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100 Jahre DRC Neuburg

04.09.2019

Willi Rogler: „Nicht nur in Bayern sind wir ein Renommierverein“

DRC Neuburg
7 Bilder
Das „Schmuckstück“ des DRCN: Willi Rogler vor dem Bootshaus mit dem grandiosen Ausblick aus dem Fitnessraum.
Bild: Dirk Sing

Der Donau-Ruder-Club Neuburg ist unweigerlich mit dem Namen Willi Rogler verbunden. Seit 1956 hält der gebürtige Neuburger seinem Verein, bei dem er nahezu alle Ämter innehatte, die Treue. Wie er einst zum Kanurennsport fand und was er sich für die Zukunft wünscht

Sich ausführlich über den Donau-Ruder-Club Neuburg zu unterhalten und dabei nicht auf den Namen und die Person Willi Rogler zu kommen? Unvorstellbar! Es gibt wohl kein Amt und keine Position, die der heute 78-Jährige bei „seinem“ DRCN in den letzten Jahrzehnten nicht innehatte. Im Jahr 1956 trat der gebürtige Neuburger, der einst im ersten Stock des heute immer noch existierenden Café Hertleins zur Welt kam, den „Paddlern“ bei – und ist ihnen bis heute treu geblieben! Anlässlich des 100. Geburtstags des mittlerweile über 650 Mitglieder großen Vereins haben wir uns mit Willi Rogler unterhalten.

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Herr Rogler welchen Stellenwert nimmt das Element Wasser in Ihrem Leben ein?

Rogler: Zum einen ist das Wasser zum Trinken für einen Sportler natürlich sehr wichtig (lacht). Nachdem ich ja direkt gegenüber von der Donau im Café Hertlein aufgewachsen bin, war ich von Anfang an mit dem Wasser in Verbindung. Wir haben uns das Schwimmen selbst beigebracht und sind bereits als kleine Knirpse alleine über die reißende Donau geschwommen. Damals gab es noch kein „Altwasser“ oder eine Verbauung. Wie bewegt die Donau war, zeigt sich alleine schon daran, dass wir in den 50er Jahren bayerische Kanuslalom-Meisterschaften dort hatten. Als der DRCN damals gegründet wurde, waren mein Opa und Onkel auch mit dabei. Von dem her lag mir das Ganze quasi schon im Blut (lacht).

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Ein echter „Schatz“ in seinen Händen: Willi Rogler mit dem Gästebuch der KKV-Kanustation „Café Hertlein“ von 1928 bis 1967.
Bild: Dirk Sing

Können Sie sich noch erinnern, wie Sie letztlich Ihre Vorliebe zum Kanurennsport entdeckt haben?

Rogler: Das war so 1957, 1958. Meine besten Freunde, die Meixners und Schweigers, waren damals schon zwei, drei Jahre länger dabei. Das waren alles richtig gute Fahrer – unter anderem deutsche Jugend- und Junioren-Meister! Dadurch bin ich dann sozusagen zuerst als „zweites Glied“ nachgerückt und habe es dann etwas später auch in den „Vierer“ geschafft. Unsere beste Platzierung war ein vierter Rang bei den „Deutschen“. Eine Funktion in der Vorstandschaft habe ich dann übrigens auch sehr schnell übernommen. Nachdem ich beruflich beim Gericht tätig war, hieß es, dass ich ja sicherlich ganz gut schreiben könne. Und so bin ich dann mit 18, 19 Jahren Schriftführer geworden (lacht). Seitdem kann ich mich eigentlich nicht erinnern, dass ich beim DRC Neuburg mal keine Funktion ausgeübt hätte.

Was hat Sie damals am Kanurennsport derart fasziniert, dass Sie ihm bis heute treu geblieben sind?

Rogler: Das waren sicherlich mehrere Faktoren. Nachdem ich ja, wie bereits gesagt, direkt an der Donau groß geworden bin, hatte es mir die Natur schon immer angetan. Hinzu kommt, dass man im Kanurennsport ja nicht nur alleine, sondern auch im Zweier oder Vierer fährt. Und genau dieses Gemeinschaftsgefühl, dass man zusammen etwas leistet, ist einfach unbeschreiblich und etwas Besonderes. Als Team feiert man gemeinsam, kann aber auch einmal einen etwas schwächeren Kameraden ausgleichen. Ein weiterer Anziehungspunkt war für mich zudem unser herrliches Donau-Bootshaus in meiner direkten Nähe.

Die malerischen Anfänge des Donau-Ruder-Clubs in Neuburg: Vor dem alten Bootshaus präsentieren sich stolz einige sportliche Mitglieder.
Bild: Drcn

Sie sind seit 1956 Mitglied beim DRC Neuburg. Können Sie einmal erklären, was diesen Verein für Sie so besonders macht, dass Sie ihm seit nunmehr 63 Jahren die Treue halten?

Rogler: Neben der sportlichen Komponente komme ich nochmals auf unser Bootshaus zurück. Sowohl als Aktiver als auch Funktionär bin ich wirklich viel herumgekommen. Aber um eine derart idyllische Lage – ruhig gelegen, aber dennoch zentrumsnah sowie der fantastische Blick auf das Schloss – zu finden, muss man schon ewig suchen! Darüber hinaus hatten wir das Glück, stets eine gute und zuverlässige Vereinsführung zu haben. Wir haben im Laufe der Jahre expandiert und sind finanziell kerngesund. Inklusive des Zeltplatzes befinden sich rund 10.000 Quadratmeter in unserem eigenen Besitz – das ist schon ein Phänomen! Diesbezüglich sind wir nicht nur in Bayern ein Renommierverein.

Wenn Sie einmal auf Ihre mehr als sechs Jahrzehnte beim DRCN zurückblicken: Welche Momente und Entwicklungen kommen Ihnen sofort ins Gedächtnis?

Rogler: Eine meiner ersten Erinnerungen war die bereits erwähnte bayerische Kanuslalom-Meisterschaft 1952 auf der Donau. Etwas später hatten wir dann in Rain am Lech auch die „Bayerischen“ im Kanurennsport. Unsere damals erfolgreichsten Jahre waren 1968 und 1969. Bei den jeweiligen Titelkämpfen in Rain hatten wir an den Wochenenden weit über 2000 Zuschauer. Das waren schon absolute Highlights. Auch wenn wir in den 50er Jahren im Gymnasium erzählt haben, dass wir in Wiesbaden, Berlin oder am Chiemsee wieder bei den deutschen Meisterschaften waren, gab es überall große Augen. Da hatten wir schon eine besondere Stellung – auch wenn es sich nicht unbedingt positiv auf unsere Schulnoten ausgewirkt hat (lacht).

Beeindruckende Kulisse: Bereits in den 50er Jahren drängten sich die Menschen am Neuburger Donaukai mit dem herrlichen Blick auf’s Schloss bei den dortigen Regatten.
Bild: Drcn

Nach Ihrem 16-jährigen Engagement als Präsident des Bayerischen Kanu-Verbandes wurden Sie bei Ihrer Verabschiedung 2009 zum Ehrenpräsident ernannt. Bereits ein Jahr zuvor wurde Ihnen – auch durch ihre lange ehrenamtliche Tätigkeit im BLSV – das Bundesverdienstkreuz vom damaligen Staatsminister Siegfried Schneider überreicht. Was bedeuten Ihnen diese hohen Auszeichnungen?

Rogler: Wenn es um Ehrungen und Auszeichnungen geht, betone ich immer wieder, dass man alleine nichts schaffen kann! Man braucht schlichtweg ein gutes Team und einen guten Verein. Daher sehe ich eine Auszeichnung nie individuell, sondern für den ganzen Klub, die Mannschaft oder bei einem Sportler auch die Trainer. Das ist in einem Verband auch nicht anders: Alleine kann man nichts bewirken! Während meinen 16 Jahren an der Spitze des BKV hatte ich stets eine tolle Truppe um mich herum. Und ich denke, dass wir in dieser Zeit auch gute Arbeit geleistet haben. Nicht umsonst weist Bayern – nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – die meisten Mitglieder auf. Darauf kann man schon stolz sein.

Apropos Stolz: Aktuell weist der DRC Neuburg über 650 Mitglieder auf! Wie sehr erfüllt Sie diese Zahl mit Freude und Stolz?

Rogler: Nun, vor 15 bis 20 Jahren standen wir noch bei rund 350, 400 Mitgliedern. Speziell durch unsere Sommer-Paddelkurse hatten wir dann einen stetigen Zuwachs. Auf der einen Seite ist das natürlich extrem erfreulich – andererseits aber auch eine große Herausforderung in Sachen Betreuung. Wenn man sich nicht entsprechend um seine Mitglieder kümmert – gerade auch die Neueinsteiger –, verliert man diese wieder. Dementsprechend musste sich auch der Verein mit seinen Angeboten weiterentwickeln. Ich denke da beispielsweise an unseren Fitnessraum mit dem einzigartigen Ausblick auf die Donau oder den Einbau unserer Sauna. Das sucht schon seinesgleichen.

Die deutschen Jugendmeister des Jahres 1958 im K4: (Von links) Heinz Meixner, Horst Schweiger, Fritz Ziegler und Herbert Meixner vom DRC Neuburg.
Bild: Drcn

Der DRC Neuburg hat in seinen ersten 100 Jahren zweifelsohne eine tolle und beeindruckende Entwicklung genommen. Wenn Sie einmal einen Blick in die Zukunft werfen: Was wünschen Sie sich für das zweite Jahrhundert „Ihres“ Vereins?

Rogler: Nachdem ich ja selbst vom Leistungssport komme, würde ich mir wünschen, dass dieser auch weiterhin den Stellenwert innerhalb des Vereins besitzt, den er jetzt einnimmt. Leider hatten wir in den vergangenen Jahren immer wieder einige „Abgänge“ in diesem Bereich zu verzeichnen. Aus diesem Grund hat man dann im Erwachsenen-Bereich immer wieder ein Loch, das wir jetzt gerade vom Jugendbereich her wieder schließen wollen. Stolz sind wir natürlich auch auf unsere Kanopolo-Sparte. In diesem Jahr haben wir mit den Herren sogar erstmals ein Bundesliga-Team im Verein. Nachdem dieses viel in Deutschland herumkommt, ist das Ganze natürlich auch nicht billig. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass im Mai 2020 ein Spieltag in Neuburg beziehungsweise auf dem Weiher in Joshofen stattfinden wird – vorausgesetzt, wir bringen das alles mit dem Umweltschutz und den ganzen Vorschriften entsprechend unter einen Hut.

Warten auf den „großen Einsatz“: Die Athleten des DRC Neuburg bereiten sich in unterschiedlicher Montur auf einen ihrer zahlreichen Wettkämpfe auf der Donau vor.
Bild: Drcn


DAS FEST-PROGRAMM IM ÜBERBLICK:

Freitag, 6. September

19 Uhr: Party „Unter 100“

Ca. 21 Uhr: Fahrt der Lichter: Ein ganz besonderes Erlebnis auf der Donau


Samstag, 7. September

Ab 10.30 Uhr: Ausstellung: DRCN und seine Geschichte

10.30 bis 13.30 Uhr: Kanu-Sport „live“ am Donaukai

18 Uhr: Festabend im Kolpinghaus (Multivision und besondere Gäste)


Sonntag, 8. September

10.30 Uhr: Jazz-Frühschoppen mit dem Neuburger Jazzclub

14.30 Uhr: Familiennachmittag

Alle Aktivitäten mit Ausnahme des Festabends sind auf dem Vereinsgelände des DRC Neuburg am Bootshaus (Oskar-Wittmann-Str. 5).

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