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100-Tage-Bilanz: Günter Gamisch

27.08.2008

"Wir leben hier in einer kleinen Welt"

Eines hat Günter Gamisch in seinen gut drei Monaten als neuer Bürgermeister von Ehekirchen schnell gelernt: Organisation ist das Wichtigste. Denn wer eine 60-Stunden-Woche managen will, sagt er, muss exakt nach dem Terminkalender leben.

Seit 1. Mai sitzt der ehemalige Verwaltungsangestellte im Pöttmesser Bauamt auf dem Chefsessel im Ehekirchener Rathaus. Zu seinem ersten Arbeitstag am 2. Mai hat er einen selbst gebackenen Kuchen seiner Frau mitgebracht und sich in allen Büros als "der Neue" vorgestellt. Die Schonfrist währte allerdings nur kurz, denn noch am selben Vormittag gab es einen Wasserrohrbruch im Kindergarten Walda. "Trotzdem war es ein schöner, netter Tag," erinnert sich Gamisch heute.

Überhaupt sei ihm der Start ins Bürgermeisterleben nicht schwer gefallen. "Wegen meiner beruflichen Erfahrung konnte ich relativ leicht einsteigen", sagt er. Außerdem war er zuvor zwölf Jahre als Gemeinderat aktiv und sei deshalb mit den meisten Themen vertraut.

So natürlich auch mit dem Kindergarten-Neubau in Ehekirchen, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit für einen Disput zwischen Gemeinde und Kirche sorgte. Zwar ist der Neubau beschlossene Sache - im Herbst soll es losgehen -, doch die Frage der Trägerschaft hat Gamisch noch nicht ad acta gelegt. Wenn zum 1. September der neue Pfarrer Thomas Brom in die Gemeinde kommt, möchte er mit ihm auf jeden Fall über eine mögliche Weiterführung der kirchlichen Trägerschaft über den August 2009 hinaus sprechen.

"Wir leben hier in einer kleinen Welt"

Auch der Erhalt der Hauptschule ist Gamisch ein Anliegen. Zwar seien die nächsten Jahre noch gesichert, doch laufen jetzt schon Gespräche mit Burgheim und Rennertshofen. Die Überlegungen gehen sogar so weit, dass man sich Gedanken über eine Realschule oder einen M-Zug auf dem Land macht, um alle drei Schulstandorte zu sichern. Auch über eine Ganztagsschule habe man schon einmal gesprochen. "Hier ist aber noch alles im Fluss, nichts ist entschieden", beschwichtigt Gamisch.

Langfristige Pläne: ein Sportzentrum

Auf die Fahne geschrieben hat sich Gamisch auch die Sportplatzsuche für den FC Ehekirchen. Mit derzeit 17 Mannschaften platzt der Vereine aus allen Nähten und kommt mit den drei vorhandenen Plätzen einfach nicht mehr aus. Langfristig - Gamisch spricht hier von 20 bis 25 Jahren - hat die Gemeinde jedoch größere Pläne: ein Sportzentrum mit drei Spielfeldern und einem Vereinsheim. "Ob ich dann allerdings noch Bürgermeister bin, wird sich zeigen", schmunzelt er.

Als ersten Erfolg in seiner bislang kurzen Amtszeit kann der 44-Jährige allerdings eine Belebung des Ehekirchener Gewerbegebietes verbuchen. Zwei ortsansässige Firmen - eine Baufirma und ein Abbruchunternehmen - wollen sich noch heuer dort ansiedeln. "Ich habe da ein gutes Gefühl. Die Verhandlungen sind schon so gut wie abgeschlossen", sagt er. Mit einer weiteren Firma werden derzeit Gespräche geführt.

Für seinen neuen Job als Bürgermeister hat sich Gamisch eines fest vorgenommen: alle Anliegen immer ernst zu nehmen und vor allem ehrlich und offen zu sein. Das soll vor allen bei Grundstücksverhandlungen gelten. "Wir leben hier in einer kleinen Welt, da spricht sich alles rum."

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