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Neuburg

03.06.2020

Wie die Neuburger Vhs schrittweise öffnet

Christa Jerominek-Mundil, Geschäftsführerin der Volkshochschule Neuburg, bereitet momentan die schrittweise Öffnung der Vhs vor.

Plus In der Neuburger Volkshochschule läuft es bisher nur online, doch bald sollen wieder einige Kurse vor Ort angeboten werden. Das ist aber mit vielen Hindernissen verbunden.

Dass die Volkshochschulen in einem Atemzug mit Bordellbetrieben genannt wurden, konnte die Geschäftsführerin der Vhs Neuburg., Christa Jerominek-Mundil, nur mit viel Humor ertragen. Lange schienen die Volkshochschulen beim Öffnungsszenario nach der Corona-Welle einfach vergessen worden zu sein. Und auch jetzt fühlt sich die Geschäftsführerin gegenüber anderen Einrichtungen benachteiligt.

„Lange Zeit wurden die Volkshochschulen im Wiedereröffnungsplan überhaupt nicht erwähnt, dann fielen sie unter Freizeitvergnügen und damit in die gleiche Rubrik wie Bordelle.“ Dass die Vhs für Erwachsenenbildung steht und zudem auch vorgeschriebene Sprach- und Integrationskurse für Flüchtlinge und Immigranten anbietet, hat niemanden interessiert. Und selbst jetzt, da Schulen und Kindergärten ihren Betrieb zumindest eingeschränkt wieder aufgenommen haben, und auch Sportstudios demnächst wieder unter Auflagen öffnen dürfen, bleibt die Volkshochschule geschlossen. Als Öffnungstermin steht nun aber der Montag nach den Pfingstferien fest. Und Outdoor-Kurse, wie zum Beispiel der Pferdeführerschein, die bereits vorher als Ferienkurse an Pfingsten gebucht wurden, können wieder stattfinden – sofern die Lehrer das wollen und auch die angemeldeten Schüler kommen.

Öffnungstermin der Neuburger Vhs ist der Montag nach den Pfingstferien

Allerdings werde bei jedem Kurs die Teilnehmerzahl an die Hygienevorschriften angepasst. Momentan arbeitet sie mit Hochdruck daran, die Vorgaben einzuarbeiten, die an einer Wiedereröffnung der Schulungsräume hängen. Der Einlass muss genauso geregelt werden wie der zeitlich gestaffelte Beginn der Kurse, damit sich nicht zu viele Menschen in den Gängen und den Räumen begegnen können. Für die Schulungsräume und Toiletten wurden Desinfektionsmittelspender angeschafft. Außerdem Sprühflaschen zum Desinfizieren von Mobiliar und Gerätschaften. Diese bisher propagierte Sprühdesinfizierung soll aber laut einer neuesten Verlautbarung des Robert-Koch-Instituts gar nicht so viel bringen. Auf Sprühnebel sollte laut dieser Veröffentlichung ganz verzichtet werden.

Der Umgang mit den ständig geänderten Vorschriften kostet eine Menge Zeit. Christa Jerominek-Mundil kann oft die Planung von Maßnahmen von vorne beginnen. Außerdem ist bereits gekauftes Material manchmal gar nicht mehr notwendig. Es ist nicht leicht, bei den vielen Änderungen immer den neuesten Stand umzusetzen. „Auf jeden Fall müssen wir die Kurse herunterfahren, schon alleine wegen des Abstandsgebotes.“ Für die Vhs ein Unterfangen, das auch auf die Finanzen drückt. Damit die Kurse kostendeckend sind, müssen mindestens acht Teilnehmer buchen. Auch schon vor Corona wurden kleinere Kurse von besser besuchten Kursen mitfinanziert. Jetzt werde es erst mal nur kleine Kurse geben, so die Geschäftsführerin. Und manche Kurse würden sich mit noch weniger Kursteilnehmer einfach nicht rechnen. „Wir haben für unsere beliebten Kochkurse drei Kochinseln, an denen normalerweise jeweils vier Personen arbeiten.“ Unter den Hygienevorgaben wären nur noch insgesamt drei Personen plus die Lehrkraft möglich. Und dann müsste die auch noch ihre eigenen Kochutensilien mitbringen. „Überall dort, wo Material und Werkzeug durch mehrere Hände geht, wie beim Goldschmiedekurs, ist es nicht praktikabel, nach jedem Handgriff zu desinfizieren.“ Solche Kurse könnten einfach noch nicht stattfinden. Trotzdem freut sich Christa Jerominek-Mundil auf den Neustart und arbeitet mit ihren drei Mitarbeiterinnen – eine Vollzeit-Verwaltungsangestellte und zwei Pädagogische Mitarbeiterinnen auf zwei halben Stellen – mit Nachdruck an den Vorbereitungen.

Präsenzunterricht an der Vhs ist nicht so leicht zu ersetzen

Es wurden zwar auch Kurse via Internet angeboten und durchgeführt. Aber oft klagten entweder die Dozenten oder die Schüler über unzureichende Internetzugänge oder es fehlte an technischen Möglichkeiten. „Wir haben auch auf dem digitalen Bereich viel dazugelernt, aber der Präsenzunterricht ist meist nicht so leicht zu ersetzen.“ Vor allem die Pflichtkurse sollen möglichst rasch wieder anlaufen. Schließlich bereiten sich die Teilnehmer in den Sprach- und Integrationskursen auf die Prüfung vor, die ihnen eine Einbürgerung erst ermöglicht.

Welche Kurse in welcher Form angeboten werden, kann man in den nächsten Tagen und Wochen erfahren unter www.vhsneuburg.de.

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