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Ingolstadt 

24.09.2019

Wie geht es bei Audi weiter? 

Werden die vier Ringe irgendwann wieder so glänzen wie in der jüngeren Vergangenheit? Die kommenden Wochen und Monate werden für das Unternehmen und den Standort Ingolstadt entscheidend sein.
Bild: Ulrich Wagner

Die Ingolstädter VW-Tochter befindet sich mitten im Umbau. Die kommenden Wochen und Monate werden dabei entscheidend sein. Die IG Metall bringt sich in Stellung.

Die IG Metall Ingolstadt rüstet sich für die entscheidenden Wochen und Monate beim Umbau von Audi. Wie Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt, sagte, will die Gewerkschaft ihre Positionen künftig „pointierter kommunizieren“.

Wie mehrfach ausführlich berichtet, könnte bei den anstehenden Verhandlungen zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern ein heißer Herbst anstehen, wenn es um Produktportfolio und die Werkebelegung geht. Derzeit befinde man sich – wie Unternehmen und Betriebsrat bestätigen – allerdings nach wie vor auf Gesprächs- und nicht auf konkreter Verhandlungsebene. Hintergrund: Audi – durch Abgas-Skandal, den Absatzeinbruch, durch Digitalisierung, E-Mobilität und die zweite Runde der WLTP-Umstellungen ziemlich gefordert – will bis 2022 15 Milliarden Euro an Kosten einsparen und viel elektrischer werden. Bis 2025 sollen 40 Prozent aller verkauften Autos Elektro- und Hybridfahrzeuge sein. Außerdem will die VW-Tochter Stellen abbauen. Zwar gilt für die Audianer die Beschäftigungsgarantie an den deutschen Standorten bis 2025. Dennoch wird bereits jetzt – etwa über Altersteilzeitmodelle – Personal reduziert. Die Frage, in Zeiten von Digitalisierung und E-Offensive, ist mittelfristig: Wie viel?

IG-Metall-Chef Stiedl: Unternehmen schalten in „neoliberalen Krisenmodus“

IG-Metall-Chef Stiedl hat darauf keine Antwort allerdings eine klare Position, wie er bei einem Pressegespräch zur Zukunft der Automobilindustrie erklärte. Seine deutlichen Worte beziehen sich nicht nur auf Audi, sondern allgemein auf die Branche. Stiedl sagte: „Wir erleben wieder einmal, dass Unternehmen beim kleinsten Anzeichen eines Rückganges in den neoliberalen Krisenmodus schalten und Stellenstreichungen und Sozialabbau ins Feld führen.“ Dabei habe genau diese „neoliberale Antwort zur akuten Krise von Konjunktur und Demokratien beigetragen“.

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Wie es in einem Positionspapier heißt, fordert die bei Audi bestens organisierte Gewerkschaft – mit Blick auf die nach wie vor sehr verunsicherte Belegschaft – daher, dass bald klar wird, was der Umbau für die Audianer konkret bedeutet. Eine Umstrukturierung „alleine auf Kosten der Beschäftigten“ werde man – auch angesichts in der Vergangenheit getroffener, „inkonsequenter Entscheidungen und individueller Fehler im Management“ – nicht mittragen. Für die Personalstrategie fordert die Gewerkschaft die Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis 2030 und umfassende Qualifizierungskonzepte, sprich: intern umschulen. Außerdem: die „ Erweiterung der Mitbestimmung bei der Einführung und Verortung neuer Technologien, neuer Modelle und künftiger Produktionsvolumina“. Und: ein „klares Bekenntnis zu den Ausbildungsplatzzahlen der deutschen Standorte“.

Nächste Audi-Betriebsversammlung dürfte spannend werden

Die in zwei Wochen bei Audi anstehende dritte reguläre Betriebsversammlung dürfte angesichts dessen spannend werden.

Trotz der Probleme bei Audi sieht Stiedl die Region insgesamt aber nicht in eine „große wirtschaftliche Krise schlittern“. Man könne den Strukturwandel meistern.

Jürgen Kerner, Vorstandsmitglied der IG Metall, analysierte die Situation der deutschen Automobilindustrie im September 2019 so: Die globalen Handelsstreitigkeiten hinterließen zwar „Bremsspuren“. Zugleich aber bliebe die Beschäftigungslage der Branche in Deutschland aus Sicht der IG Metall derzeit „stabil“. Für die schwierige Zeit des Strukturwandels müsse allerdings gelten: „Mensch geht vor Marge.“(kuepp)

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