich noch mal zu erholen. Der Einsatz selbst ist herausfordernd und wird anstrengend, insbesondere unter den Covid-Auflagen“, so Jacob.

Die Geschwaderangehörigen verlegten am Montagmorgen mit fünf Bussen nach Hannover, um ihre Zimmer in dem dafür bereitgestellten Hotel zu beziehen. Da sie ihre Zimmer täglich nur einmal für eine Stunde unter Aufsicht und strengen Regelungen verlassen dürfen, werden sie während ihres Aufenthalts von Kameraden des Lufttransportgeschwaders 62 aus Wunstorf betreut.

Schon vor Wochen hatten die Vorbereitungen für den Einsatz im Baltikum begonnen. Trotz langjähriger internationaler Erfahrungen bei Übungen, Einsätzen und viel Routine gab es doch genug zu tun für die 1000 Soldaten im Geschwader. Besonders für Transport und Logistik, das Training der Piloten und den Technischen Staffeln.

Für das Air Policing im Baltikum gelten die gleichen Regeln wie in Deutschland. Die Jagdflugzeuge müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von 15 Minuten nach Erhalt des Einsatzbefehls in der Luft sein, um auffällig gewordene Flugziele zu identifizieren. Dringt ein fremdes Flugzeug ohne Freigabe in den Nato-Luftraum ein, wird es von der Alarmrotte abgefangen, identifiziert und gegebenenfalls weitere Maßnahmen angeordnet.

Soldaten im Baltikum: Geleitet wird die Mission vom Nato-Gefechtsstand

Der Nordatlantikrat hatte 2014 als Reaktion auf die Krise in der Ukraine die Verstärkung des Nato Air Policing über den baltischen Staaten beschlossen. Seit 2004 übernimmt dort das Bündnis die Luftverteidigung, da Litauen, Lettland und Estland über keine eigenen Kampfflugzeuge verfügen. Geleitet wird die Mission vom Nato-Gefechtsstand, dem sogenannten Combined Air Operations Centre, in Uedem. Hier laufen alle Fäden der Bündnispartner zusammen. Deutschland zählt gemeinsam mit Polen und den USA zu den wichtigsten Truppenstellern. (nr)

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