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Umfrage

12.08.2020

Wo Köche, Kellner und Hotelfachleute der Schuh drückt

Gewerkschaft startet eine Branchenumfrage: Tourismus und Gastronomie in Zeiten von Corona

Von der Kontaktliste im Wirtshaus bis zur Maskenpflicht im Hotel: Corona verlangt nicht nur Gästen einiges ab. Auch für die rund 1500 Menschen, die im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten, hat die Pandemie massive Auswirkungen. Wo genau der Schuh drückt, will die Gewerkschaft NGG nun wissen – und hat eine Branchenumfrage gestartet.

Unter https://www.umfrageonline.com/s/gastgewerbe_bayern können Köche, Kellner und Hotelfachleute über ihre Arbeit unter Corona-Bedingungen berichten. „Die Erfahrungen sollen dabei helfen, den Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste zu verbessern. Das Gastgewerbe dürfe zu keinem Corona-Hotspot werden“, so der Geschäftsführer der NGG Schwaben, Tim Lubecki.

In der Branche sei die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln unabdingbar. Für das Personal bedeute das aber auch eine große Mehrbelastung. Service-Kräfte müssten bei sommerlichem Wetter über viele Stunden mit Mundschutz kellnern, Tischabstände im Blick haben und Adresslisten der Gäste führen. Hinzu kämen finanzielle Einbußen. Nach monatelanger Kurzarbeit seien viele Mitarbeiter dringend auf Einkünfte angewiesen. „Viele können noch immer nicht wieder in Vollzeit arbeiten. Bei den meist niedrigen Löhnen in der Gastronomie reicht das Kurzarbeitergeld oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten“, so Lubecki. Für Beschäftigte im Gastgewerbe solle das Kurzarbeitergeld auf 100 Prozent aufgestockt werden. Die Politik dürfe sich nicht nur um die Klagen der Wirte kümmern.

An Gastronomen und Hoteliers appelliert die Gewerkschaft, nicht am Arbeitsschutz zu sparen. Und wer den ganzen Tag mit Maske bediene, für den sollten auch mal ein paar Pausen mehr drin sein. Unter den Gästen stoßen die Corona-Regeln nach Beobachtung der NGG bislang bayernweit auf hohe Akzeptanz. Viele Menschen sehnten sich nach Monaten voller Einschränkungen wieder nach der alten Normalität. „Dafür steht kaum etwas so sehr wie ein geselliger Abend im Biergarten. Aber der kann auch dann gesellig sein, wenn man sich und andere schützt“, betont Lubecki. (nr)

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