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Ingolstadt

11.10.2018

Wirbel um den Wegfall einer Schicht bei Audi

Luftaufnahme vom Audi-Werk in Ingolstadt.
Bild: Audi AG

Sollte bei Audi eine Schicht gestrichen werden, ohne dass der Betriebsrat informiert wird? Es heißt, das alles sei ein „Missverständnis“.

Für gehörig Unruhe hat die Nachricht gesorgt, dass Audi plane, ab November eine Schicht zu streichen. Grund sollen Probleme bei der Umstellung auf dem Abgastestzyklus WLTP sein, der seit September für alle Neuwagen gilt. Doch jetzt haben Unternehmen und Betriebsrat zurückgerudert: Alles nur ein Missverständnis.

Es hat keine Verhandlungen zwischen der Unternehmensleitung und dem Audi-Betriebsrat gegeben

Werkleiter Albert Mayer betonte in einer Stellungnahme an die Mitarbeiter: „Leider ist es bei dieser Kommunikation zu einem Missverständnis gekommen, was zu Unsicherheiten in der Mannschaft führte.“ Und die Unsicherheiten waren in der Tat groß. Wie aus einer Mitteilung des Betriebsrats an die Belegschaft hervorgeht, seien viele Mitarbeiter besorgt, weil ab dem 5. November eine Wechselschicht entfallen solle. All das sei „ohne Verhandlungen mit dem Betriebsrat und ohne Beteiligung der Belegschaft“ geschehen. Aus Sicht des Betriebsrats gebe und gab es keine Verhandlungen. Und ohne solche Verhandlungen könnten, wie es vertraglich geregelt sei, keine Schichten gestrichen werden. Von seiten des Unternehmens hieß es gestern dann: „Aktuell sind für das gesamte restliche vierte Quartal keine weiteren Entfallschichten geplant.“

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Die Umstellung auf WLTP führt bei Audi zu produktionsfreien Tage

Dass die Umstellung auf WLTP Probleme – für alle Autobauer – nach sich ziehen würde, war bereits seit Langem bekannt. Der VW-Konzern ist aber besonders betroffen, da die entsprechenden Prüfstände und auch Techniker bereits mit den Auswirkungen der Dieselkrise sehr gut ausgelastet sind. So wurden in den Sommermonaten zahlreiche Autos auf Halde produziert, jetzt aber, nachdem WLTP in Kraft getreten ist, stehen die Bänder auch mal still. So sind beispielsweise die Betriebsferien verlängert worden, auch in der letzten Oktoberwoche gibt es produktionsfreie Tage. Diese werden, heißt es von Unternehmensseite, „für Umbauten und die Integration von Audi A3 Limousine und Audi A3 allroad benötigt“. Das Unternehmen plant im Oktober aber auch mit Sonderschichten, so in der A3/Q2-Linie (acht) und in der A4/A5-Linie (zwölf). Spätestens Ende des Jahres will Audi „wieder ein wettbewerbsfähiges Motor-Getriebe-Angebot in allen Modellreihen anbieten können“. Bislang allerdings sind nach Auskunft des Unternehmens nur 36 Varianten nach WLTP zertifiziert.

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