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Technologie

04.04.2019

Wissenschaftler erforschen in Ingolstadt künstliche Intelligenz

In Ingolstadt wird ein „Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ gegründet. 24 Wissenschaftler werden dort zunächst forschen.
Bild: Roessle/Stadt Ingolstadt

Plus An der Technischen Hochschule wird ein „Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ gegründet. Und in Manching steigen bald die ersten Flugtaxis auf.

Zum Beispiel bei einem Auto, das autonom auf eine Kreuzung zufährt. Also: kein Mensch am Steuer. Bei so einem Wagen ist es heute schon so, dass die in ihm verbauten Kameras und Programme schneller erkennen und reagieren können, wer sich auf der Kreuzung tummelt, als viele Menschen: Fahrradfahrer von links, Lastwagen von rechts, an der Ampel steht eine Mutti mit ihrem Kind. Der Wagen auf der anderen Spur gegenüber ist folgendes Modell, mit der und der Beschleunigung.

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Wird alles erfasst, ins System gespeist und verarbeitet. In diesem Bereich, sagt Michael Botsch, sind die Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) das beste, was derzeit technisch möglich ist. Botsch lehrt Fahrzeugsicherheit und Signalverarbeitung an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI). Er beschreibt das so: „Modellbasierte Algorithmen funktionieren bei der Bildbearbeitung nicht so gut wie die, die mit künstlicher Intelligenz antrainiert wurden.“

Das Lufttaxi von Airbus soll einmal bis zu vier Menschen befördern. Zur Vorstellung in Ingolstadt kamen Digitalministerin Dorothee Bär und Verkehrsminister Andreas Scheuer.
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Lufttaxi in Ingolstadt vorgestellt - Bilder zum City Airbus
Bild: Luzia Grasser

Das Zentrum in Ingolstadt gehört zu einem bayernweiten Netzwerk

Es ist in Sachen KI schon vieles möglich, es bleibt aber auch noch einiges zu erledigen. Weshalb am Donnerstag an der THI das Ingolstädter „Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ gegründet wird. Mit dabei sind nicht nur THI und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) sondern die Stadt Ingolstadt, die Fraunhofer Gesellschaft, das Klinikum Ingolstadt, Audi und Media Saturn. 24 Wissenschaftler werden dort zunächst forschen. Binnen fünf Jahren sollen es bis zu 40 sein.

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Das neue Ingolstädter Forschungszentrum gehört zu einem bayernweiten KI-Kompetenznetzwerk, mit dem – nach Vorstellung der Staatsregierung – der Freistaat zu einem „führenden Standort“ auf diesem Feld werden soll. Zu dem Netzwerk gehören Einrichtungen in Augsburg, München und einigen weiteren Städten.

Für dessen Ausbau hat das bayerische Wissenschaftsministerium in den nächsten fünf Jahren 130 Millionen Euro und 95 Stellen vorgesehen. Ob das reicht? Der Technologieverband VDE hat nach einer Umfrage unter Unternehmen und Hochschulen zur Wettbewerbsfähigkeit in Sachen KI jüngst konstatiert: „Zu wenige Investments und fehlende Experten bremsen Deutschland aus.“

Vier Anwendungsfelder stehen im Mittelpunkt des Forschungszentrums

Das neue Ingolstädter Zentrum soll sich auf vier Anwendungsfelder – Gesundheit, Produktion, Handel und Mobilität – konzentrieren. Zur THI gehört auch das Forschungs- und Testzentrum Carissma, ein wissenschaftliches Leitzentrum für Fahrzeugsicherheit. Botsch ist hier stellvertretender Leiter.

Großer Bahnhof bei der Vorstellung des Flugtaxis auf dem Ingolstädter Rathausplatz.
Bild: Manfred Dittenhofer (Archiv)

Was die KI-Grundlagenforschung betrifft, sieht er Deutschland und Bayern sehr gut aufgestellt. Bedarf gibt es seiner Meinung nach allerdings bei der Anwendungsforschung. Was ist, um beim Beispiel mit dem Auto und der Kreuzung zu bleiben, wenn doch ein Unfall passiert? Wenn man heute sicherheitskritische Anwendungen mit KI–Methoden umsetze, sagt Botsch, stehe man vor der Herausforderung, dass es sich dabei letztlich um Blackboxen handele.

Es sei oft nicht möglich zu erkennen, warum das Programm – bei allen eingespeisten Eventualitäten – an dieser oder jener Stelle, diese oder jene Entscheidung getroffen habe. Hier gebe es viel zu tun. Denn daraus können in Zukunft Fragen der Verantwortlichkeit und Haftung folgen. Wer ist schuld an dem Unfall? Der, auf dessen Rechner programmiert wurde? Der, der die Daten aufgespielt hat? Oder der Programmierer? Es gibt viele Beispiele.

Wo bleibt in der Digitalisierung der Mensch?

Und auch ganz andere Aspekte. Wie privat zum Beispiel, fragt Alexis Fritz, kann Arbeit, können Produktionsprozesse noch sein, wenn theoretisch alles, alle Mails, Telefonate, Kurznachrichten, wenn alle Fertigungsschritte, überwacht werden können? Und wo bleibt in der sich immer mehr beschleunigenden Digitalisierung der Mensch? Bleibt er „Urheber, Mittelpunkt und Ziel“ der Entwicklung? Auf diesem Gebiet forscht Fritz. Er ist Professor für Moraltheologie an der KU und blickt mit großem Interesse auf die Ingolstädter Gründung heute.

Wo sich auch bei der Mobilität der dritten Dimension wieder etwas getan hat: Die Staatsregierung hat am Mittwoch sieben weitere Standorte für Digitale Gründerzentren in allen Regierungsbezirken ausgewählt. Für Oberbayern bekam das Konzept am Flughafen Manching den Zuschlag. Dort wird nun das „brigkAIR“ als Dependance des bereits bestehenden Ingolstädter Zentrums „brigk“ hochgezogen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf Digitalisierung und Luftfahrtindustrie. Vorne mit dabei sind Airbus und die Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr. Es geht darum, eine Start-up-Szene im weltweiten Flugtaxi-Markt zu fördern. brigk-Geschäftsführer Franz Glatz sagt, es gebe Anfragen aus ganz Europa. Erst vor wenigen Wochen war auf dem Ingolstädter Rathausplatz ein Flugtaxi von Airbus der Weltöffentlichkeit vorgestellt worden. In Kürze sollen die Testflüge beginnen.

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