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Neuburg

03.11.2019

Woazenbuam gehen auf eine recht skurrile Zugfahrt

In die Mangel genommen gerät Räuber Rudi Rommel (Horst Bollinger, Mitte) in Panik. Die Gesetzeshüter (Alexander Strauß und Anika Karl) sind unerbittlich.

Die Neuburger Woazenbuam zeigen zu ihrem 40. Jubiläum ein ganz besonderes Stück. Im Dreiakter „Stress im „Champus-Express“ geht es ordentlich rund.

Zum 40. Jubiläum des Woazenbuamtheaters überlegten sich die Verantwortlichen etwas Neues. Als Stück zeigte das Ensemble nicht, wie gewohnt, einen bayerischen Schwank, sondern eine Zugfahrt mit skurrilen Begleiterscheinungen. Der Dreiakter „Stress im Champus-Express“ von Bernd Spehling entpuppte sich als ganz besondere Herausforderung für Spielleiterin Angela Faller und die Bühnentruppe.

Alexander Strauß, Mathias Faller, Angela Faller und Anika Karl schlüpften in Doppelrollen, die unterschiedlich hätten gar nicht sein können. Horst Bollinger, Andrea Mahlo, Franziska Kirschner, Patrick Seitle und Daniela Weiss standen ebenfalls auf der Bühne. Erstmals war auch Souffleuse Petra Weiss als „ stummer Fahrgast“ offen sichtbar.

Unübersehbar sind die Generationskonflikte zwischen Oma (Anika Karl) und Enkel Harvey (Mathias Faller).
Foto: Peter Maier

Der „Champagner-Express“ vermittelt bei aller Überspitzung auch ein Fünkchen Realität. Der vordergründige Edelzug ist in Wirklichkeit das Fahrzeug eines privatisierten Bahnbetreibers, der mit Hindernissen von „Neuburg nach Wien“ fährt. Den Zug begleiten akustische Spezialeffekte, die auch die Ton- und Beleuchtungstechniker forderten. Von Tunnelfahrten bis Hubschraubergeräusche bereicherten die Techniker das Geschehen auf der Bühne. Dazu kam, dass am „Zugfenster“ die „Landschaft“ vorbeizog.

Bahnspezifisch zeigte Mathias Faller als Bahnschaffner Wischnewski gleich zu Beginn wie man sich in einem Tarifdschungel bewegt. Etwaige Parallelen zur Deutsche Bahn AG wären rein zufällig. Höhepunkt war dabei ein Gruppentarif für eine gemischte Runde von über 80-jährigen und unter Zweijährigen, die alle ein Fahrrad mitführen müssen.

Das Publikum ist von den Neuburger Woazenbuam begeistert

Die weiteren Fahrgäste strapazieren die Lachmuskeln des begeisterten Publikums, darunter auch Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling. Eine ältere Dame (Anika Karl) und die Pathologin Piepenbrink (Angela Faller) hatten bessere Essensqualität in einem Champus-Express erwartet. Den ungenießbaren Fraß kommentierte die Rechtsmedizinerin mit erfrischend schwarzem Humor in „Schwiezer Dütsch“ „berufsbezogen.“ Das Räuberduo Rudi Rommel (Horst Bollinger) und Kati (Andrea Mahlo) hoffen auf die große Kohle und überfallen das Bistro im Zug. Der Raub gelingt, doch die Beute in Sicherheit zu bringen scheitert an einer chaotischen Strategie. Das Geld wandert von einem Kasten für Feuchttücher in eine Kiste für „Erste Hilfe“ bis zum Mülleimer. Als das Räuberpärchen bei Eintreffen der Polizei ihre Felle davon schwimmen sieht, deponieren sie die Beute im Kühlschrank des Bistros, um der Kellnerin den Raub in die Schuhe zu schieben. Dass aber bei den wirklichen Übeltätern die Handschellen klicken, können sie nicht verhindern.

Das Polizistenduo ermittelt „grenzübergreifend“ und herzerfrischend mit dem schussligen Klagenfurter Gesetzeshüter (Alexander Strauß) und der Rosenheimer Kollegin (Anika Karl). Einen Generationenkonflikt tragen im Champus-Express die Oma (Anika Karl) und ihr Enkel Harvey aus. Der Youngster leidet unter dem Handicap, dass er ein „ewiger Siebtklässler“ ist.

Von Radfahrern bis Räuber tummelt sich alles im „Champus-Express“, der auf ganz spezielle Weise von Neuburg nach Wien unterwegs ist. Probleme sind dabei vorprogrammiert.
Foto: Peter Maier

Große Gewinner beim Happy End sind die Bistrokellnerin Gertrud (Franziska Kirschner) und die Reinigungskraft Ilse (Angela Faller). Beide erscheinen vordergründig als geistig unterbelichtet, zeigen aber Raffinesse, wie man sich die Beute unter den Nagel reißt und dabei ungeschoren davon kommt.

Horst Bollinger steht seit 40 Jahren bei den Woazenbuam auf der Bühne

Ein weiterer Gewinner war Horst Bollinger, der bei allen Aufführungen der Woazenbuam seit 40 Jahren auf der Bühne stand. Er bekam eine Flasche edlen gleichnamigen Schaumweines (Bollinger) überreicht.

Die Woazenbuam stehen noch vier Mal im Festsaal des Sporthotels Rödenhof auf der Bühne. An den Samstagen 9. November und 16. November öffnet sich der Bühnenvorhang um 19 Uhr. Die Vorstellung am Sonntag, 10. November, beginnt um 17 Uhr und die am Freitag, 15. November, um 20 Uhr.

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