1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Wie läuft der E-Scooter-Verleih in Ingolstadt?

Ingolstadt

06.09.2019

Wie läuft der E-Scooter-Verleih in Ingolstadt?

Auch in Ingolstadt sieht man seit diesem Sommer Menschen auf fast lautlosen Rollern durch die Stadt cruisen. Hier werden sie von der Firma Tier Mobility zum Verleih angeboten. Weitere Anbieter könnten laut Stadt dazukommen.
Bild: Oliver Berg/dpa

Seit Anfang August kann man auf der Schanz E-Scooter ausleihen. Wie läuft das Geschäft? Gut! So lautet eine vorläufige Bilanz nach den ersten Wochen.

Seit Anfang August bevölkern sie die Ingolstädter Innenstadt. Die Firma Tier Mobility GmbH mit Sitz in Berlin betreibt nun 150 E-Roller im Stadtgebiet. Diese E-Scooter können via App mit dem Handy gebucht werden. Laut Timur Bayraktar, der sich um die Roller in Ingolstadt kümmert, werden sie gut gebucht.

Timur Bayraktar ist bei der Anbieterfirma dafür verantwortlich, dass die Scooter zur Verfügung stehen. Er koordiniert die Abholung und Verteilung. Denn die Scooter können so gut wie überall abgestellt werden. Der Anbieter verteilt sie morgens an definierten Abholpositionen. Abends werden die Roller dann wieder eingesammelt, über Nacht geladen und morgens über das Stadtgebiet verteilt.

E-Scooter werden nachts mit Diesel-Transportern eingesammelt

Auch wegen dieser Praxis ist der E-Scooter ins Gerede gekommen. Bisher nutzt auch die Tier Mobility GmbH in Ingolstadt dieselbetriebene Transporter, um die Roller zu verteilen und wieder einzusammeln. Darauf angesprochen versicherte Timur Bayraktar, dass das Unternehmen über Lösungen nachdenke. Es geht ja nicht nur um Ingolstadt. Die Firma bietet in 16 deutschen Metropolen E-Scooter an. Auch in Städten in Spanien, Schweden, Österreich, Finnland, Frankreich, Norwegen und der Schweiz. Sogar in Abu Dhabi ist Tier vertreten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

In Ingolstadt könnten bald weitere Anbieter E-Scooter verleihen

Fragt man bei der Stadt Ingolstadt nach, so erfährt man dort, dass die Tier Mobility bisher der einzige Anbieter von E-Scootern ist. Das aber könne sich ändern, da schon Anfragen anderer Anbieter vorlägen, so das Presseamt der Stadt. Zu Gesprächen sei es laut Stadt aber noch nicht gekommen. Ob ein Mitbewerber in Ingolstadt antritt, davon macht Tier Mobility auch abhängig, ob noch mehr E-Roller angeboten werden.

Die Stadt unterstützt die Anbieter und hofft, dass durch die Elektroroller so manches Auto für die Kurzstrecke stehen bleibt. Infrastruktur müsse bisher nicht geschaffen werden. Es sei auch nichts in Planung, denn der Roller dürfe überall dort abgestellt werden, wo er nicht stört. Laut Bernd Betz vom Presseamt funktioniert das bisher ganz gut. „Außer einigen vereinzelten Beschwerden kam bisher bei uns nicht viel Negatives an.“ Und auch Timur Bayraktar lobt: „Von unseren Kunden kommt nur positives Feedback. Beschwerden betreffen hauptsächlich rücksichtslose E-Scooter-Fahrer.“

Nachts werden die Roller im digitalen Gründerzentrum brigk gewartet und geladen

Mit im Boot sitzt auch das digitale Gründerzentrum brigk. Es ist Teil der Kooperation, zu der auch die Stadtwerke Ingolstadt und Audi gehören, die den Start von Tier in Ingolstadt ermöglicht haben. Außerdem sind das Tier-Lager und -Hauptquartier für Ingolstadt aktuell im brigk Makerspace in der Schollstraße angesiedelt. Dort werden jeden Abend die Scooter geladen und gewartet.

Die Elektroroller werden via Internet in einem begrenzten Gebiet lokalisiert. Das reicht im Westen vom Klinikum bis im Nordosten an die Autobahn. Und von Ringsee im Osten bis in den Süden, wo etwa die Hälfte von Hagau erschlossen ist. Bis zu 35 Kilometer weit kann man die Roller laut Betreiber elektrisch fahren, bis der Akkustrom aufgebraucht ist. Beim Buchen entstehen Kosten von einem Euro pauschal plus 15 Cent je genutzter Minute.

Was ist mit dem Umweltschutz?

Elektro-Tretroller tragen dem Umweltbundesamt zufolge kaum zu einer umweltfreundlicheren Mobilität in Innenstädten bei. „Die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können regelmäßig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zum Fahrrad seien sie die „deutlich umweltschädlichere“ Variante. Hilfreicher wäre es, wenn Verleih-Anbieter die Fahrzeuge in Außenbezirken aufstellen würden. „Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zu Bus oder Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu überbrücken“, sagte Krautzberger. Allerdings sei das privat genutzte Auto in Städten das „deutlich größere Umweltproblem“, betonte Krautzberger, „sowohl was die Schadstoffe als auch was den Lärm angeht.“ Städte müssten etwa die Zahl der Stellplätze für Autos deutlich reduzieren, auch um mehr Platz für Rad- und Fußwege zu schaffen. 

Hat es mehr Unfälle durch die E-Scooter gegeben?

Laut Verkehrspolizei Ingolstadt ist die Zahl der Verkehrsunfälle durch E-Scooter nicht angestiegen, seit der Verleih der Geräte in Ingolstadt möglich ist. (dpa, nr)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren