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19.07.2010

"Wir geben Strom"

Alles Elektro: Ob der Kleinlaster im Hintergrund rechts oder die Zweiräder bis hin zum Geländemotorrad - alles läuft mit Strom, und das sehr gut. Foto: Dittenhofer
Bild: Dittenhofer

Ingolstadt Wie wird unsere mobile Zukunft aussehen? Auch mit dieser Frage beschäftigte sich der diesjährige Solartag in Ingolstadt, denn zumindest für die mittelfristige Zukunft wird elektrischer Strom eine große Rolle spielen. Und zwar regenerativ erzeugter Strom, da sind sich die Veranstalter sicher.

"Wir geben nicht mehr Gas - wir geben Strom!" Seit drei Jahren kämpft der Ingolstädter Kurt Sigl für die Elektromobilität. Er hat den Bundesverband eMobilität mit ins Leben gerufen und ist Präsident dieses Verbandes. "Es geht nicht nur ums Auto, es geht um ein gesamtheitliches Mobilitätskonzept." Sigl möchte mittelfristig vor allem die zehn Millionen Zweit- und Drittfahrzeuge in Deutschland als Elektroautos sehen, denn: "Die fahren im Schnitt nicht weiter als 25 Kilometer, häufig sind die Strecken unter fünf Kilometer." Ideal für ein Elektrofahrzeug, so Sigl.

"Man kauft sich Kilometer und nicht Fortbewegungsmittel"

Er sieht für die Zukunft eine Mobilitäts-Flatrate. "Man kauft sich Kilometer und nicht so sehr Fortbewegungsmittel." Das gehe vom Fahrrad bis zum Flugzeug, so Sigl, der auf die jungen Menschen in der Bundeshauptstadt verweist. "Denen ist es nicht so wichtig, einen Führerschein zu besitzen, als vielmehr Mobilität kaufen zu können."

"Wir geben Strom"

Ein ganzes Sortiment an E-Fahrzeugen, vom elektrisch unterstützten Fahrrad über Gelände- und Freizeitmotorräder bis hin zum Kleinlaster, zeigte die Firma first-mobility aus Pfaffenhofen auf dem Paradeplatz in Ingolstadt. Der Eco-Carrier, so der Name des Kleinlasters, ist mit einem Motor bestückt, der 15 Kilowatt leistet und ein Drehmoment von sage und schreibe 950 Newtonmeter auf die Antriebsachse bringt.

Mühlen der deutschen Hersteller mahlen nur langsam

Dazu Verkaufsberater Carsten Bristot: "Der Wagen ist ideal für Stadtbetriebe und nicht nur für die Arbeiten in der Innenstadt." Große Zusteller würden in Deutschland gerade den Bringservice in den Städten auf Elektrofahrzeuge umstellen. Sigl bedauert, dass die Mühlen bei den deutschen Automobilherstellern so langsam mahlen. "Dort hat man einen so hohen Qualitätsanspruch, dass man dem Trend hinterherläuft." Dabei könne man die ersten französischen E-Fahrzeuge ab Herbst bei den Händlern stehen sehen.

Organisiert wurde der Solartag wieder - wie seit 2002 - von Ulrich Krumwiede und vom Kreisverband Ingolstadt der Grünen/ Bündnis 90. Neben der Elektromobilität standen Solaranlagen, Pelletskessel, Mini-Blockheizkraftwerke, Biodiesel und viele weiteren Informationen zu regenerativen Energiegewinnungsmöglichkeiten auf der Angebotsliste des Solartages in Ingolstadt. (mad)

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