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Ingolstadt

27.07.2018

Wildtierverbot: Circus Krone soll nicht nach Ingolstadt kommen

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3 Bilder
Sie sind eine der Attraktionen des Circus Krone: die Löwen mit Dompteur Martin Lacey (hier ein Bild ein Auftritt in München).
Bild: Tobias Hase, dpa (Archivbild)

Darf der Circus Krone auf dem Ingolstädter Volksfestplatz gastieren? Eine knappe Mehrheit des Stadtrats sagt "Nein". Doch rechtlich ist es eine heikle Frage.

Rechts und links hatten sich die Tierschützer und Tierrechtler vor dem Eingang des Rathauses hingestellt. Und so mussten alle Stadträte, die an der Sitzung am Donnerstag teilgenommen haben, durch das Spalier der Demonstranten gehen. „Tiere sind keine Zirkusnummer“, stand auf den Protestplakaten oder, neben dem Bild eines Tigers: „Du lachst, ich leide.“ Dreieinhalb Stunden später hatten die Stadträte zu entscheiden, ob sie sich dafür stark machen wollen, dass Zirkusse mit Wildtieren künftig nicht mehr auf städtischen Grundstücken wie dem Volksfestplatz auftreten dürfen. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus: 24 Mitglieder sprachen sich für einen Antrag der Grünen-Fraktion aus, 22 dagegen. Dieser Antrag sieht vor, dass die Stadt den Volksfestplatz umwidmen soll. Und zwar dahingehend, dass auf dieser Fläche ein Wildtierverbot gelten soll. Die Grünen argumentieren nicht nur mit dem Tierschutz, sondern auch mit Sicherheitsaspekten. Was, wenn eines der Tiere ausbüchst mitten in der Stadt?

Circus Krone: Löwen und Tiger wären in Ingolstadt mit von der Partie

Konkret ging es am Donnerstag um den Circus Krone. Der hat vor, ab 2019 fünf Jahre lang für jeweils rund drei Wochen mit seinem Weihnachtscircus auf dem Volksfestplatz zu gastieren. Mit im Gepäck hätte er dann nicht nur viele Artisten und Tiere wie beispielsweise Pferde, sondern auch Löwen und Tiger. Bedingung des Zirkusses war es nämlich, auch Wildtiere in der Manege auftreten zu lassen. Aufgrund der kalten Witterung würden allerdings keine Elefanten mit von der Partie sein.

Die Meinungen im Stadtrat gingen weit auseinander, immer wieder war die Rede von einer moralischen Entscheidung. „Wir treffen mit dem Circus Krone den Falschen“, argumentierte Dorothea Soffner (UDI). Der Zirkus habe bislang immer alle tierschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten, was auch das Veterinäramt bestätigt hat. Dieser Meinung schloss sich Franz Liepold (CSU) an: „Der Circus Krone weiß wirklich, wie er mit seinen Tieren umzugehen hat.“ Und wie manch anderer fühle er sich als Stadtrat nicht für eine solch weitgehende Entscheidung zuständig. Das wäre Aufgabe des Gesetzgebers, wurden einige Stimmen laut.

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 "Die Zeit, wo Elefanten Fußball spielen, ist endgültig vorbei"

Doch die Mehrheit des Gremiums teilte diese Ansicht nicht. „Die Zeit, wo Elefanten Fußball spielen, ist endgültig vorbei“, so Jürgen Siebicke (BGI). Karl Ettinger, FDP-Stadtrat und Vorsitzender des Ingolstädter Tierschutzvereins, forderte dazu auf, „sich von den nostalgischen Dingen freizumachen“, die manch einer aus Kindertagen mit einem Zirkus verbinde. Christian Höbusch von den Grünen, der den Antrag eingebracht hatte, verwies auf eine Stellungnahme der Regierung von Oberbayern, der zuständigen Rechtsaufsicht. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sie laut Höbusch zum Ausdruck gebracht, dass sie eine Umwidmung des Volksfestplatzes wohl nicht beanstanden würde.

Welche Folgen die Entscheidung des Stadtrats allerdings tatsächlich haben wird, ist aktuell noch nicht klar. Womöglich müssen in den kommenden Monaten die Gerichte entscheiden, ob der Beschluss tatsächlich umgesetzt werden kann.

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28.07.2018

Domestizieren? Nein danke - Born to be wild . . . und nicht domestizieren - endlich geschieht etwas in den Köpfen der Menschen – vom Herzen ganz zu schweigen. Wer möchte schon sein ganzes Leben in der Gefangenschaft verbringen? Welches Raubtier will ohne Zähne (Zirkus) so mit Druck andressierte Dinge für die klatschende Kulisse vollbringen? Welches Raubtier springt freiwillig durch das Feuer?
Mensch wach endlich auf – quäl dich selbst und nicht andere – lass Gottes Geschöpfe in Freiheit ihr Leben leben.

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27.07.2018

Jetzt wird in Deutschland auch schon mit Fake-News Politik gemacht. Hier wurde wieder einmal mit dem "gesunden Menschenververstand" und dem "Bauchgefühl" entschieden. Unterstützt vom tierrechtlischen Populismis. Donald Trump lässt Grüßen.Keiner konnte bisher wissenschaftlich nachweisen wie die Tiere leiden. Das mag auch der Grund sein warum Tierschutz in der Argumentation jetzt langsam vom Sicherheitsgedanken in den Hintergrund gedrängt wird.

Hunderttausend Unterschriften in einer Pedition. Haben sich wirklich fast 4/5 der Einwohner gegen einen Zirkus entschieden? Oder ist es egal woher die Menschen kommen, die auf change.org einmal einen Klick gemacht haben? Haben diese Menschen das Pamphlet wirklich gelesen und haben sich die Menschen (übrigens auch die Politiker) wirklich einmal im Zirkus informiert? 100 Städte werden als Vorbild gegen das Wildtierverbot aufgeführt. 100 von 10000 Kommunen in Deutschland. Wie viele haben so ein Verbot abgelehnt? Das erfährt man natürlich nicht von den Tierrechtspopulisten. Was kommt als nächstes? Die Zoos, oder schon die Katzen in den Wohnungen?

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