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Bertoldsheim

23.10.2020

Wie der Vogelschutz den Brückenbau in Bertoldsheim bremst

Immer wieder wurde die Kraftwerksbrücke Bertoldsheim untersucht.
Bild: Winfried Rein

Plus Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen errichtet für 20 Millionen Euro einen Donauübergang bei Bertoldsheim. Der Bau dauert mindestens drei Jahre, weil der Naturschutz eine Winterpause verlangt.

„Der Golden Gate Bridge machen wir keine Konkurrenz.“ Die Brücke, die der Landkreis nächstes Jahr bei Bertoldsheim über die Donau bauen will, sei aber auch keine Kleinigkeit, betont Markus Laumer, der Tiefbaureferent des Kreises. Sie werde immerhin 168 Meter lang sein, knapp 20 Millionen Euro kosten und drei Jahre Bauzeit erfordern.

Der Kreistag bekräftigte einen bereits früher gefassten Brückenbeschluss einstimmig. Die Kostensteigerung von einst zwölf Millionen auf jetzt 19,3 Millionen Euro sei allerdings ärgerlich, „und das wird auch von der Bevölkerung so gesehen“, hat CSU-Kreisrat Reinhardt Reißner beobachtet. Die Kosten seien jetzt stabil, antwortete Markus Laumer, Preissteigerungen wie in den Jahren 2015 bis 2019 seien nun ausgeblieben. Weil der Bau erst 2021 beginne, müsse die volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent (derzeit 16 Prozent) eingerechnet werden.

Bau der Brücke in Bertoldsheim soll im Frühjahr beginnen

Hohe Naturschutzauflagen verteuern das Brückenprojekt zusätzlich. „Wenn wir alle Auflagen einhalten, dann könnten wir gar nicht bauen“, sagte Markus Laumer den Kreisräten. Auf die empörte Frage von Norbert Mages (Grüne), wie er das gemeint habe, ging der Tiefbauingenieur ins Detail. Von November bis März dürfe man nicht bauen, weil der Stausee Bertoldsheim im Winter ein international bedeutendes Vogelrastgebiet sei. Im Frühjahr und Sommer dürfte man auch nicht bauen, weil die TU München hier die höchste Hochwasserwahrscheinlichkeit sehe. Da bleibt nicht mehr viel übrig.

Letztlich haben sich die Landkreisvertreter mit Kraftwerksbetreiber Uniper darauf geeinigt, dass man – unter besonderen Vorkehrungen – doch im Frühjahr/Sommer mit dem Brückenbau beginnen und fortfahren könne. Im Winter müsse die Wasser- und Uferbaustelle geräumt werden, „weil der Anblick der Geräte die rastenden Vögel beeinträchtigt“, so Laumer. Billiger wird der Bau damit nicht. Die Überbrückung der Donau mit der Kreisstraße ND11 wird also tatsächlich ein „spannendes Projekt und kein Trivialbau“, sagte Laumer. Die Brücke erhält vier Pfeiler, soll zweimal 50 Meter Spannweite aufweisen, zwölf Meter breit sein (Fahrbahn acht Meter) und nur wenige Meter oberhalb der bestehenden Kraftwerksbrücke entstehen.

Neuburg: Im Mai 2023 soll die neue Brücke über die Donau fertig sein

Ein Meter Freibord zur Wasserkante auch bei Hochwasser wird vorgeschrieben. In den Bau fließen Eisstoßberechnungen mit ein, denn der Stausee Bertoldsheim friert gelegentlich zu. Über die neue Brücke darf später nur der Kraftverkehr fahren. Fußgänger und Radler benutzen die danebenliegende Kraftwerksbrücke. Sie wird allerdings – wenn die Kreisbrücke fertig ist – abgerissen und von der Rhein-Main-Donau AG komplett neu errichtet. Die Landkreisvertreter gehen davon aus, dass beide Brücken im Jahr 2024 befahren werden können. Die neue Brücke soll schon im Mai 2023 in Betrieb gehen. „Gehen wir mal davon aus“, sagt Markus Laumer.

Der Planfeststellungsbescheid liegt vor, es habe wenig Einwendungen gegeben. Im Januar rechnet der Kreis mit der Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns. Start soll im Juli 2021 nach den Ausschreibungen und Vergaben sein. Ein Antrag auf Förderung liegt in München, der Landkreis wünscht sich „mindestens 70 Prozent Zuschuss“.

Ursprünglich sollte die bestehende Donaubrücke erneuert werden

Ursprünglich sollte nur der Oberbau der bestehenden Donaubrücke erneuert werden. Sie hat bisher immerhin 53 Jahre lang ihren Dienst getan. Im Sommer 1967 hatten die Bertoldsheimer mit Regierungspräsident Frank Sieder (Schwaben) und ihrem Landtagsabgeordneten Rudolf Roßkopf ( CSU) die Brücke an der neuen Staustufe eingeweiht. Ohne den Einsatz von Rudolf Roßkopf wäre wohl weder in Bertoldsheim noch in Bergheim eine öffentliche Straßenbrücke an den Wasserkraftwerken gebaut worden.

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