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05.07.2010

Wirte bangen um ihre Zukunft

Wirte bangen um ihre Zukunft

Neuburg Ärger auf der einen Seite, Hoffnung auf der anderen. Mit unterschiedlichen Emotionen haben Neuburgs Wirte das Ergebnis des Volksentscheids zum Rauchverbot aufgenommen. Das ergab eine kurze, nicht repräsentative Umfrage bei einigen Wirten, in deren Läden derzeit noch geraucht werden darf.

Während sich manch einer - der jedoch lieber nicht genannt werden will - denkt: "Nicht mit mir. Ich verbiete doch meinen Gästen das Rauchen nicht" und sich schon auf etwaige Bußgelder einstellt, hoffen die meisten anderen darauf, dass ihnen künftig nicht die Kundschaft wegbleibt.

"Was soll ich machen?"

"Die meisten meiner Gäste rauchen. Ich fürchte, dass einige von ihnen ab August nicht mehr kommen. Aber was soll ich machen? Ich kann das Gesetz ja nicht ändern", sagt Ibrahim Yildiz, Inhaber des "Arizona" in der Luitpoldstraße. "Ich werde mir das ein paar Monate anschauen und dann überlegen, ob ich das Geschäft noch halten kann oder schließen muss."

Wirte bangen um ihre Zukunft

Auch Reiner Kravanya, Geschäftsführer des Musikcafé "PlanB", blickt angesichts des Rauchverbots in eine ungewisse Zukunft. Noch stehen in seiner Bar die Aschenbecher auf den Tischen, zum 1. August werden sie verschwinden. "Wir werden sehen, wie unsere Gäste darauf reagieren. Vielleicht funktioniert es ja ganz gut, so wie beispielsweise in Italien, wo die Gäste seit Jahren vor der Türe rauchen."

Diplomatische Regelung beim Volksfest

Ähnlich reagierte Festwirt Georg Lanz auf den sonntäglichen Volksentscheid. Nachdem der erste Ärger im wahrsten Sinne des Wortes "verraucht" war, "habe ich mir überlegt, wie wir damit umgehen können."

Für das diesjährige Neuburger Volksfest setzt er auf den "diplomatischen Weg". Weil das Fest am 23. Juli beginnt und mit dem Familien-Sonntag bereits am 1. August endet, hofft er für diesen einen Tag, an dem im Bierzelt Rauchverbot herrscht, zum einen auf einsichtige Gäste und zum anderen auf gnädige Ordnungshüter, die im Ernstfall vielleicht noch ein Auge zu drücken.

Prinzipiell hat das Ordnungsamt aber strenge Vorgaben, wie es bei Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz vorzugehen hat. Bußgelder bis zu einer Höhe von 1000 Euro können gegen den illegalen Raucher sowie den verantwortlichen Wirt verhängt werden. "So weit wird es in den wenigsten Fällen kommen, aber möglich ist es", erklärt Willibald Riß, Sprecher des Landratsamtes.

Das Ordnungsamt kontrolliert jedoch nicht selbst, sondern reagiert nur auf Anzeigen von Kneipenbesuchern, die sich durch den Rauch gestört fühlen.

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