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Ingolstadt

13.06.2019

Wo Bauherren von Energiesparhäusern Hilfe bekommen

Ein Plusenergiehaus ist ein Haus, das mehr Energie erzeugt, als seine Bewohner für die Heizung, die Warmwasserbereitung, die Beleuchtung und den Betrieb elektronischer Geräte verbrauchen. Damit ist ein Plusenergiehaus wie ein kleines Kraftwerk. Bei der Planung solcher Häuser hilft seit Kurzem ein Verein. 
Bild: Adobe Stock

Der Verein „Kompetenzzentrum Plusenergie“ bietet Expertenwissen beim Bauen und Sanieren von Gebäuden, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen.

Beim Betonieren des Kellers war alles noch normal. Eine etwas dickere Dämmung vielleicht. Nun aber werden gerade die Segmente des Holzhauses auf diesem Kellerfundament aufgestellt. Und damit ist das Haus von Beate und Tobias Wasem gar nicht mehr so normal. Im Manchinger Ortsteil Pichl entsteht ein Plusenergiehaus in Holzrahmenbauweise.

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Plusenergiehäuser sind immer noch Exoten in den Neubauvierteln. Doch das soll sich ändern, solche Häuser sollen zur Normalität werden. Mit diesem Ziel tritt zumindest das Kompetenzzentrum Plusenergie an. Der Verein entsteht gerade. Mitglied sind neben Experten der Baubranche auch die Städte Neuburg, Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Zu den Initiatoren des Vereins zählen die Technische Hochschule Ingolstadt und die IHK Ingolstadt.

Am Mittwoch ging der Verein an die Öffentlichkeit. Vereinsvorsitzender Michael Birnthaler und Geschäftsführer Hans Seitz hatten den Neubau in Manching-Pichl gewählt, um über den Verein und seine Ziele zu informieren.

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Plusenergie bedeutet für einen Neubau, dass das Haus mehr Energie regenerativ produziert, als es selbst verbraucht. Der Neubau in Manching wird über eine Luftwärmepumpe, kombiniert mit einer wärmerückgewinnenden Lüftungsanlage, über eine Fotovoltaikanlage mit Stromspeicher und über Dämmungen vom Kellerfundament bis zum Dachstuhl verfügen.

Auch öffentliche Gebäude sollen im Plusenergie-Standard gebaut werden

Das Kompetenzzentrum Plusenergie bringt Firmen aus der Baubranche und Planer mit Bauherrn und Sanierern zusammen. „Wir wollen Vorurteile und Ängste nehmen“, erklärte Hans Seitz. Weder teuer noch exotisch müssten solche energiesparenden Gebäude sein. Inzwischen könne jeder ohne großen Aufwand ein Plusenergiehaus bauen, so Johannes Donaubauer, dessen Firma das Holzhaus in Pichl errichtet. Der Verein geht aber noch weiter. Und da kommen die Kommunen ins Spiel. Öffentliche Neubauten sollen im Plusenergie-Standard gebaut werden. Und auch bei Sanierungen soll die öffentliche Hand auf diesen Standard achten. Und auf Nachhaltigkeit. Der Neubau in Pichl wird mit Zellulose, Jute und Holzfaser gedämmt.

Im Manchinger Ortsteil Pichl entsteht das Plusenergiehaus der Familie Wasem (links). Und die Mitglieder des Kompetenzzentrums Plusenergie haben alle mitgeholfen. Rechts der Vereinsvorsitzende Michael Birnthaler und Geschäftsführer Hans Seitz. 
Bild: Manfred Dittenhofer

Zum Start des Kompetenzzentrums Plusenergie lobt der Verein einen Wettbewerb aus. Bereits gebaute Plusenergiehäuser und abgeschlossene Sanierungen sollen ausgezeichnet werden. Egal ob Neubau oder energetische Sanierung – wessen Haus die Plusenergie-Standards einhält, der kann sich als Bauherr selbst bewerben. Pluspunkte gebe es für Speichersysteme und nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen, so Neuburgs Umweltingenieurin Birgit Bayer-Kroneisl, die im Vereinsbeirat sitzt.

Geschäftsführer Hans Seitz verweist zudem auf eine Vortragsreihe, die im September starten wird. Dabei kann sich jeder Interessierte vor Ort zum Thema Plusenergiehaus informieren.

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