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Neuburg

26.02.2018

Wie die Sonax-Mauer gewachsen ist

In den 1950er Jahren war noch Platz rund um die Unternehmensgruppe Hoffmann. Mittlerweile verläuft entlang der Sudetenlandstraße ein Mischgebiet mit Wohnungen. Trotz des Lärmpegels, der die Grenzwerte nicht übersteigt, hat sich die Firma Sonax dazu entschlossen, eine Mauer hochzuziehen.
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In den 1950er Jahren war noch Platz rund um die Unternehmensgruppe Hoffmann. Mittlerweile verläuft entlang der Sudetenlandstraße ein Mischgebiet mit Wohnungen. Trotz des Lärmpegels, der die Grenzwerte nicht übersteigt, hat sich die Firma Sonax dazu entschlossen, eine Mauer hochzuziehen.
Bild: Sonax, honorarfrei

Sind am Ende alle zufrieden? Die Firma Sonax berichtet, warum der Schallschutz entlang der Sudetenlandstraße hochgezogen wurde und mit welchen Problemen das Unternehmen zu kämpfen hatte.

„Auf gute Nachbarschaft!“ Mit diesem Slogan macht die Firma Sonax bei ihren Nachbarn Werbung – die sie mittlerweile gar nicht mehr sehen kann. Seit Dezember trennt die Produktionsstätten des Autopflegeprodukte-Herstellers eine meterhohe Lärmwand von den Anwohnern an der Sudetenlandstraße. Auf gute Nachbarschaft, denn in der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme. „Diese Lärmschutzmauer dient weniger der Abschottung als dem Schutz der Nachbarn vor störenden Geräuschen“, berichtet das Neuburger Unternehmen. Denn seit Jahren beklagten sich die dortigen Anwohner immer wieder über den Lärmpegel des Betriebsgeländes, der sich trotz größter Bemühungen vonseiten des Konzerns nicht vermeiden lässt.

Der von einem Architekten in enger Abstimmung mit den Anwohnern ausgearbeitete Entwurf aus Beton und Blech orientiert sich optisch an der Lagerhalle in Nachbarschaft zur Feuerwehr, die 2014 eingeweiht wurde. Kästchenartige Versätze lassen dabei die Wand eher wie ein Gebäude als eine Mauer wirken, verbessern gleichzeitig die Statik und lassen Raum für Begrünung. Der geplante Grünstreifen aus Kletterpflanzen und einzelnen Bäumen trägt zu einem natürlichen Bild bei und bindet die Wand optisch in die Sudentenlandstraße ein.

Während das Werksgelände ursprünglich außerhalb der Stadt lag, entstand ab Ende der 1960er Jahre zunehmend Bebauung. Die Stadtverwaltung versuchte, dieser Entwicklung mit einem Flächennutzungsplan beizukommen – das Areal um das Betriebsgelände wurde damit als Gewerbemischgebiet ausgewiesen. Das bedeutet, dass hier Gewerbe und Wohnräume gemischt oder direkt nebeneinander existieren können und dafür auch höhere Lärmwerte erlaubt sind.

Insbesondere für Handwerksbetriebe und Bauernhöfe war diese Regelung relevant. Im Laufe der Zeit verschwanden die kleinen Betriebe. Sie wurden stillgelegt oder sind abgewandert in Industriegebiete. Mehr und mehr entwickelten sich Wohnflächen. Damals günstig erworbene Grundstücke wurden als Wohnraum attraktiv und zum Teil verkauft.

Bei Hoffmann und Sonax ist man sich einig: Gute Nachbarschaft war schon immer wichtig. Man wolle etwas dafür tun, heißt es vonseiten des Betriebs und man habe bereits einiges getan. Für den Lärmschutz im Gebiet der Karl-Konrad- und Sudetenlandstraße konnte mit dem Bau der Halle eine wesentliche Verbesserung erzielt werden, da durch die Art und die Größe des Gebäudes unvermeidbarer Lärm innerhalb des Werksgeländes gehalten wird.

Für die Sudetenlandstraße bis hin zur nächsten Parallelstraße, der Vältinstraße, konnte jedoch bisher keine wesentliche Verbesserung erzielt werden. Sonax stellte nach vielen Jahren der Diskussion daher im Jahre 2015 bei der Stadt Neuburg eine Bauvoranfrage zur Errichtung einer Lärmschutzwand entlang der Sudetenlandstraße.

Für das gesamte Werk wurde in den Jahren 2016 ein komplettes Lärmkataster erstellt. Auch wenn die Lärmimmission auf die Nachbarn weit im Rahmen der Grenzwerte ist, wurden dennoch weitere Verbesserungen in den Anlagen und den Gebäuden gezielt vorgenommen.

Mit der Baugenehmigung fiel der Stadt die Entscheidung nicht so leicht. Trotz der architektonischen Gestaltung der Mauer wurde die Größe und die Notwendigkeit infrage gestellt. Das vorher durchgeführte Lärmschutzkataster zeigte ja die Einhaltung der Lärmwerte. Erst die massive Fürsprache einiger Nachbarn führte dann zur Genehmigung. Wenn auch mit zusätzlichen Auflagen.

Nachdem die ausführende Firma für den Bau der Lärmschutzwand aufgrund hoher Auftragslast erst einmal auf sich warten ließ, konnten die Bauarbeiten erst Ende November 2017 beginnen. Anfang Dezember rückte aber dann endlich das Bohrgerät zur Erstellung der Bohrpfähle für die Wandträger an. So konnten dann im Januar die Metallträger gestellt und die Fertigteile von einem Kran eingehängt werden. Bautechnisch ist die Mauer so geplant, dass der untere Teil beständig gegen Frost und Streusalz ist, der obere Abschnitt dagegen durch eine höhere Porosität den Schall gut adsorbieren kann. Das zusätzlich oben angebrachte Wellblech reduziert die Schallreflexion zusätzlich. Und grün soll es werden: Von den Rankgittern entlang des Baus verspricht sich die Firma Sonax eine schnelle Begrünung. Und auch die Bäume wurden soweit wie möglich erhalten. In den breiten Buchten werden an der Außenseite weitere Bäume gepflanzt.

Sobald der Winter vorüber ist, sind noch weitere Arbeiten vorgesehen, berichtet das Unternehmen: Die Lücke zwischen der alten Einfriedungsmauer und der Schallschutzmauer soll geschlossen werden, die Beleuchtung wird von der Stadt wieder hergerichtet, der Gehweg wird saniert, und ein Grünstreifen zwischen Weg und Mauer angelegt. (nr)

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