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Birdland

28.01.2013

Wie ein Mobile in sanfter Brise

Die aus Seoul stammende Pianistin Gee Hye Lee und ihre Band bezauberten im Neuburger Birdland Club.
Bild: Christian Wurm

Das Gee Hye Lee-Trio in einem Spiel mit Elfenbein und Ebenholz

Neuburg Achtundachtzig Tasten, je vier Saiten, Trommeln, Becken, Pianotrio im Birdland – eine never ending story! Dennoch ist jedes Kapitel in sich geschlossen in der Reihe Art of Piano. Zum 145. Mal erklang jetzt der clubeigene Bösendorfer in einer Veranstaltungsserie, die ihresgleichen sucht und wohl einzigartig ist in Europa. Die das Klavier in den Mittelpunkt stellt und damit seine unerschöpflichen Möglichkeiten das Augenmerk schenkt.

Zart und leise, nicht ohne Temperament

Gee Hye Lee war es diesmal, die dem Spiel mit Elfenbein und Ebenholz ihren Stempel aufdrückte, eher zart und leise, nicht ohne Temperament. Überaus attraktiv war, was die aus Seoul stammende Stuttgarterin ins Gewölbe des Jazzclubs entsandte. Kammermusik vom Feinsten, aufmerksam, filigran, nuanciert und sensibel, im zweiten Set ein Stück zu viel Kopf, zu wenig Flow, gleichwohl geprägt von ausgezeichneter Balance aus Individualität, Intuition, wacher Intelligenz und sehr persönlichem Charme, mal eher versunken, dann wieder in quirligem Wirbel.

Im Strudel der Fantasie

Kaum reizender kann die Mischung aus Swing, Melodie und interaktiver Konzentration sein, Musik, die das Herz befreit von jeglicher Last, woran Markus Bodenseh am Bass und Sebastian Merk am Schlagzeug in unaufdringlich präsenter Weise und sensitivem Zusammenspiel jede Menge Anteil haben in bester Tradition eines Trios, das sich bewegt wie ein Mobile in sanfter Brise. Es geht auch ohne großen Wellenschlag im kreativen Strudel der Fantasie. Die Reihe wird fortgesetzt.

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