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Neuburg

30.10.2019

Wildunfälle: Die Zahl im Kreis ist hoch

Ein Anblick, den viele Autofahrer fürchten: Ein Reh steht am Fahrbahnrand – springt es gleich auf die Straße?
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Plus In der Region vergeht kein Tag ohne Wildunfall. Selbst Wildschutzzäune verhindern die Zusammenstöße nicht. Warum es so viele Unfälle gibt und was Jäger sagen.

Jetzt, da es wieder deutlich früher dunkel wird und der Nebel die Böden verdeckt, werden die Augen vieler Autofahrer wieder vermehrt auf die Straßenränder starren. Denn dort tummeln sich gerade in dieser Jahreszeit einige Tiere auf der Suche nach Futter oder nach einem neuen Versteck. Dabei überqueren sie häufig die Straßen.

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Um Neuburg ist die Zahl der Wildunfälle hoch, wie der Leiter der Polizeiinspektion Neuburg, Norbert Bachmaier, bestätigt: „Es vergeht kein Tag ohne Wildunfall.“ Allein in diesem Jahr hat die Polizei bereits 449 Wildunfälle registriert und damit leicht mehr als in den vergangenen Jahren. 432 waren es beispielsweise im gleichen Zeitraum 2018. „Drei Viertel der Unfälle passieren mit Rotwild, aber auch mit Schwarzwild wie Wildschweinen hatten wir heuer schon 19 Unfälle“, erklärt Bachmaier.

Die meisten Unfälle im Umkreis passieren wenig überraschend auf den Staats- und Kreisstraßen – nämlich satte 222 respektive 118. Was in der Statistik auffällt: 64 Wildunfälle haben sich auf der B16 ereignet. „Dort sind die Waldgebiete mit Wildschutzzäunen versehen. Die Autofahrer sollten sich also auch dort nicht in Sicherheit wähnen“, mahnt der Dienststellenleiter. Zwar würden in den jeweiligen Risikogebieten nach Auswertungen „Achtung Wildwechsel“-Schilder platziert, „es dürfen aber auch nicht zu viele sein, sonst werden sie ignoriert und nicht mehr wahrgenommen“. Klar ist aber: „Die Schilder stehen nicht ohne Grund“, sagt Bachmaier.

Wildunfälle: Die Zahl im Kreis ist hoch

Wildunfälle um Neuburg: Ausweichen ist die schlechteste Variante

Dass ein Wildunfall nicht nur für das Tier, sondern auch für den Menschen große Gefahren birgt, zeigt ein Blick auf eine weitere Zahl: Fünf Verkehrsteilnehmer haben sich in diesem Jahr bei einem solchen Unfall verletzt, zwei davon sogar schwer. Daher empfiehlt Bachmaier: „Autofahrer sollten mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sein. Ausweichen ist jedenfalls die schlechteste Variante.“ Dadurch verliere man zu schnell die Kontrolle über das Fahrzeug. Lieber solle man versuchen abzublenden und zu hupen – „wobei Letzteres auch das Gegenteil bewirken kann“.

Sollte man tatsächlich einmal in die missliche Lage eines Wildunfalls kommen, gilt das gleiche Vorgehen wie bei anderen Unfällen auch: „Die Absicherung der Unfallstelle hat die höchste Priorität. Dabei auch an die Warnweste denken. Danach sollte man die Polizei verständigen“, erklärt Bachmaier. Oft werden die Beamten erst Stunden später informiert. Dabei müssten sie zügig nach dem verletzten Tier suchen und dem zuständigen Jäger Bescheid geben.

Wildunfälle um Neuburg: Unruhe im Wald schreckt Tiere auf

Warum es so viele Wildunfälle – gerade im Herbst – gibt? Darüber sind sich Polizei und Jäger weitestgehend einig. „Jetzt sind die Felder abgeerntet. Tiere, die während der Sommermonate dort in aller Ruhe lebten, suchen sich jetzt, vom Hunger getrieben, neue Gebiete“, sagt Bachmaier. Christine Liepelt, Vorsitzende des Jagdschutzvereins, ergänzt: „Aufgrund der Trockenheit und des Käferbefalls wird derzeit in den Wäldern wahnsinnig viel Holz gemacht. Das ist sicherlich ein Grund dafür, dass das Wild aufgeschreckt wird.“ Daran, dass eventuell zu viel Wild da ist, liege es jedenfalls nicht, erklärt Liepelt. „Wir haben ohnehin sehr hohe Abschusspläne und wir schießen oft schon weit mehr.“ Um in Zukunft die Zahl der Wildunfälle zu verringern, empfiehlt Liepelt, noch mehr Wildwarnsysteme an den Straßen anzubringen.

Solche Wildwarnsysteme bestehen beispielsweise aus Blinklichtern, die an den Straßenleitpfosten befestigt werden. Die kleinen Geräte funktionieren mit Infrarot und suchen die Straßenränder nach Wärmequellen ab. Tiere wie Wildschweine, Rehe und sogar Hasen erkennt das System. Hat es eine Wärmequelle erkannt, blinken die Warnleuchten an den Pfosten und warnen somit die Autofahrer optisch. Diese können frühzeitig reagieren und die Geschwindigkeit entsprechend verringern. An einigen Strecken im Freistaat werden diese Warnsysteme bereits getestet.

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