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Einkaufen in Neuburg

14.08.2020

Wie verändert Corona die Neuburger Innenstadt?

Die Temperaturen sind hoch und die Preise niedrig, dennoch kommt in der Neuburger Innenstadt im Corona-Sommer keine richtige Kauflaune auf.
Bild: Andreas Dengler

Plus Neuburger Geschäfte verkürzen die Öffnungszeiten. Die Corona-Krise und die Hitze schrecken Kunden ab. Warum das Neuburger Stadtmarketing trotzdem positiv in die Zukunft blickt.

Der Sommerschlussverkauf läuft auf Hochtouren. Die Läden in der Neuburger Innenstadt sind voll mit Waren. Große Sale-Plakate prangen an den Eingängen und Schaufenstern. Also alles perfekt für eine sommerliche Shoppingtour? Nicht ganz. Was in der Innenstadt fehlt, sind kauflustige Kunden. Trotz Mehrwertsteuersenkung ist die Nachfrage verhalten. Die Hitzewelle und die geltenden Hygienevorschriften machen es nicht besser. Die Händler reagieren bereits und verkürzen die Öffnungszeiten. Das Neuburger Stadtmarketing bleibt trotz der Leerstände und der Verkaufsflaute aber zuversichtlich.

Neuburger Einzelhandel spürt Corona-Krise

Doppelt getroffen von der Corona-Krise und ihren Auswirkungen ist das Trachtengeschäft Bergmair in der Schmidstraße. Während des Lockdowns musste das Geschäft schließen. Nach der Wiedereröffnung blieb der große Ansturm aus, weil Corona keine Feste zulässt. Eben genau jene Anlässe, für die Dirndl und Lederhosen bevorzugt gekauft werden. Alle Volksfeste seien in diesem Jahr abgesagt, da werde einfach viel weniger Tracht gebraucht, erklärt die Besitzerin Elfi Bergmair niedergeschlagen. Seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown hat Bergmair die Öffnungszeiten verändert.

Die Glaskünstlerin Gerda Kaiser von Dea Vitrum in der Luitpoldstraße ist in einer ähnlichen Situation: „Es ist noch immer sehr ruhig.“ Kaiser verkauft Wohnaccessoires und Glaskunst. Im Gespräch wird deutlich, dass weniger die Corona-Schließung, sondern die ausgefallenen Hochzeiten, Taufen und Kommunionen den Umsatz schmälern. Angepasste Öffnungszeiten und ein Onlineshop sind Kaisers Antwort.

Modegeschäfte in Neuburg machen früher zu

Nicht nur Spezialgeschäfte leiden im Corona-Sommer unter weniger Kundschaft, sondern auch Modegeschäfte. Der Neuburger Trend-Shop in der Färberstraße schraubte deshalb an den Öffnungszeiten und reduzierte sie um eine Stunde. Der Grund für die Verkürzung sei die fehlende Kundschaft zu den Randzeiten, sagt Juniorchef Martin Festl auf telefonische Nachfrage. Der Lockdown habe den Einzelhandel schwer getroffen, riskante Investitionen oder unrentable Öffnungszeiten könne sich keiner leisten, schildert Festl. Hinsichtlich der Öffnungszeiten würde sich der Juniorchef wünschen, dass sich alle Neuburger Einzelhändler auf gemeinsame Öffnungszeiten einigen. Neben dem Trend-Shop reduzierten auch der Cecil-Store in der Schmidstraße und das Modehaus Bullinger die Öffnungszeiten.

Selbst Lebensmittelgeschäfte stehen vor coronabedingten Veränderungen. Wo in anderen Branchen die Kunden ausblieben, war in der Krise die Nachfrage nach Lebensmitteln besonders groß. Die Händler mussten ihre Geschäfte nicht schließen. Dennoch wird jetzt an der Uhr gedreht.

Das Neuburger Obstkistl hat die Öffnungszeiten verkürzt.
Bild: Andreas Dengler

Das Neuburger Obstkistl in der Rosenstraße hat seit Anfang August die Öffnungszeiten radikal reduziert. Der Grund dafür seien die vielen Überstunden der Angestellten, erklärt Wolfgang Demel. Er ist der Chef des Neuburger Obstkistls. Noch bis Anfang September hat der Obst- und Gemüseladen von Montag bis Donnerstag an den Nachmittagen geschlossen. Dank der neuen Geschäftszeiten können die Mitarbeiter die Überstunden abbauen. Die Metzgerei Ensinger in der Hechtenstraße hat aufgrund der momentanen Geschäftslage ebenfalls die Öffnungszeiten verkürzt.

Bonita-Filiale in Neuburg nicht wegen Corona geschlossen

Geschäftsaufgaben wegen der Corona-Krise blieben bisher in der Neuburger Innenstadt aus. Die jüngste Schließung war in der Schmidstraße: Die Neuburger Bonita-Filiale hat ihre Geschäftsräume geräumt. Die Schließung stehe aber nicht im Zusammenhang mit Corona, betont Stadtmarketingleiter Michael Regnet. Bereits im Februar sei klar gewesen, dass das Unternehmen künftig nur noch die Ingolstädter Filiale betreiben wolle. Der Weggang von Bonita reißt ein Loch in Neuburgs Flaniermeile. Wie das leer stehende Geschäft genutzt wird, sei noch offen. Zwar seien bereits Anfragen bei den Maklern eingegangen, aber noch nichts Konkretes. „Momentan sei es nicht die beste Zeit, um einen Shop zu eröffnen“, betont Regnet.

Die Damenmodekette Bonita hat ihre Filiale in Neuburg geschlossen.
Bild: Andreas Dengler

Wer mit wachen Augen durch die Innenstadt geht, bemerkt aber noch weitere Leerstände. Wegen eines Umzugs steht am Oswaldplatz ein Salon leer. Für das ehemalige Fotogeschäft in der Luitpoldstraße hat sich inzwischen ein Nachmieter gefunden: Dort wird die Schlossfestmode einziehen. Die Schaufenster sind bereits mit dem Firmennamen beklebt. Der Umzug der Schlossfestmode bringt aber einen Leerstand in der Adlerstraße mit sich.

Neuburger Telekom-Shop zieht um

Eine weitere ungenutzte Ladenfläche liegt in der Hirschenstraße. In der Rosenstraße wird sich zu dem ehemaligen Schuhgeschäft Stiglmair ein weiterer Leerstand gesellen. Der Telekom-Laden werde um die Ecke in die Färberstraße ziehen, sagt Regnet. In dem noch im Bau befindenden Gebäude zwischen Bistro und Optiker seien insgesamt zwei Ladenflächen geplant, erklärt Regnet.

Das Stadtmarketing hat die Leerstände im Blick. Um neue Geschäfte nach Neuburg zu locken, geht es auf die Unternehmen direkt zu. Kürzlich fragte Regnet bei dem Fischrestaurant Nordsee sowie bei den Schuhläden Footlocker und Snipes an, ob Interesse an einer Geschäftseröffnung in Neuburg bestehe. Bei den drei Unternehmen war Regnets Initiative jedoch erfolglos. „Neuburg wächst und wir haben eine gute und interessante Bevölkerungsstruktur“, urteilt Regnet über die Stadt als Standort. Lediglich die Nähe zu Ingolstadt sowie die derzeitige Krise erschweren den Zuzug von neuen Geschäften. Corona könne aber auch positive Effekte für die Innenstadt lostreten, sagt Regnet zuversichtlich. „Keiner kann voraussagen, wie es nach der Krise weitergeht.“ Spätestens mit dem Campus werde die Innenstadt für Einzelhändler noch interessanter, vermutet Regnet.

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